Bad Brückenau
Glaube

Lichtkreuze in Kirchen rund um Bad Brückenau

"Spuren zum Licht" heißt eine Ausstellung in 16 Kirchen und Gebäuden, die am 14. September eröffnet wird.
Artikel drucken Artikel einbetten
Armin Haas (rechts) und Gerd Kirchner sind begeistert, als sie die frisch gedruckten Plakate zur Ausstellung "Spuren zum Licht" auspacken.
Armin Haas (rechts) und Gerd Kirchner sind begeistert, als sie die frisch gedruckten Plakate zur Ausstellung "Spuren zum Licht" auspacken.
"Begeisterung" ist gar kein Ausdruck für das, was in Armin Haas derzeit vor sich geht. "Ich denke an fast gar nichts anderes mehr", gesteht der Schondraer Pfarrer. Im Brückenauer Raum werden vom 14. September bis zum 31. Oktober in 16 Kirchen und Gebäuden die Lichtkreuze des Künstlers Ludger Hinse zu sehen sein. Dieser nimmt für die Ausstellung selbst kein Honorar, sondern fordert von den Organisatoren begleitende Aktionen. Die Ausstellung "Spuren zum Licht" wird durch 58 Veranstaltungen begleitet, bei einigen wird der Künstler selbst zugegen sein.


Ökumenische Aktion

Haas und sein evangelischer Pfarrer-Kollege Gerd Kirchner möchten die ökumenische Begeisterung aus dem Reformationsjahr 2017 aufnehmen und ungebremst weiterführen. "Die Gelegenheit musste ich beim Schopf packen", so Haas. Ludger Hinse hätte ansonsten für die Installation erst in drei Jahren wieder Zeit gefunden. Doch Begeisterung lässt sich nicht konservieren.
Bei dem "Kunst- und Erlebnisexperiment" kann sich jeder auf eine "spirituelle Spurensuche" begeben. Ziel ist eindeutig das verbindende Element: zwischen Kirchen und zwischen Menschen.
16 völlig unterschiedliche Kirchen und Gebäude haben die beiden Pfarrer bereits mit Ludger Hinse besucht, zu jeder Örtlichkeit hatte der Künstler in Gedanken sofort das passende Kreuz parat. "Ich wollte die große Breite an Kirchen mit unterschiedlichen Ausstrahlungen", berichtet Gerd Kirchner von seinem Anliegen, die Besonderheiten jeder Kirche individuell und neu zu entdecken.
Sowohl in einer romanischen, als auch in einer modernen Kirche, sowohl in einer Kurhalle, als auch in einem franziskanischen Gotteshaus wird Ludger Hinse Mitte September seine Lichtkreuze sorgsam positionieren. "So etwas Großes habe ich noch gar nicht gemacht", berichtet Armin Haas von der Reaktion des Künstlers, seine Kunstobjekte in so vielen Kirchen gleichzeitig auszustellen. Doch steht hier nicht die künstlerische Ausstellung im Vordergrund. "Ludger Hinse hat ein Sendungsbewusstsein sonders gleichen", sagt Gerd Kirchner.
Das Kreuz wird durch Licht durchbrochen, die so entstehende Atmosphäre lässt sich als Kunst und Spiritualität sehen. "Religiosität hat jeder", sind beide Priester überzeugt. Kunst rühre diese Religiosität an, Kirchen hätten seit jeher mit Kunst unter einem Dach gelebt: "Kirchen wollten schon immer die Menschen erreichen und einen Raum des Lichts schaffen", erklärt Armin Haas.


Anregung zum Nachdenken

Einerseits spiegeln die Lichtkreuze den Kircheninnenraum wieder, andererseits entsteht im durch das Kreuz fallende Licht etwas Neues. "So ein Element macht etwas mit dem Raum, es ist dermaßen stark, auf einmal ist der Raum offen", schwärmt Armin Haas von der Wirkung der Lichtkreuze.
Zunächst werden die Kreuze als schön und Kunst wahrgenommen, aber "dann macht man sich Gedanken".
Nun gehe man "über den normalen Tellerrand hinaus" und befinde sich schon seit der Entscheidung im vergangenen Dezember auf einer außergewöhnlichen Spurensuche. "Das ist etwas Neues, Frisches", zeigt sich Gerd Kirchner begeistert und stolz darauf, dass er bereits auf dem Weg bis jetzt so viel Hilfe, spirituelle Offenheit und Ökumene erlebt hat.
Er und Armin Haas sind von der Ökumene überzeugt: "Die Kultur der Liebe weiterzuleben - das geht nicht als getrennte Kirche!" Und Gerd Kirchner ergänzt: "Die Menschen suchen Impulse, sich zu finden. Man lernt von den anderen."
Aus diesen Gedanken heraus fand man das Logo für den Wegbegleiter, der auch ein Sammelalbum darstellt. Das Bild zeigt eine sich drehende Scheibe, auf der viele kleine bunte Kreuze zu sehen sind. "In den Kreuzen erkennen wir uns. Wir und die Kirche sind in Bewegung", beschreiben Haas und Kirchner die Deutung des Logos.


Viele Vorbereitungen

In der Kürze der Zeit gab es viel zu organisieren. Versicherungsverträge wurden geschlossen, die PR-Kampagne angestoßen, regelmäßige Plenumstreffen und natürlich die Finanzierungsfrage weitestgehend geklärt. Von Bistum, Landkreis und Bezirk wird die Aktion gesponsert, trotzdem galt es, in den Gemeinden und auch bei Firmen Überzeugungsarbeit zu leisten. Zwar seien die jeweiligen Kirchenstiftungen mit verantwortlich, doch würden Restbeträge "solidarisch geteilt", so Armin Haas.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren