Klosterkreuzberg
Konzert

Nach 70 Jahren ist jetzt Schluss

Beim Mariensingen am Kreuzberg hatte der Gesangverein 1948 Wildflecken seinen letzten Auftritt. Am Konzert beteiligten sich weitere Gruppen aus der Region.
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Der Gesangsverein 1948 Wildflecken unter Leitung von Regina Rinke  verabschiedete sich nach 70 Jahren. Das Mariensingen am Kreuzberg  war der letzte öffentliche  Auftritt des Chors. Foto: Marion Eckert
Der Gesangsverein 1948 Wildflecken unter Leitung von Regina Rinke verabschiedete sich nach 70 Jahren. Das Mariensingen am Kreuzberg war der letzte öffentliche Auftritt des Chors. Foto: Marion Eckert
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Speziell für den Gesangsverein 1948 Wildflecken war das Mariensingen am Kreuzberg ein emotionales und einschneidendes Erlebnis. War es doch das letzte Konzert, der letzte öffentliche Auftritt. Nach 70 Jahren war Schluss. Eine lange Tradition ging zu Ende. 48 Jahre stand Regina Rinke dem Gesangsverein vor. Am Kreuzberg dirigierte sie ein letztes Mal die Sängerinnen und Sänger in vier Liedern, die sie zur Ehre der Gottesmutter sangen. Pater Georg Andlinger bedauerte, dass Ende des Wildfleckener Gesangsvereins. "Schade, dass so eine Tradition zu Ende geht." Und er dankte den Chormitgliedern und ihrer Dirigentin für die langjährige Verbundenheit speziell auch zum Kreuzberg.

Eingebettet war der letzte Auftritt des Gesangsvereins 1948 Wildflecken in das diesjährige Mariensingen mit weiteren Gruppen aus der Region. Günter Metz (Langenleiten) hatte als Hauptverantwortlicher das Konzert organisiert und neben dem Wildfleckener Chor auch die Kreuzbergmusikanten, den Männerchor Oberbach und die Gruppe "Zomm g´sunge" aus Langenleiten gewinnen können.

Voll besetzt war die Klosterkirche schon lange vor Konzertbeginn. Die Plätze für die Konzertbesucher reichten kaum aus. Durch das Programm führte Petra Strauß. Ihre Worte ließen das Konzert zu einer musikalischen Marienandacht werden. Zuvor hatte Pater Georg Andlinger die Besucher eingeladen, sich ganz auf die Gottesmutter einzulassen und die Stationen ihres Lebens im eigenen Leben zu suchen. Das Nazareth auf der Karte des eigenen Lebens zu suchen, heiße sich selbst die Frage zu stellen: "Wo bin ich ansprechbar für Gott?". Das Kana des eigenen Lebens heiße: "Wo bin ich sensibel für die Nöte anderer? Wo traue ich Jesus Wunder zu?" Das Golgotha des eigenen Lebens heiße: "Wo bin ich bereit Sterben und Trauer zuzulassen?" Und das Israel im eigenen Leben heiße: "Bleibe ich mit Jesus ein Leben lang auf dem Weg? Bin ich mit ihm unterwegs?" Den musikalischen Auftakt machten die Kreuzbergmusikanten unter Leitung von Franz Reder mit dem Choral "Zur Feierstunde" und gaben damit dem Konzert auch seinen Namen. Im weiteren Konzertverlauf spielten sie noch die Stücke "Milde Königin gedenke" und begleiteten die bekannten Marienlieder, bei denen das Publikum eingeladen war mit einzustimmen. Ob es sich nun um "Es blüht der Blumen eine", "Rosenkranz-Königin" oder "Oh himmlische Frau Königin" handelte, vielen Menschen sind die Marienlieder von Kindheit an vertraut und ein Stück innere Heimat. Die Sänger der Schwarzen Berge aus Oberbach unter Leitung von Peter Heil grüßten die Gottesmutter gleich zweimal mit einem Ave Maria, das zweite Stück allerdings als Kanon. Beim Stück "Wie schön glänzt die Sonne" wurden die Sänger von Gerhard Kichner (Oberweißenbrunn) an der Zither begleitet. Außerdem sangen sie "Jungfrau voll Gnaden." Oft wird von Maria auch gesagt, sie sei die Schönste. Die Gruppe "Zomm g´sunge" aus Langenleiten interpretierte dieses Stück auf ihre ganz eigene Art. Ebenso wie "O Maria sei gegrüßt" und "Maria voll Gnaden", zwei Stücke, die zu einem Konzert im Rosenkranzmonat Oktober sehr schön passten. Eingebettet in das Konzert waren die letzten Stücke des Gesangsverein 1948 Wildflecken. Zu gehörten "Ave Glöcklein läutet still", ein Lied das untrennbar mit der fränkischen Marienfrömmigkeit verbunden ist. "Geleite durch die Wellen", ist ein ebenfalls in der Rhön beliebtes und bekanntes  Marienlied, das schon seit Generationen gesungen wird. Und mit "Sei gegrüßt o Jungfrau rein" und "Die kleine Bergkirche" verabschiedete sich der Chor nach 70 Jahren. Pater Georg Andlinger dankte zum Abschluss allen Mitwirkenden und Besuchern, die das Konzert ermöglichten. Er betonte, dass die Franziskaner am Kreuzberg zwar den Rahmen bilden können, die Besucher der Gottesdienste, Andachten und Konzerte aber erst den Kreuzberg zu dem machen, was er ist - einem geistlichen und spirituellen Zentrum in der oberen Rhön mit einer Strahlkraft weit über die Region hinaus.

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