Bastheim
Naturschutz

Naturschutzmaßnahmen im Fokus

"Fokus-Naturtag" auf dem Hofgut Räder und dem Naturlandhof Derleth
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Eberhard Rder und Anna Bühler diskutieren über geeignete Maßnahmen.CorinnaUllrich
Eberhard Rder und Anna Bühler diskutieren über geeignete Maßnahmen.CorinnaUllrich

Einen Tag lang die Natur auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in den Mittelpunkt stellen und nach Möglichkeiten zur Förderung der Artenvielfalt suchen: Im Juli fanden auf dem Hofgut Räder in Bastheim und auf dem Naturlandhof Derleth in Salz eine Naturschutzberatung nach der Methode "Fokus-Naturtag" statt. Gemeinsam mit Anna Bühler (Naturschutzberaterin der Biobauern Naturschutz GmbH) nahmen die Betriebsleiter die Natur rund um die Flächen des landwirtschaftlichen Betriebs genauer unter die Lupe.

Mit dem Projekt "Anpassung und Erprobung von Naturschutzberatungen mit landwirtschaftlichen Betrieben nach der Methode Fokus-Naturtag", das in Rhön-Grabfeld durch das Projektmanagement der Öko-Modellregion vermittelt wird, soll ein Beitrag zur Etablierung der Naturschutzberatung in Bayern geleistet werden. Bei der Beratung wird mit dem Landwirt überlegt, welche biodiversitätsfördernden Maßnahmen sich in den landwirtschaftlichen Betriebsablauf gut integrieren lassen. Es werden sehr unterschiedliche Möglichkeiten thematisiert, wie sich die Artenvielfalt auf den Flächen steigern lässt. Die Beraterin erklärt dabei nicht nur die Lebensweise verschiedener Tier- und Pflanzenarten, sondern stellt auch Informationen zur fördertechnischen und rechtlichen Situation zur Verfügung. Die Ergebnisse des Felderrundgangs halten Betriebsleiter und Beraterin im Anschluss in Form eines anschaulichen Posters fest.

Michael Derleth konnte sich unter anderem für Maßnahmen zum Ackerwildkrautschutz begeistern lassen. Mit der nächsten Getreideaussaat möchte er einen Ackerrandstreifen anlegen, auf dem mit reduzierter Saatstärke gesät und auf die mechanische Beikrautregulierung sowie auf Düngung verzichtet wird. Von dieser Maßnahme profitieren viele Ackerwildkräuter. Auch einen verspäteten Stoppelumbruch möchte er an den Stellen, wo die seltenen und bedrohten Arten vorkommen, durchführen. Dadurch können Arten wie der Acker-Rittersporn in Ruhe die Samenreife erlangen und aussamen.

Auch Eberhard Räder konnte bei der einzelbetrieblichen Naturschutzberatung einiges mitnehmen. Als sehr wertvoll empfand er den Hinweis, dass Ackerwildkräuter nicht notgedrungen in Konkurrenz mit den Kulturpflanzen stehen, sondern ihr Schutz sich mit gutem Ackerbau vereinen lässt. Er möchte künftig mehr für die Kräuter tun. Außerdem befasst er sich intensiv mit der Überlegung, eine lange Feldhecke anzulegen, die für seinen Betrieb ebenfalls eine entscheidende ökologische Aufwertung bedeuten wird.

Um möglichst viele Landwirte zu erreichen, bot Frau Bühler auf dem Schwalbenhof in Wülfershausen eine offene Veranstaltung zum gleichen Thema an, an der rund 20 Interessierte teilnahmen. Biologisch wirtschaftende Betriebe haben ein großes Potential, seltene und gefährdete Ackerwildkräuter zu schützen. Daher läuft seit Ende 2017 ein Praxisprojekt der Biobauern Naturschutz GmbH. Das Projekt "Ackerwildkräuter erhalten und fördern mit Biobetrieben in Bayern" hat zum Ziel, gemeinsam mit Landwirten Ansätze und Maßnahmen im Bereich Ackerwildkrautschutz zu erarbeiten und umzusetzen. Hierfür wurden im Jahr 2018 drei Ackerschläge von Karl-Heinrich Weber kartiert, auf denen rund 45 verschiedene Arten gefunden werden konnten: unter anderem der Acker-Rittersporn, der Acker-Steinsame und der Acker-Hahnenfuß, welche mittlerweile in Bayern auf der Roten Liste stehen. Nachdem verschiedene Ackerwildkräuter direkt am Feld begutachtet werden konnten, stellte Anna Bühler anhand verschiedener Maßnahmen vor, wie sich die Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen steigern lässt und wie die Maßnahmen sich in den Betriebsablauf integrieren lassen.

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