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Klosterkreuzberg
Aktivität

Kritische Worte auf dem Kreuzberg

Die Eröffnung des Wanderjahres der Region Saale-Sinn steht im Zeichen der Neuwahlen im Gesamt-Rhönklub. Thematisiert wurde die Suche nach Vorstandsmitgliedern. Und der Präsident sprach von "subversiven Kräften".
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Landrat Landrat Thomas Habermann (rechts mit Mikro) richtete bei der  Wanderjahreröffnung seinen Dank an die Engagierten im Rhönklub. Neben  ihm Rhönklub-Präsident Jürgen Reinhardt und der Regionalvorsitzende  Konrad Tripp, die auf die fehlende Bereitschaft hinwiesen, Verantwortung im Ehrenamt zu übernehmen. Foto: Marion Eckert
Landrat Landrat Thomas Habermann (rechts mit Mikro) richtete bei der Wanderjahreröffnung seinen Dank an die Engagierten im Rhönklub. Neben ihm Rhönklub-Präsident Jürgen Reinhardt und der Regionalvorsitzende Konrad Tripp, die auf die fehlende Bereitschaft hinwiesen, Verantwortung im Ehrenamt zu übernehmen. Foto: Marion Eckert
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Pünktlich zur Eröffnung des Wanderjahres 2020 der Region Saale-Sinn im Rhönklub schneite es auf dem Kreuzberg, so dass zumindest ansatzweise eine winterliche Atmosphäre auf dem Gipfel des Berges herrschte. 

Wie es der Tradition entspricht, kamen die Wanderfreunde aus den Zweigvereinen der Saale-Sinn-Region unter dem Gipfelkreuz zusammen, um gemeinsam das Wanderjahr offiziell zu eröffnen. 295 Personen konnten in diesem Jahr begrüßt werden. Die Ansprachen hielten der Rhönklub-Präsident Jürgen Reinhardt und der Regionalvorsitzende Konrad Tripp.

Vor allem die Rede Reinhardts ließ aufhorchen, sprach er doch von "subversiven Kräften", die im Rhönklub am Wirken seien, um ihn dazu zu bewegen, im Sommer nicht mehr zu kandidieren. Reinhardt machte aber deutlich, dass er gerne noch für weitere drei Jahre als Rhönklub-Präsident zu Verfügung stehe, sechs Jahre ist er nun schon im Amt. Nach neun Jahren sei dann ohnehin Schluss mit dem Präsidentenamt. Die Begrenzung des Präsidentenamtes habe er gleich nach seinem Amtsantritt in Form einer Satzungsänderung umgesetzt, um einerseits ein "Kleben" am Amt, wie dies in der Vergangenheit auf höchst unrühmliche Weise der Fall gewesen sei, zu vermeiden. Zudem sei es leichter, Personen für einen solchen Posten zu finden, wenn klar sei, dass ein Amt schon aufgrund der Satzung zeitlich begrenzt sei.

Ehrenamtliche Impulsgeber gesucht

In der Rhönklub-eigenen Zeitschrift "Die Rhön - wandern und mehr" sei bereits darauf hingewiesen worden, dass in diesem Jahr Neuwahlen sind und somit auch Veränderungen anstehen, und dass jedes Mitglied die Möglichkeit habe, Impulsgeber für die zukünftige Entwicklung zu sein. Auf die "Stellenanzeigen" für die Arbeit im Hauptvorstand habe sich bislang niemand gemeldet. "Sind wir alle nur noch Mitläufer geworden?", fragte Reinhardt und bedauerte: "Es ist dies eine schlechte Tendenz und ein allseits bekanntes Übel. In unserer Zeit will keiner mehr Verantwortung übernehmen und ehrenamtlich im Verein mitwirken und gestalten. Vor Jahren war es eine Ehre, in einem Vorstandsgremium, sei es im Hauptvorstand, auf Regionalebene oder im Zweigverein mitarbeiten zu dürfen. Heutzutage sehen die meisten Vereinsmitglieder die Vorstandsmitarbeit als eine Belastung, als eine Einschränkung der persönlichen Individualität, oder einfach ausgedrückt, als Minderung der Bequemlichkeit an. Wie soll das in Zukunft weitergehen?"

Auch Konrad Tripp sprach von der Herausforderung in der heutigen Zeit, aktive Freunde und auch aktive Mitglieder in einer Vorstandschaft zu finden. Das betreffe nicht nur den Rhönklub, sondern gerade Heimat-, Kultur und auch sonstige Traditionsvereine. "Ja, der Rhönklub befindet sich in einem Stadium von Herausforderungen, und es müssen klare Impulse gesetzt, damit wieder neue Mitglieder gefunden werden." Daher lautet sein Jahresmotto: "Impulse setzen und das Bewusstsein stärken für unsere Rhön und den Rhönklub." Auf den Rhönklub bezogen, sagte Tripp: "Trotz aller negativer Meinungen sich positiv inspirieren." Denn der Rhönklub sei mehr als ein reiner  Wander- oder ein Geselligkeitsverein. Der Rhönklub fördere Natur- und Landschaftsschutz, engagiere sich in der Umweltpflege und sei neben dem Wandern und auch in der Kultur- und Heimatpflege aktiv. Die Gemeinde Sandberg und der Rhönklub Zweigverein Walddörfer habe es mit dem neuen Naturerlebnispfad oberhalb Sandbergs vorgemacht, wie eine Idee zum Impuls werden kann für aktiven Naturschutz.Auch manch andere Zweigvereine verstehen es, in Kindergärten oder Schulen  den Kindern das Bewusstsein durch Pflege der Natur näher zu bringen, aber auch für die ältere Generation attraktive Angebote bereitzustellen, um Gemeinschaft zu fördern.

Problem "Kissinger Hütte" gemeinsam lösen

Seinen Dank richtete er an Rhön-Grabfelds Landrat Thomas Habermann und den Kreistag für die Unterstützung der Hütten und Häuser in der Region Saale-Sinn. Habermann seinerseits sicherte, auch in Namen seines Kollegen Thomas Bold aus Bad Kissingen, zu, dass "das Problem Kissinger Hütte" gemeinsam gelöst werde, weil sie allen am Herzen liege. Vermutlich werde die Hüttenförderung ohnehin verlängert, denn die Hütten seien wichtig für die Region und die Heimat. Den Engagierten im Rhönklub dankte Habermann für ihren Einsatz um die Rhön: "Wir brauchen die Heimat, um auftanken zu können. Hier kann man zu jeder Jahreszeit wandern, und es gibt schöne Einkehrmöglichkeiten", schwärmte der Landrat und betonte, wie wichtig die Verwurzelung mit der Heimat sei. Die Wanderjahreröffnung wurde nach dem offiziellen Teil im Antoniussaal des Kloster Kreuzberg beim gemütlichen Beisammensein fortgesetzt.

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