Bad Brückenau
Kunst

Kabarett und Vernissage in der Bad Brückenauer Galerie Form + Farbe

Die Galerie Form +Farbe ist bereits aus dem Winterschlaf erwacht: Am zweiten Märzwochenende gibt es Samstag ein hochkarätiges Kabarett mit Tim Boltz und am Sonntag eine Vernissage mit Elmar Döll.
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Tim Boltz alias Zeno Diegelmann gastiert am Samstag in Bad Brückenau. Foto:  Angela Kropp.
Tim Boltz alias Zeno Diegelmann gastiert am Samstag in Bad Brückenau. Foto: Angela Kropp.
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Zum ersten Kabarettabend 2019 des Kunsthaus Bad Brückenau e.V. gastiert

Tim Boltz alias Zeno Diegelmann am Samstag, 9. März, 19.30 Uhr, in der Bad Brückenauer Galerie Form + Farbe. 1974 in Fulda geboren, ist er vielseitiger Spiegel-Bestsellerautor und Literatur-Comedian, schreibt der Veranstalter. Diegelmann lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Mit seinem neuen Bühnenprogramm kommt er nun nach Bad Brückenau.

Kunst in Lehm, Acryl und Mischtechniken stellt Elmar Döll, gelernter Kunstmaler und Malermeister aus Karlstadt-Stetten, ab Sonntag, 10. März, in der Galerie Form + Farbe aus. Die Vernissage findet an diesem Sonntag um 17 Uhr statt.

Nach Sprachstudium und Schauspielunterricht in Florida arbeitete Zeno Diegelmann als Redakteur und schrieb das Libretto zu "Bonifatius - Das Musical", das 2005 Musical des Jahres wurde. 2006 veröffentlichte er seinen ersten Krimi "Der Vierte Codex", 2009 "In Gottes Hand". Ab 2013 folgten im Jahresrhythmus "Rhönblut", "Finsterhain" und "Kaltengrund", die Krimis der Kommissar-Seeberg-Reihe.

Unter dem Pseudonym Tim Boltz sorgte er 2011 mit seinem Comedyroman-Debüt "Weichei" rund um den Antihelden Robert Süßemilch für Aufsehen. Die Fortsetzungen "Nasenduscher" und "Linksträger" sowie sein Weihnachtsratgeber "Oh Pannenbaum" (unter dem Weihnachtspseudonym Chris Kind) platzierten sich wochenlang in den deutschen Bestseller-Charts. 2015 erschien als romantische Komödie "Sieben beste Tage", eine Hommage an die 1980er-Jahre, in "Harn aber herzlich" widmete er sich humoristisch medizinischer Thematik. 2017 folgte der Road-Trip-Roman "Fernverkehr". Als Co-Gastgeber moderiert er seit 2016 den Podcast "RoteBar".

Raritäten des deutschsprachigen Kabaretts

Seine Geschichten und Satiren zählen zu den Raritäten des deutschsprachigen Kabaretts, die Presse feiert ihn als Meister des satirischen Wortes. Doch ist er nicht nur erfolgreicher Autor, brillanter Literat und Satiriker, sondern auch begnadeter Vorleser mit großem schauspielerischem Talent, der das Publikum "mit Betonung, Mimik und Gestik in den Bann zieht und geradezu an seinen Lippen kleben lässt. - Großartig und zum Niederknien schön!", schreibt der Veranstalter weiter. Bei seinen Bühnenprogrammen liest Boltz in wortakrobatischer Höchstform die urkomischsten Passagen aus seinen "mit Humor getränkten" Erfolgsromanen oder gibt neu Verfasstes zum besten. Im ganzen deutschsprachigen Raum gilt er mittlerweile als absoluter Geheimtipp und wird auch, selbst ein "Kreuzfahrt-Junkie", regelmäßig auf Kreuzfahrtschiffen gebucht.

In "Reden ist Silber, Schreiben ist Gold" performt er Situationen, in denen "Mann besser mal die Klappe halten" sollte - egal ob im Auto neben der schwangeren Freundin, bei der Bestellung im Veganer-Restaurant oder beim Versuch, im Drogeriemarkt typisch weibliche Utensilien zu finden, über die er nie zuvor nachgedacht hat, zum Beispiel einen Hornhauthobel...

Freien Lauf dem Kopfkino

Im Gesicht des Künstlers ereignen sich beim Lesen wahre Schauspiele, er schlüpft stimmlich und gestisch in sämtliche Figuren, singt und unterhält provokant, sprachlich brillant, unglaublich komisch und mit unnachahmlichem Gespür für feinste Situationskomik. Mit mikroskopischem Blick spürt er vermeintlich Banales des "ganz normalen täglichen Wahnsinns" auf. Was andere peinlich berührt schweigen lässt, kostet Boltz mit schonungslosem Blick hinter Masken und Fassaden erst richtig aus. Meisterhaft versteht sich der Sprachakrobat auf das Spiel mit Assoziationen, Wortschöpfungen und Zweideutigkeiten, gibt dem Kopfkino damit freien Lauf - und ist dabei immer "ein bisschen leiser, ein bisschen weiser und ein bisschen böser als manch einer seiner kalauernden Kollegen", heißt es am Ende der Pressemitteilung. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Buchhandlung Ute v. Landenberg und Hohmanns Manufactur, eventuelle Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Kunst in Lehm, Acryl und Mischtechniken

Elmar Döll, gelernter Kunstmaler und Malermeister, lebt und arbeitet in Karlstadt-Stetten. Er bezeichnet sich selbst als "schon immer kreativ", strebte früh die Ausbildung zum Kunstmaler an und schloss diese an der Meisterschule in Farbe, Gestaltung, Kompositionslehre, technisches Zeichnen in Mosbach/Baden ab. Neben eigener Dozententätigkeit bildete er sich bei anerkannten Künstlern weiter.

Als Produktmanager in einer Ton und Lehm verarbeitenden Firma stieß er auf den berühmten Klingenberger Ton und begann sein künstlerisches Repertoire mit diesem Werkstoff zu erweitern. Unter dem Titel "Weisheit der Erde" verwendet Döll für seine Bilder und Objekte das Tonmehl, vermischt mit weiteren Naturmaterialien wie Kreide, Kieselgur, feine Sande usw. Seine Bilder malt er mit selbst hergestellten farbigen Erden.

"Den Werkstoff 'Stampflehm' für die Objekte stelle ich selbst her, wobei ich Lehm Schicht für Schicht in speziell nach meinen Wünschen erstellte Formen einstampfe und so Objekt-Collagen gestalte, die zugleich Spannung und Ruhe ausstrahlen und meinen Werken einen unverwechselbaren Charakter verleihen", so der Künstler. Als spannend betrachte er es, von der Natur geschaffene Materialien in zeitgenössische Formen zu bringen - in Konkrete Kunst, in der die bildnerischen Elemente weder Abbild der Natur noch symbolisch gemeint sind, sondern in einem Wechselspiel geometrischer Formen nur sich selbst bedeuten. Dabei gehe er auf die Suche nach differenzierter Farbgebung, nuancierten Kontrasten und sinnlichen Erfahrungen. Er wolle nicht visuelle Wirklichkeit abbilden, sondern vielmehr Ideen visualisieren. Dabei soll sich das Gemalte auf Form- und Farbklänge, innerbildliche Bezüge und Gegensätze beschränken. Farbstreifen, Farbfelder und farbige Linien bringen besondere Akzente in seine neuen Bilder, die von Kontrasten und Gegensätzen leben. Schwarz verkörpert dabei für den Künstler z.B. Angst und Vorurteile vor allem Unbekannten, die Bilder öffnen oft zunächst nur einen schmalen ersten, dann zögerlich einen zweiten und schließlich den vollen Blick auf die Buntheit des Lebens. Im Sinne der Überwindung dieser Gegensätze präsentiert er nun seine Werke unter dem Titel "Brücken schlagen". Brücken heben Trennungen auf, sind Voraussetzung dafür, dass Unterschiedliches zusammen kommt und Gegensätze sowie natürliche und psychologische Barrieren überwunden werden können. "Meine Werke symbolisieren die Kraft der Brücke, Unterschiedliches über alle Gegensätze hinaus zusammenzuführen. In der heutigen Zeit mit ihren weltweiten politischen, religiösen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Brüchen ist das Brückenschlagen notwendiger denn je. Darauf möchte ich mit meiner Ausstellung hinweisen."

Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen

Auf zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen kann Elmar Döll seit 1990 zurückblicken - nicht nur im fränkischen Umkreis, zum Beispiel im Rahmen des Kunstpreises der Stadt Marktheidenfeld, in Hammelburg, Schweinfurt und Würzburg, sondern auch außerhalb der Region im Museum Modern Art Hünfeld, in Remagen, Augsburg, Hünfeld, Dortmund, Karlsruhe, Köln, im Bundespresseamt und Landgericht Bonn, bei einer "Weltreise der Sinne" im Grandhotel Petersberg in Bonn/Königswinter sowie in Belgien.

Die Vernissage der Ausstellung in der Galerie Form + Farbe findet am Sonntag 10. März um 17 Uhr statt, der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten sind bis 14. April, jeden Samstag und Sonntag, jeweils von 15 bis 18 Uhr.

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