Motten
Kommunalpolitik

Motten: Jochen Vogel kandidiert 2020 nicht mehr

Seit 18 Jahren leitet Bürgermeister Jochen Vogel das Geschick der Gemeinde Motten. Nun kündigt er an, bei der nächsten Wahl nicht mehr zu kandidieren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jochen Vogel führt seit 18 Jahren als Bürgermeister die Amtsgeschäfte der Gemeinde Motten. Nächstes Jahr hört er auf. Foto: Volker Nies
Jochen Vogel führt seit 18 Jahren als Bürgermeister die Amtsgeschäfte der Gemeinde Motten. Nächstes Jahr hört er auf. Foto: Volker Nies

Paukenschlag in der Mottener Kommunalpolitik: Bürgermeister Jochen Vogel (46, CSU) will bei der Wahl im März 2020 nicht erneut antreten. Vogel führt die 1750-Einwohner-Gemeinde seit Mai 2002. "Ich habe mir die Sache reiflich überlegt. Die Gemeinde habe ich seit fast 18 Jahren geführt. Diese lange Zeit bietet eine gute Chance für einen Neuanfang - für beide Seiten", sagt Vogel.

Er habe vermutlich noch 20 Jahre im Berufsleben vor sich. "Ich bin gern Bürgermeister und werde meine Arbeit bis Ende meiner Amtszeit im April 2020 mit Vollgas ausführen. Aber nach fast 18 Jahren als Bürgermeister und in meinem 31. Jahr in der Gemeindeverwaltung sage ich: Ich möchte noch etwas anderes machen." Über seine Entscheidung hat er die Rathausmitarbeiter gestern informiert. Mit 4,2 Kräften - einschließlich Bürgermeister - ist die Verwaltung überschaubar.

"Ich habe mich gefragt: Will ich das noch 20 Jahre lang machen? Und wollen die Bürger das? Ich kann mich ja nicht jedes Jahr neu erfinden. Auch wenn ich mich weiterentwickele, bleibe ich im Kern ja doch gleich." Seine Antwort sei, dass er sich nicht vorstellen könne, bis zur Pension Bürgermeister in Motten zu sein.

Noch viele Ideen im Kopf

Vogel sagt, er habe noch Ideen und Projekte für mindestens sechs weitere Jahre im Amt. Einige dieser Projekte habe er schon angestoßen. "Die Ideen gehen mir nicht aus. Aber ich habe lange nachgedacht. Ich möchte noch einmal eine ganze neue Herausforderung suchen." Er wisse noch nicht, wo er in Zukunft arbeiten werde. Nicht einmal der Bereich - Wirtschaft, Verwaltung oder Politik - sei klar. "Aber da, wo ich für mich die eine Tür schließe, wird sich eine andere Tür öffnen."

Seitdem er engen Freunden anvertraut habe, dass er sich etwas anderes als das Rathaus vorstellen könne, habe er bereits verschiedene Angebote aus Unternehmen und dem politischen Bereich erhalten. "Das ist alles aber noch vage."

Der Mottener arbeitet bereits sein ganzes Arbeitsleben im Rathaus seiner Heimatgemeinde. Vogel absolvierte nach der Mittleren Reife an der Staatlichen Realschule Bad Brückenau in Mottens Gemeindeverwaltung eine Lehre als Verwaltungsfachangestellter und blieb danach als Angestellter im Rathaus. 2002 machte er einen Abschluss als Verwaltungsfachwirt, 2005 als Verwaltungsbetriebswirt. Im Mai 2002 wechselte er das Büro im Rathaus: Vogel wurde als Nachfolger von Karl Will Bürgermeister.

Keine Reaktion auf Entscheid

Der Bürgermeister sagt, die emotionale Debatte um die U3-Betreuung in Kothen und auch den Standort für den Neubau des Kinderhauses in Motten ha be mit seiner Entscheidung nichts zu tun. "Das wäre auch gar nicht meine Art: Nur, weil mal etwas nicht so verläuft, wie ich es gern hätte, werfe ich doch nicht die Brocken hin", sagt er. Diskussionen dürften gern hart geführt werden und gehörten zum politischen Alltag dazu, sie müssten aber sachlich bleiben.

Vogel gehört der CSU-Fraktion im Bad Kissinger Kreistag an und hat die Arbeit der Südlink-kritischen Bürgerinitiative Rhön-Link entscheidend vorangebracht. Den Vorsitz gab er im vergangenen Juli ab. Vogel ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter zwischen sieben Monaten und sechs Jahren.

von Volker Nies

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren