Volkersberg
Natur

Nachhaltigkeitstag auf dem Volkersberg

Eine Pflanzenbörse, Aktionen im Lebensgarten und Informationen zum insektenfreundlichen Garten gab es beim Nachhaltigkeitstag, der zum ersten Mal auf dem Volkersberg stattgefunden hat.
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Die Pflanzenbörse war ein Publikumsmagnet beim Tag der Nachhaltigkeit am  Volkersberg. Marion Eckert
Die Pflanzenbörse war ein Publikumsmagnet beim Tag der Nachhaltigkeit am Volkersberg. Marion Eckert
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Erstmals fand auf dem Volkersberg ein Nachhaltigkeitstag  statt, der von der Abteilung Tagungshäuser des Bistums Würzburg und den Bildungshäusern Jugendbildungsstätte und Lernwerk Volkersberg, Thüringer Hütte und Haus Sankt Michael Bad Königshofen organisiert wurde. Nachdem vor zwei Jahren bereits ein Nachhaltigkeitstag im Burkardushaus in Würzburg stattgefunden und die entsprechenden Häuser sich dort  präsentiert hatten, entschlossen sich die Verantwortlichen dieses Mal im Rahmen der Reihe "Nachhaltigkeit regional" auch in die Region zu gehen.

Ein Beispiel für Nachhaltigkeit war die Pflanzenbörse. Schnell kamen die Gartenfreunde ins Gespräch, und es wurden Tipps zum perfekten Anbau, dem richtigen Boden, idealen Pflanzennachbarschafen, Düngen und Ertrag ausgetauscht. Beliebt waren vor allem Tomaten-, Zucchini- und Kürbispflanzen aber auch bei den Blumen gab es Favoriten wie die filigrane Cosmea.

Gut besucht war der Lebensgarten in seiner frühlingshaften Pracht. Für die Kinder gab es verschiedene  Bastelaktionen, unter anderem konnte eine Pflanzenpresse gebaut und selbst verziert werden. Farbenfrohe Gartendekorationen standen zum Verkauf. Kräuterpädagogin Christiane Jakob-Seuffert informierte über die duftende Vielfalt im Kräutergarten der Jugendbildungsstätte.

Dabei kam auch das Thema insektenfreundlicher Garten nicht zu kurz. Ein aufgeräumter Garten komme zwar einem gewissen Ordnungssinn entgegen, doch nur ein naturnaher Garten biete auch Insekten einen Lebensraum. Diese könne durch die richtige Pflanzenauswahl, aber auch durch Elemente wie ein Insektenhotel entstehen. Viele Insekten profitieren von alten Baumstämmen, Totholzhecken und Laubhaufen.

Während es draußen praktisch zu ging, tauschten sich im Konferenzsaal des Hauses Volkersberg Vertreter der Bildungshäuser und einige Interessierte über Erwerbstätigkeit im ländlichen Raum, Dorfkernbelebung, Mobilität auf dem Land und Ehrenamtsarbeit aus. Der Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands, Stephan Barthelme , sprach über Grundsätze der Nachhaltigkeit, die nicht nur im ökologischen Bereich anzusiedeln seien, sondern auch im Ökonomischen wie im Sozialen.

"Für uns als Jugendverband ist Generationengerechtigkeit von großer Bedeutung", hob er hervor und stellte die formale Definition vor: "Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die gewährt, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen als gegenwärtig lebende."

Mit Blick auf die historische Entwicklung des Themas Nachhaltigkeit begann er im Jahr 1713 bei Hans Carl von Carlowitz, der als Begründer des Prinzips der Nachhaltigkeit gilt und vorschlug, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung,  durch Säen und Pflanzen nachwachsen konnte. Der Begriff der Nachhaltigkeit komme somit aus dem ländlichen Raum. Ab den 1980er Jahren sei der Begriff auch zunehmend in anderen Bereichen verwendet worden, er erinnerte an einige weltweit bedeutende Meilensteine wie die  UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro im Jahr 1992. Vertreter aus 178 Ländern haben das Konzept der nachhaltigen Entwicklung als internationales Leitbild anerkannt. Ende September 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten  Nationen auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 17 "Ziele für nachhaltige Entwicklung" . Sie sind politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene weltweit und wurden in Anlehnung an den Entwicklungsprozess der Millenniums-Entwicklungsziele entworfen und sollen mit einer Laufzeit von 15 Jahren, also bis 2030 umgesetzt sein. "Es ist das Ziel, dass bis 2030 kein Mensch mehr hungern und in Armut leben muss", sagte Barthelme.

Mit Blick auf Deutschland stellte er die Kernziele  der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands vor,  die eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum unerlässlich hält, denn ohne intakte ländliche Räume gebe es keine nachhaltige Welt. Dies  beziehe sich auf eine Vielzahl an Themen, von der Mobilität über den  Mobilfunk und die Breitbandversorgung bis hin zur ärztlichen Versorgung  und der emotionalen Verbundenheit zum Heimatort. Gerade zum letzt genannten Punkt könne die Kirche und der Glaube einen wichtigen Beitrag  leisten.

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