Riedenberg
Sachstand

Mehrere Lösungen für die Kläranlage

Rede und Antwort stand Riedenbergs Bürgermeister Roland Römmelt auf der Bürgerversammlung den meist männlichen Besuchern der Versammlung .
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Noch völlig offen ist, laut Information von Bürgermeister Roland Römmelt die Zukunft der in die Jahre gekommenen Kläranlage in Riedenberg. Viele Varianten stehen derzeit zur Debatte.Evelyn Schneider
Noch völlig offen ist, laut Information von Bürgermeister Roland Römmelt die Zukunft der in die Jahre gekommenen Kläranlage in Riedenberg. Viele Varianten stehen derzeit zur Debatte.Evelyn Schneider

Zunächst wartete er mit vielen Zahlen aus der Statistik der Gemeinde auf. So lebten, Stand 1.1.2019, exakt gleich viele Männer wie Frauen in Riedenberg. Nämlich jeweils 489. Das bedeutet eine Gesamteinwohnerzahl von 978. Nachdem die magische Mindesteinwohnerzahl von 1000 Bürgern somit zum 2. Mal nicht erreicht wurde, wird es nach der nächsten Kommunalwahl nur noch acht Gemeinderäte geben, nicht mehr wie bisher zwölf. Leider standen 2018 neun Sterbefälle nur vier Geburten gegenüber, Zu- und Wegzüge hielten sich hingegen die Waage.

Das Haushaltsergebnis erbrachte in diesem Jahr eine Gesamtsumme von 2 444 099 Euro, wovon auf dem Vermögenshaushalt 684 653 Euro entfielen, auf den Verwaltungshaushalt 1 759 446 Euro. Die Kreisumlage betrug 346 789 Euro, die Schlüsselzuweisungen 415 812 Euro. Die Einkommensteuerbeteiligung belief sich auf 526 293 Euro. Die Gemeinde verfügt über Deckungsmittel in Höhe von 634 739 Euro. Seines Gleichen sucht die geringe Pro Kopf-Verschuldung. Diese liegt mit nur 69,19 weit unter dem Landesdurchschnitt von 599 Euro.

Die Rücklagen der Gemeinde betragen 1 540 271 Euro.

Jedoch haben die Kosten für die Baumaßnahmen in der Gerodaer Straße hierbei noch nicht zu Buche geschlagen, wie Bürgermeister Ronald Römmelt mitteilte. Diese gehörte zu den Hauptbaumaßnahmen mit Bahndamm, Kanalverlegung, Trinkwasserleitungen, Gasanschlüsse, die Verlegung der Speed pipe für Glasfaser, Leerrohrverlegung für die 20 KV-Leitung, sowie der Radweg und die dortigen Straßenübergänge.

Grundstücke fehlen

Kein Weiterkommen sei derzeit noch im Steinweg, der noch immer Privatweg sei. Der Grunderwerb stehe noch aus. Da derzeit keine Förderungen zu erwarten sind, sei es schwierig das Projekt mit einem Volumen von ca 300 000 Euro zu realisieren. Auch beim Ringweg fehle noch der Straßenbaugrund. Der Ankauf scheint zur Zeit nicht möglich. Zuschüsse sind jedoch an die Ausbaubreite des Weges gebunden. Baut man den Weg schmaler aus, hätte die Gemeinde - und somit alle Bürger Riedenbergs - die Kosten zu 100 Prozent zu zahlen.

Schwierig seien auch die Verhältnisse am Bahnhofsweg. Da es sich hierbei um eine Neuerschließung handele, müssten die Erschließungskosten alle Anlieger übernehmen, auch die, deren Grundstück nur mit einer Wiese auf der unteren Seite angrenzt. In Eigenausbau werde aber auf jeden Fall die Zufahrt vom Rosenweg zum Bahnhofsweg durchgeführt.

Radweg-Einweihung im September?

Weiter soll es nun endlich beim Radweg gehen. Das Auftragen der Feinschicht sei für den Monat Mai geplant. Verzögerungen habe es durch die Kanalarbeiten von Wildflecken nach Oberbach unter dem Radweg gegeben. Vorsichtig prognostizierte Bürgermeister Römmelt die Einweihung des Radweges auf September 2019.

Baubeginn noch diesen Monat

Große Baumaßnahmen stehen mit der Kanalsanierung von Sinntalstraße bis Einfahrt Gerodaer Straße und im Mühlenweg an. Die Arbeiten sind an das Bauunternehmen Väth aus Oberbach vergeben und sollen schon im Mai beginnen. Danach stehe eine Erneuerung des Straßenbelags bis zur Einfahrt Kirchstraße auf dem Plan. Baubeginn der Kanalarbeiten soll im Mühlenweg sein, in der Hoffnung bis zum Backofenfest im Juli fertig zu sein. Für den Ausbau der Sinntalstraße sind hohe Fördergelder zu erwarten, da diese als sogenannte Havariestraße (Umleitungsstraße) bei Sperrungen der Staatsstraße 2289, im Falle von Großschadensereignissen, gelte. Baubeginn soll im Frühjahr 2020 sein. Zu erwarten sind Totalsperrungen der Straße.

Eine schwere Entscheidung

Kein einfaches Thema ist nach wie vor die Erneuerung der Kläranlage. Die Rhönallianz wünscht sich eine Anbindung des Oberen Sinngrundes an die Zentral-Kläranlage in Trübenbrunn sowie eine Klärschlammverwertung für alle Allianzgemeinden. Noch sei jedoch keine Entscheidung getroffen, da mehrere andere Varianten zur Debatte stünden. "Es wird eine schwere Entscheidung werden", prognostizierte Römmelt.

Weiter gehe es beim Berghaus Rhön. Hier seien die Arbeiten in vollem Gange und im Mai sollen bereits die Holzaufbauten durchgeführt werden.

Rektorin Christiane Helfrich erläuterte die Schülerprognosen für die nächsten Jahre. Der Grundschulstandort Riedenberg sei demnach weiter gesichert.

Sicherheitstechnisch bedenklich

Bei den Wünschen und Anträgen der Bürger wurde eindringlich eine Sanierung für den Spielplatz an der Schule gefordert. Dieser sei sicherheitstechnisch sehr bedenklich. Bürgermeister Römmelt beauftragte die antragstellenden Eltern mit dem Erstellen einer Skizze und den notwendigen neuen Spielgeräten. Er versprach seitens der Gemeinde eine wohlwollende Prüfung.

Nicht so offen zeigte er sich allerdings für die gewünschte Sanierung des Schulhofes. Diese würde 200 000 Euro verschlingen. Schließlich seien Generationen von Schülern mit dem asphaltierten Schulhof sehr gut klar gekommen.

Anwohner sind sauer

Emotional wurde es beim Streitpunkt Steinweg. Anwohner monierten den Stillstand der Baumaßnahmen. Bevor die Strabs Geschichte wurde, sei der Ankauf von Privatgrund zum Ausbau des Weges seitens der Gemeinde fast schon in trockenen Tüchern gewesen. Auch mit den Anliegerkosten habe man sich arrangiert. Der Bürgermeister versuchte die neue Situation, bei der nun 100 Prozent der Kosten von der Gemeinde getragen werden müssten, zu erklären. "Die Gemeinde kann die Gelder ihrer Bürger nicht wegen zwei Häusern so schnell einbringen. Auch ist noch nicht geklärt, mit welchen Zuwendungen die Gemeinde nach Wegfall der Strabs seitens der Regierung rechnen kann. Und solange ruht das Projekt nun". Diese Aussage sorgte für große Unmutsbezeugungen der Anwohner und konnte auf der Versammlung auch nicht geklärt werden. Römmelt sicherte zunächst aber auf jeden Fall im Zuge des Ausbaus der Sinntalstraße eine großzügige Anbindung zu den Privatgrundstücken zu.

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