Motten
Finanzen

Motten stellt Rekordhaushalt vor

Trotz einiger Investitionen geht es der Gemeinde Motten gut. Dem Vermögenshaushalt können 513 550 Euro zugeführt werden.
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Das Gemeindeblatt wird seit Anfang dieses Jahres an alle Haushalte verteilt, die Gemeine lässt sich das 5 500 Euro kosten. Stephanie Elm
Das Gemeindeblatt wird seit Anfang dieses Jahres an alle Haushalte verteilt, die Gemeine lässt sich das 5 500 Euro kosten. Stephanie Elm
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"Die Gemeinde steht gut da. Wir haben einen Rekordhaushalt und Summen wie nie zuvor", schwärmte Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) geradezu vom Haushaltsentwurf des Jahres 2019. Trotz der Investitionen liege viel auf dem Sparbuch. Laut Vogel hatte Kämmerer Steffen Schneider einen "super Haushalt aufgestellt" und den Räten präsentiert.

Im Bereich Personalkosten spart Motten gegenüber dem Vorjahr zwar ein, dies liege laut Steffen Schneider an personellen Veränderungen im Bauhof, doch treiben der Besoldungsanstieg von 3,2 Prozent und eine tarifliche Entgelterhöhung die Haushaltsplanung in die Höhe. Dieses Jahr werden insgesamt 482.350 Euro für Personal ausgegeben. Einsparungen gibt es hingegen bei Aus- und Fortbildungskosten wegen einer erfolgten Umstrukturierung in der Verwaltung. Die EDV-Kosten verringern sich ebenfalls, 2018 war hier bereits viel investiert worden. Zudem sind geschätzte 4200 Euro Zuwendungen für das Digitalbudget zu erwarten.

Auch das Feuerwehrhaus in Motten kostet 2019 weniger, die Umbau- und Renovierungsarbeiten sind weitestgehend bereits 2018 verrechnet worden. Dagegen stehen Investitionen für Dienst- und Schutzkleidung (6000 Euro) sowie Fortbildungen (3500 Euro) an. Etwas gemildert werden diese Kosten durch den zu erwartenden Kostenersatz für Feuerwehreinsätze durch das Land Bayern in Höhe von 4100 Euro.

Der Feuerwehr angegliedert sind die Helfer vor Ort (HvO). Für diese Unterstützung in Notfällen haben die Mottener eifrig gespendet. 6000 Euro übersteigen deutlich die Ausgaben der Gemeinde, wie beispielsweise für Unterhaltskosten, Versicherungen und Schutzkleidung.

Die Kirchen in der Gemeinde Motten kommen in die Jahre. Für Wartungsarbeiten an der Turmuhr in Motten und Sanierungskosten am Kothener Kirchendach werden dieses Jahr 15.950 Euro bereitgestellt. Der Wege- und Straßenunterhalt muss 2019 dafür mit weniger auskommen. Statt 83.000 Euro (2018) werden heuer nur 20.000 Euro in Mottens Straßen gesteckt. Zugunsten anderer Projekte, so Steffen Schneider, habe man diesen Posten reduziert.

Erhöht haben sich die Kosten für die Abwasserbeseitigung. Vor allem durch die Klärschlammentsorgung steigen die Ausgaben auf 50.000 Euro an. Auf Grund der Gebührensenkung ab 2018 verringern sich die Kanalbenutzungsgebühren von 151.000 Euro (2018) auf 142.500 Euro. Demgegenüber stehen gestiegene Wasserverbrauchsgebühren in Höhe von 129.000 Euro (2018) auf 146.850 Euro.

Zwei neue Posten sind im Haushalt zu finden. Das Gemeindeblatt wird seit Anfang dieses Jahres an alle Haushalte verteilt, die Gemeine lässt sich das 5500 Euro kosten. Für eine anstehende überörtliche Rechnungsprüfung werden 10.000 Euro bereitgestellt.

513.550 Euro sollen dem Vermögenshaushalt aus dem Verwaltungshaushalt zugeführt werden.

Aus dem Vermögenshaushalt fließen circa 128.000 Euro in die Sanierung des Rathauses. Die Kosten werden auf dieses und nächstes Jahr aufgeteilt, für 2020 bleiben laut Schätzung noch über 156.000 Euro übrig.

Auch das zweite große Mottener Projekt, der Kindergartenneubau, schlägt zu Buche. Allein für Architekten-, Gutachter- und Fachplanerleistungen sind 100. 000 Euro bereitgestellt. Allerdings erwartet die Gemeinde mindestens 50 Prozent Förderung auf die Gesamtbausumme von fast drei Millionen Euro. Für das Jahr 2020 sind Investitionszuweisungen von 700.000 Euro eingeplant.

Der Kernwegeausbau ist derzeit in vollem Gange. Die Zufahrt zum Kretzenhof soll Ende August asphaltiert und abgeschlossen sein. Für den Ausbau der Wirtschaftswege werden Ausgaben in Höhe von 600 000 und Investitionszuweisungen in Höhe von 400 000 Euro veranschlagt. "Wir haben eine hohe Förderquote bekommen", freut sich Bürgermeister Vogel über diesen Posten.

Die junge Generation wird ebenfalls gefördert. Neben dem Unterhalt investiert die Gemeinde auch heuer 5000 Euro in Anschaffungen für das digitale Klassenzimmer. Auch der Unterhalt des Schulgebäudes und der Eigenanteil an der Mittagsbetreuung kommen insgesamt auf über 10 000 Euro.

Erwartungsgemäß hat der Gemeinderat, der nach der Amtsniederlegung von Marco Hillenbrand (FW Kothen-Motten-Speicher) Ende Mai wieder vollständig war, den Haushalt einstimmig abgesegnet. Mit Christoph Reith ist nun ein Nachfolger gefunden. Reith war bereits zu Beginn der Gemeinderatsitzung vereidigt worden und sogleich stimmberechtigt. Christoph Reith ist nun auch ordentliches Mitglied des Bauausschusses sowie stellvertretendes Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss. Hier ist Özkan Ögretmen nun ordentliches Mitglied.

Hintergrund

Der Haushaltsentwurf sieht einen Verwaltungshaushalt in Höhe von 3, 128 Millionen Euro vor (gerundet) sowie einen Vermögenshaushalt mit 4, 202 Millionen Euro. Mit insgesamt 7, 330 Millionen Euro liege der Gemeinde Motten ein "Rekordhaushalt" vor, sagte Bürgermeister Jochen Vogel.

Die Kreisumlage beläuft sich voraussichtlich auf 713.600 Euro.

Die Gewerbesteuer wird mit 550.000 Euro angegeben. Hiervon muss die Gemeinde jedoch planmäßig eine Umlage in Höhe von 110.000 Euro an Land und Bund abführen.

Die Hebesätze bleiben seit 1982 unverändert bei jeweils 300 v.H. (Grundsteuer A und B) und damit deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt. Die Gewerbesteuer bleibt bei 320 v.H. - "leicht unter dem bayerischen Mittel".

Die Schlüsselzuweisung wird für 2019 mit 475.500 Euro angegeben.

Dank Vollbeschäftigung und guter Auftragslage kann die Gemeinde Motten erneut eine Steigerung der Einkommenssteuer einplanen. Für 2019 liegt diese bei 860.000 Euro. Zurückgegangen sind die Schulden: Zum 31. Dezember dieses Jahres wird mit einer Pro-Kopf-Verschuldung in Höhe von 99,87 Euro gerechnet (insgesamt knapp 170.000 Euro).

Von einer "leichten Überalterung" sprach Kämmerer Steffen Schneider, als er über die Einwohnerzahlen schrieb. Auch wenn derzeit wieder mehr Kinder das Licht der Mottener Welt erblicken, ist doch bereits seit 19 Jahren ein deutlicher prozentualer Rückgang bei den 0 bis 50-Jährigen zu verzeichnen. Die Altersgruppe der 51 bis 65-Jährigen lege hingegen kräftig zu.

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