Bischofsheim an der Rhön
Inovativ

In Bischofsheim gibt es viele Tipps fürs Erleben der Natur

Das Schulgebäude der Bischofsheimer Landwirtschaftsschule war der ideale Ort für den  Unterfränkischen Netzwerktag für erlebnisorientierte Angebote.
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Anlässlich des Unterfränkischen Netzwerktags für erlebnisorientierte  Angebote gab es im Garten und Park der Bischofsheimer  Hauswirtschaftsschule Führungen. Im Bild die Führung durch den Park mit  Kreisfachberater Georg Hansul. Foto: Marion Eckert
Anlässlich des Unterfränkischen Netzwerktags für erlebnisorientierte Angebote gab es im Garten und Park der Bischofsheimer Hauswirtschaftsschule Führungen. Im Bild die Führung durch den Park mit Kreisfachberater Georg Hansul. Foto: Marion Eckert
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Die Natur ist eine Schatzkammer, sie bietet vielseitige Erlebnisse für Jung und Alt, gleichzeitig spricht sie Menschen mit all ihren Sinnen an. Das einmalig gelegene Schulgebäude der Bischofsheimer Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, mit dem großzügig angelegten Bauerngarten und der Parkanlage mit einer vielfältigen Bepflanzung und dem alten Baumbestand, war er ideale Ort für den  Unterfränkischen Netzwerktag für erlebnisorientierte Angebote. Einladen waren all jene, die auf ihrem Bauernhof oder ihrem Garten erlebnisorientierte Veranstaltungen und Angebote aller Art für Gäste, Touristen und Einheimische anbieten. Gekommen waren unter anderem Gästeführer,  Gartenbäuerinnen, Erlebnisbäuerinnen, Kräuterpädagogen und Kräuterführer, Waldpädagogen und Weindozenten.

Die Gefühle ansprechen

Die Referenten gaben den Teilnehmern jede Menge Tipps und Ideen mit auf den Weg, wie sie ihre bisherige Zielgruppe ansprechen können, aber auch, wie es möglich sein könnte, neue Zielgruppen für sich zu gewinnen. Dabei waren sich alle Referenten einig, dass die Anbieter ein einzigartiges Angebot brauchen, mit dem sie sich von anderen abheben, das aber auch zu ihnen und ihrer Persönlichkeit passen müsse. Zudem sollte es die Gefühle der Gäste ansprechen, damit sie eine Führung, einen Workshop oder ihren Aufenthalt auf einem Erlebnisbauernhof lange in Erinnerung behalten.  Am Vormittag gab Sigrid Billig, Apothekerin und Gartenerlebnisführerin, eine Einführung in das Thema: "Wie kann ich unterschiedliche Zielgruppen mit meinem Angebot ansprechen, und wie ist die Wahrnehmung aus Sicht von Menschen mit Behinderung?"  Sie berichtete von ihren Erfahrungen im Arzneipflanzengarten des Deutschen Medizinhistorischen Museums in Ingolstadt.

Exemplarisch zeigte sie den Aufbau einer Garten-Sinnesführung, in der die Sinne Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken angesprochen werden. Unterschiedliche Inhalte und Herangehensweisen seien für unterschiedliche Zielgruppen notwendig. So können mit Kindern Kressebilder gebastelt werden, Jugendliche stellen gerne selbst Seifen her und interessieren sich auch für besondere Pflanzen, die durchaus auch psychotrope Wirkstoffe haben. Für Erwachsene biete sich auch Yoga oder eine Geh-Meditiation im Garten an. Wichtig war es Billig zu betonen, dass der Garten nicht nur im Frühling, Sommer und Herbst für Gartenerlebnisse geeignet sei, sondern auch in den Wintermonaten wunderschöne Möglichkeiten biete.

Barbara Hein-Praag von der Hauswirtschaftschule bot eine Führung durch den Schulgarten, und  Kreisfachberater Georg Hansul vom Landratsamt Rhön-Grabfeld führte die Teilnehmer durch den Park, erläuterte die Baumarten und gab Hinweise zu essbaren Pflanzen.

Kräuter sammeln und verarbeiten

Am Nachmittag wurde es praktisch. Die Teilnehmer konnten zwischen zwei Workshops wählen. Mit Kornelia Marzini, Diplombiologin von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim, wurde Kräuter gesammelt. Sie zeigte, wie diese zu hochwertigen Produkten verarbeitet werden können. Die gemeinsam zubereiteten Leckereien wurden im Anschluss von allen verkostet. Maik Prozeller von der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön erläuterte, was es hinsichtlich Biodiversität und Insekten im eigenen Garten zu beachten gibt.

Refugium für Biodiversität

Wichtig war ihm, den Teilnehmern deutlich zu machen, dass ein aufgeräumter Garten kein insektenfreundlicher Garten sei. Zu mähen, sobald die ersten Grashalme aus dem Schnee herauskommen, bringe zwar einen schönen grünen Rasen, doch der sei in einem naturnahen Garten nicht das Ziel. "Lassen Sie es wachsen", bat er um mehr Naturnähe, weniger Ordnungswahn im Grünen und auch Mut, den eigenen Garten anders zu gestalten als es oft in Baugebieten üblich sei. Es sei sinnvoll, erst nach der Blüte überhaupt zu mähen, und das Schnittgut mit einem Laubhaufen im Garten zu belassen. Ebenso wichtig sei, totes Holz unterschiedlicher Stärke im Garten liegen zu lassen, denn viele Insekten profitieren von alten Baumstämmen und Totholzecken. Eindrucksvoll und leidenschaftlich sprach er von der Vielfalt der Ökosysteme, der Vielfalt der Arten und der genetischen Vielfalt innerhalb der Arten, dies alles sei eng miteinander verbunden und könne im Garten wunderbar gepflegt werden. Jeder Garten könne ein Refugium für Biodiversität sein.

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