Bad Brückenau
Beruf

Kollegin vom anderen Ende der Welt

Vom heißen Brasilien in die raue Rhön - die Polizistin Ana Christina Lima informierte sich über die Arbeitsabläufe in der Dienststelle ihrer Bad Brückenauer Kollegen.
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Vielfältige Eindrücke sammelte Ana Christina Lima (2.von links) bei der Bad Brückenauer Polizei. Rede und Antwort standen dem Gast aus Brasilien auf einem Rundgang Dienststellenleiter Herbert Markert (rechts), dessen Stellvertreter Thomas Vöth (ganz links) sowie Alexander Schulz, der das Treffen initiiert hatte.Foto: Rolf Pralle
Vielfältige Eindrücke sammelte Ana Christina Lima (2.von links) bei der Bad Brückenauer Polizei. Rede und Antwort standen dem Gast aus Brasilien auf einem Rundgang Dienststellenleiter Herbert Markert (rechts), dessen Stellvertreter Thomas Vöth (ganz links) sowie Alexander Schulz, der das Treffen initiiert hatte.Foto: Rolf Pralle

"Wir wollten unserem Gast einen erlebnisreichen Tag bieten", sagt Alexander Schulz. Der Polizeikommissar hatte das spontane Treffen angeregt, da er mit der Familie von Ana Christina Limas Schwester, die in Bad Kissingen wohnt, befreundet ist. Sein Chef, Erster Polizeihauptkommissar Herbert Markert, fand diese Idee sofort "ganz klasse". So stand der Stippvisite der Brasilianerin nichts mehr im Wege.

Und die 42-Jährige, die in Fortaleza bei der Policia Civil arbeitet, nutzte die Gelegenheit zum intensiven Erfahrungsaustausch von der ersten Minute an. Die Bad Brückenauer Ordnungshüter wurden mit Fragen regelrecht überschüttet. Besonders beeindruckt zeigte sich die Südamerikanerin von den technischen Möglichkeiten, die auch kleineren Dienststellen in Deutschland gerade im Hinblick auf eine schnelle und reibungslose Kommunikation zur Verfügung stehen. Großes Interesse fanden darüber hinaus die allgemeine Personalstruktur sowie die Anwendung der demokratischen Grundwerte bei der täglichen Arbeit.

Ana Christina Limas Dienstgrad sei mit dem eines deutschen Hauptkommissars zu vergleichen, erläutert Schulz zum besseren Verständnis. So ist die 42-Jährige in ihrer Heimat schon seit etlichen Jahren mit verantwortungsvollen Führungsaufgaben betraut.

Überfallene Touristen

Ihre momentanen Tätigkeitsschwerpunkte liegen auf dem Tourismussektor mit all seinen zum Teil unschönen Begleiterscheinungen. So kümmert sie sich beispielsweise um ausländische Reisende, die Opfer von kriminellen Delikten geworden sind. Andererseits greift sie aber auch ein, wenn Touristen in Brasilien vorsätzlich mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Ihre umfangreichen Berufserfahrungen gibt Lima außerdem regelmäßig als Dozentin beim Unterricht an der Polizeischule an den Nachwuchs weiter.

Neuigkeit Bodycam

Mit dem für Südamerikanerinnen typischen Temperament hatte sie für alle Dinge, die ihr beim Rundgang durch die Bad Brückenauer Dienststelle gezeigt wurden, den passenden Kommentar parat. In aller Ausführlichkeit ließ sie sich beispielsweise die Bodycam der Einsatzkräfte erklären, die man in ihrem Land im Polizeialltag noch nicht kennt.

Damit aber nicht genug. Als Markert und dessen Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Thomas Vöth, die Heckklappe eines Streifenwagens öffneten, kam der Gast aus dem Stauen nicht mehr heraus. Die Fülle der im Auto untergebrachten Ausrüstungsgegenstände von der Schutzweste über den Helm bis hin zu den Pylonen für die Absicherung von Unfallstellen hinterließ durchaus Eindruck.

Vom Besuch bei den Bad Brückenauer Ordnungshütern war die 42-Jährige derart fasziniert, dass sie beabsichtigt, ihr Wissen keineswegs für sich zu behalten. So wird sie nach der Rückkehr in die Heimat einen Bericht für ihren Vorgesetzten verfassen, in dem die Essenz aus ihrer Stippvisite in der Rhön dargelegt werden soll. "Vielleicht können wir ja einige Anregungen für unsere praktische Arbeit in Fortaleza übernehmen", so Ana Christina Lima.

Neben allen dienstlichen Belangen und den daraus resultierenden länderspezifischen Vorgehensweisen der Polizei, zu denen noch in kleinem Kreis etliche Gespräche geführt wurden, kam auch der erholsame Teil nicht zu kurz. So stand unter anderem ein Abstecher ins Staatsbad auf dem Programm, wo sich die Brasilianerin besonders an der floralen Vielfalt im Schlosspark und an der historischen Bausubstanz erfreute.

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