Eckarts
Permakultur

In Eckarts Mensch und Natur nachhaltig im Einklang

Der Obst- und Gartenbauverein Wernarz hatte zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Bad Brückenau in den Gemeinschaftsgarten in Eckarts eingeladen. Dort stellte der Vorsitzende des OGV Wernarz, Robert Hildmann, das Projekt und den Garten vor.
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Der Obst- und Gartenbauverein Wernarz hatte zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Bad Brückenau in den Gemeinschaftsgarten in Eckarts eingeladen. Foto: Elisabeth Assmann
Der Obst- und Gartenbauverein Wernarz hatte zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Bad Brückenau in den Gemeinschaftsgarten in Eckarts eingeladen. Foto: Elisabeth Assmann
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Anschließend berichtete Jonas Buchwald noch vom Vorteil des Bedeckens mit einer Mulchschicht.

Das Dorfzentrum blüht auf

Der etwa 300 Quadratmeter große Garten liegt idyllisch in der Nähe der kleinen evangelischen Kirche in Eckarts. Er wurde im Frühjahr 2017 von Julia Hildmann initiiert, mit dem Ziel, das Dorfzentrum in Eckarts aufblühen zu lassen und die Gemeinschaft zu fördern. Das ist auch gelungen. War es vorher ein einfaches Rasenstück, bieten jetzt mit Dachziegeln oder Fichtenstangen umrahmte Hochbeete und am Baum angelehnte Stangen, an denen die Bohnen hochranken, duftende Kräuterbeete viel Abwechslung für Auge, Nase und Ohr. Denn auch Vögel und Insekten fühlen sich hier wohl und summen und zwitschern. Staunend begutachteten die rund 30 Besucher, was da alles unter Permakultur wächst.

Robert Hildmann, erklärte die Prinzipien der Permakultur und erläuterte die Vorteile der Mulchschicht im Garten. Die Achtsamkeit gegenüber der Natur sei wichtig. Daher soll man die Anbauziele auf jeden Fall an den Standort anpassen und in naturnahen Kreisläufen arbeiten. Dann stelle sich auch leichter hoher Ertrag mit weniger Aufwand auf Dauer ein. Die Vielfalt stehe vor der Einfalt, die Optimierung vor der Maximierung.

Vom klassischen Gärtnern zur Permakultur

Vor allem die Übergangszeit vom klassischen Gärtnern zur Permakultur interessierte die Anwesenden. Da solle man erst einmal mit Setzlingen anfangen, bevor man Aussaaten wie Karotten angehe. Wo bekommt man denn die Mulchschicht her, wenn man eben keinen Rasen, sondern nur Wiesenfläche habe? Entweder man nimmt Stroh oder fragt auch einmal bei Sportplätzen nach, ob man das feine Rasenmulch haben könne. "Bäume im Garten werden immer wichtiger als Schatten- und Feuchtigkeitsspender", erläuterte Hildmann, "und wenn dann noch so schöne Bohnen daran hochranken, was will man mehr?"

Jonas Buchmann von Zeitlofs hat gerade seine Bachelor-Arbeit über Mulchen im Gemüseanbau fertiggestellt und konnte gute Tipps geben. "Jeder fruchtbare Boden ist bedeckt," erinnerte Buchmann: "Das wird im Garten oder in der Landwirtschaft zu oft vernachlässigt. Das ist pflegeleichter als jeder Kiesgarten."

Im Anschluss gab es Gelegenheit des Austausches und der Geselligkeit. Elisabeth Assmann vom Bund Naturschutz freute sich ebenfalls über dieses gelungene Projekt. Denn Permakultur und gemeinschaftliches Gärtner ginge genau in die richtige Richtung, um naturverträglich zu gärtnern und passe perfekt zu den Anliegen des BN-Umweltbildungsprojektes "Unser Essen - unser Klima". Sie wies noch auf die Fachtagung für Jedermann "Artensterben stoppen - legen wir los" von AÖl und BN am Freitag, den 20. September, ab 14.30 Uhr, und den Markt der Möglichkeiten am Samstag, 21. September, in Hammelburg hin. Dort können Verbraucher, Gärtner, Landwirte mit Wissenschaftlern und Politikern gemeinsam konkrete Maßnahmen und Ziele zu Biodiversität und nachhaltiger Landwirtschaft besprechen.

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