Oberleichtersbach
Forst

Künftig mehr Buchen und Eichen im Wald von Oberleichtersbach

Der Borkenkäfer hat auch im Wald von Oberleichtersbach gewütet. Das Schadholz ist nur extrem schwer zu vermarkten. Nach wie vor sind die Fichten durch die extreme Hitze geschwächt.
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Die Zukunft des Waldes und eine gesunde Entwicklung liegen den Oberleichtersbacher Gemeinderäten    am Herzen. Beim Waldbegang machten sie  sich ein Bild vom Zustand des Waldes und vom Waldumbau.  Marion Eckert
Die Zukunft des Waldes und eine gesunde Entwicklung liegen den Oberleichtersbacher Gemeinderäten am Herzen. Beim Waldbegang machten sie sich ein Bild vom Zustand des Waldes und vom Waldumbau. Marion Eckert

Auch wenn die Gemeinde Oberleichtersbach mit 250 Hektar Wald eine vergleichsweise kleine Waldfläche zu bewirtschaften hat, ist das Thema Waldwirtschaft für die Gemeinderäte doch von großer Bedeutung. So war das Gremium auch nahezu vollständig zum jährlichen Waldbegang erschienen. Bürgermeister Dieter Muth konnte außerdem den gemeindlichen Förster Martin Hahn-Enders sowie die Dipl. Forstingenieurin Birgit Badde von der Forstverwaltung Rupboden begrüßen, die für die Beförsterung des Gemeindewaldes zuständig ist.

Der Waldbegang fand im Bereich "Apfelbach"  bei Modlos statt und hatte vorrangig das Thema "Waldumbau durch Naturverjüngung" auf der Tagesordnung. Die Gemeinde Oberleichtersbach befasse sich schon seit vielen Jahren mit dem Umbau des Waldes, um den Wald im Zeiten des fortlaufenden Klimawandels zukunftsfähig zu erhalten, erklärte der Bürgermeister. "Es wurde rechtzeitig erkannt und die Umstellung in Angriff genommen. Das ist ein Prozess der Zeit braucht." Immer wieder würde die Frage diskutiert, welche Baumarten wirklich stabil sind und mit dem Klima zurecht kommen.

Probleme habe Oberleichtersbach mit Schäden durch den Borkenkäfer an den Fichten. Das anfallende Schadholz zu vermarkten sei nur zu erschreckend niedrigen Preisen möglich gewesen, sagte Dieter Muth. Mittlerweile sei das "Käferholz" aufgearbeitet und auch aus dem Wald abgefahren worden. Was jetzt im Wald auflaufe, sei neu geschlagenes Schadholz. Nicht verwertbares Holz könne die Gemeinde, dank weitsichtiger Investitionen vor einigen Jahren in der Hackschnitzelheizung von Kindergarten und Schule, selbst verwerten. "Ich bin froh, dass wir diesen Schritt getan haben. Heute rechnet sich die Investition."

Birgit Badde bestätigte, dass die Aufarbeitung und Abfuhr des Kamalitätenholzes, so der Fachbegriff für geschädigtes Holz, sehr gut funktioniert habe. Schwierig sei derzeit die Vermarktung, da in ganz Deutschland riesig Schadholzmengen anfallen. Auch sei nicht davon auszugehen, dass dies in absehbarer Zeit ein Ende haben werde. Die Käferpopulation sei extrem hoch und die Fichte durch den heißen Sommer im vorigen Jahr und die Hitze in diesem Jahr geschwächt. "Die Bäume schaffen es nicht sich gegen die Käfer zu wehren, beispielsweise durch vermehrte Harzbildung. Das wird noch ein paar Jahre so weiter gehen", erklärte Badde. Immerhin gebe es Regionen, die noch viel größere Probleme habe als die Rhön. "Seien wir froh, dass wir das Schadholz noch vor den Sommerferien soweit aufgearbeitet haben, es nicht mehr im Wald liegt."

Der Jahresbetriebsplan für den Oberleichtersbacher Forst sei im März und April bereits besprochen und ausgestellt worden, so dass die Gemeinderäte nun einstimmig den vorgelegten Zahlen und Vorhaben zustimmten. Als Gesamteinschlag werden 1487 Festmeter anvisiert. Darin enthalten sei Jungdurchforstung mit 335 Festmetern, Altdurchforstung mit 952 Festmetern und Endnutzung mit 200 Festmetern.

Allerdings beschlossen die die Gemeinderäte, dass der Fichteneinschlag nicht im vollen geplanten Maße vorgenommen werden soll, wenn die Preise schlecht bleiben und der Kalamitätsholzanfall weiter steige. Es sei nicht sinnvoll , frisches Fichtenholz einzuschlagen, das sich schlecht vermarkten lasse.

Der Waldumbau werde jedoch konsequent voran getrieben und dabei setze die Gemeinde auf die Naturverjüngung von Buchen und Eichen. Anhand von Beispielflächen wurde während es gut zweistündigen Waldrundgangs gezeigt, wie sich die jungen Bäume auf den freien Flächen behaupten.  "Ziel ist auch, die ökologische Seite des Waldes zu betrachten und nicht nur die rein ökonomische", sagte Badde.

Doch Naturschutz über das gebotene Maß hinaus sei für die Gemeinde Oberleichtersbach auch seit langem eine Selbstverständlichkeit. So beschlossen die Gemeinderäte im Bereich der Pilsterköpfe eine weitere Fläche der Natur zu überlassen. 180 Jahre alte Buchen stehen dort, die Flächen sollen nicht mehr bewirtschaftet werden. Weitere Pflegemaßnahmen zu Gunsten von Eiche und Kirsche sind im Bereich "Oberer Steinknorz" in der Planung. Die Förderung von Laubholz werde im Grubenhag angepeilt und zu Gunsten von Buchen und Eichen sollen im "Apfelbach" Pflegemaßnahmen stattfinden.

Im Frühjahr seien schon einige Bestandsbegründungen vorgenommen worden. 500 Douglasien wurden mit Einzelschutz in der Leite ausgepflanzt. 150 junge Bäume (Esskastanie, Linde und Ulme) wurden, ebenfalls mit Einzelschutz versehen, in Bereich Bernbrunn gesetzt. Im Alten Rasen wurden Buchengruppen zur Ergänzung der Naturverjüngung von Fichte und Kiefer unter Birken gepflanzt und in der Beerleite wurde mit 250 jungen Buchen im Fichtenbestand für Verjüngung gesorgt. Außerdem wurden 50 Erlen und fünf Apfelbäume am Bach und am alten Sportplatz gesetzt.

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