Motten
Kommunalwahl

Motten: Hessin mit Mottener Wurzeln

Sie ist 43 Jahre alt, leitet die Ausländerbehörde Fulda und möchte Bürgermeisterin in Motten werden. Am Dienstag stellte sich Katja Habersack als Bewerberin vor.
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Katja Habersack ist gebürtige Mottenerin und wohnt seit zehn Jahren in Eichenzell. Sie möchte gerne auf Bürgermeister Jochen Vogel folgen. Foto: Ulrike Müller
Katja Habersack ist gebürtige Mottenerin und wohnt seit zehn Jahren in Eichenzell. Sie möchte gerne auf Bürgermeister Jochen Vogel folgen. Foto: Ulrike Müller

Es ist Punkt 13 Uhr, als Katja Habersack, Zweite Bürgermeisterin Ute Becker (WG Motten) und Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) im Rathaus sitzen. Jochen Vogel spricht als Erstes. Er stellt Katja Habersack vor. "Mich persönlich freut es besonders, dass wir sie als Kandidatin gewinnen konnten, weil ich der Überzeugung bin, dass sie das Amt hier sehr gut ausfüllen kann", sagt er.

Seit dem Jahr 2002 ist er Bürgermeister von Motten. Jochen Vogel stammt von hier, er wohnt hier, und er wollte nicht für den Rest seines Arbeitslebens Bürgermeister seines Heimatortes bleiben. Im Oktober nominierte der CSU-Ortsverband Bad Brückenau den 47-Jährigen als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 15. März 2020. Es sei "ein Stück weit eine Erleichterung", sagt er, dass nun eine "so gute" Bewerberin für Motten ins Rennen gehe. Jochen Vogel hofft, dass die Mehrheit der Wähler das auch bestätigt.

Mehr als 25 Jahre Erfahrung

Katja Habersack spricht als Nächstes. "Ich war gar nicht auf der Suche nach einer beruflichen Herausforderung", sagt sie. Sie sei gebürtige Mottenerin, habe in Motten ein soziales Umfeld, auch wenn sie nicht dort wohne. Auf mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Verwaltung bringt es die 43-Jährige inzwischen (siehe unten). Es sei ein Vorteil, dass sie die Strukturen und die Personen kenne. Sie wolle die "gute Arbeit, die der Gemeinderat und Jochen Vogel gemacht haben", weiterführen und neue Herausforderungen angehen.

Nominiert ist Habersack freilich noch nicht. Am 18. Dezember wird die Wählergruppe Motten ihre Nominierungsversammlung halten und auch die Kandidaten für den Gemeinderat festlegen. Ute Becker, Vorsitzende der Wählergruppe, wird als Gemeinderätin wieder zur Verfügung stehen, wollte selbst aber nicht nach dem Chefsessel im Rathaus greifen.

Sowohl sie als auch die Bewerberin um das Bürgermeisteramt können sich durchaus vorstellen, dass Habersack für alle drei Gruppierungen im Gemeinderat antritt. "Wir wollen diesbezüglich Gespräche suchen", kündigt Habersack an. Auf Nachfrage der Redaktion teilen sowohl Lena Böhm von der Freien Wähler Kothen-Motten-Speicherz als auch Dritter Bürgermeister Wolfgang Jung von der Wählergemeinschaft Speicherz mit, dass bisher kein eigener Kandidat im Gespräch sei.

In Eichenzell wohnen bleiben

In ihrer Nähe zu Hessen sieht die mögliche Bürgermeisterin vor allem einen Vorteil. "Motten ist und war schon immer an der Grenze", sagt sie. Die Mottener würden sich aber als Franken fühlen, "als Bayern", rutscht ihr dann noch heraus. Das Oberzentrum Fulda spiele aber von der Infrastruktur her eine wichtige Rolle. Dennoch wolle sie auch ein Netzwerk in Bad Kissingen aufbauen.

Der aktuelle Bürgermeister sitzt seit elf Jahren im Kreistag und steht auch auf der Liste für die anstehende Wahl. Neben ihm kandidiert für die CSU aus dem Gemeindegebiet auch noch CSU-Ortsverbandsvorsitzender Stefan Will.

Im Falle ihrer Wahl würde Katja Habersack weiterhin im Eichenzeller Ortsteil Lütter leben. Für das Amt sei "nicht zwingend erforderlich, vor Ort zu wohnen". Dass die Fußstapfen, in die sie zu treten gedenkt, groß sind, ist ihr durchaus bewusst. "Angst wäre der falsche Ratgeber", antwortet sie, darauf angesprochen. "Ich habe Respekt vor der neuen Aufgabe."

Werdegang Katja Habersack ist 43 Jahre alt und stammt aus Motten. Sie legte die mittlere Reife in der Realschule in Bad Brückenau ab und machte eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadtverwaltung Fulda. Nach Stationen im Meldeamt, im Bürgerbüro, im Standesamt und beim Wahlamt folgte im Jahr 2003 der Abschluss zur Verwaltungsfachwirtin. Drei Jahre später wechselte sie zum Landkreis Fulda. Mehr als zehn Jahre arbeitete sie dort im Jobcenter, seit 2017 leitet sie die Ausländerbehörde Fulda.

Privat Seit zehn Jahren wohnt Katja Habersack in Eichenzell, wo sie sich auch zu Hause fühlt. In ihrer Freizeit wandert sie gern, sie spielt Klarinette und Saxofon bei den "Döllautalern". Dort war sie mehr als 15 Jahre im Vorstand, acht davon als Vorsitzende. Habersack ist ledig und hat keine Kinder.

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