Bad Brückenau
Interview

"Ich arbeite nach einem exakten Zeitplan"

Fabian Lenk beantwortete im Rahmen seiner Lesung an der Grundschule Fragen zu dem spannenden Thema, wie junge Menschen heute zum Lesen animiert werden können.
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Der Kinderbuchautor Fabian Lenk im Interview mit der Saale Zeitung. Foto: Simone Lenk
Der Kinderbuchautor Fabian Lenk im Interview mit der Saale Zeitung. Foto: Simone Lenk
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Einer Studie des Buchhandels zufolge blieb der Umsatz in der Buchbranche in den letzten Jahren zwar konstant, doch die Zahl der Buchkäufer nimmt ab. Kinderbuchautor Fabian Lenk versucht mit innovativen Ideen gegen diesen Trend zu steuern. Damit hat er großen Erfolg. Neben Kinderbüchern schreibt er auch an Geschichtsbüchern für Gymnasiasten in Baden Württemberg mit.

Herr Lenk, was ist Ihnen wichtig beim Schreiben für Kinder?

Fabian Lenk: Für mich ist es wichtig, dass Kinder beim Lesen was lernen. Ich recherchiere für meine Bücher sehr exakt und reise viel, um mir ein genaues Bild machen zu können. Der Mehrwert eines Buches kann bei Kindern gut eingesetzt werden, wenn die Geschichte in eine packende Story eingebettet ist. Das heißt aber nicht, dass ein Buch nicht einfach mal unterhaltsam sein kann. Mein Lieblingsfach in der Schule war Geschichte, und so liegt es für mich nah, das Wissen zu nutzen und weiterzugeben.

Wie lange brauchen Sie für ein Kinderbuch?

Ich arbeite nach einem exakten Zeitplan. Um 8 Uhr morgens ist der Anpfiff und dann schreibe ich genau zwei Seiten pro Stunde. Für ein Buch mit rund 160 Seiten - so lange sind die Bücher aus der Reihe der Zeitdetektive - brauche ich rein zum Schreiben genau zehn Tage. Doch die Vorarbeit für so ein Buch, von der Idee zur Recherche und anschließend der Gliederung, dauert etwa einen Monat. Das Grundkonzept für eine Serie kann schon mal ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.

Ihre Bücher erscheinen auf den ersten Blick eher was für Jungs zu sein. Täuscht dieser Eindruck?

Die Klischees der vielen rosa Einhorn- und Prinzessinnenbücher bediene ich sicher nicht. In meinen Büchern spielen aber tolle Mädchen mitunter eine Hauptrolle. Beispielsweise sind die drei Zeitdetektive zwei Jungs und ein starkes Mädchen. Das Mädchen ist oft sogar schlauer als die männlichen Kollegen. Mädchen sind grundsätzlich in ihrem Leseverhalten viel flexibler als Jungs. Sie lesen auch Krimigeschichten. Jungs hingegen würden nie eine Geschichte über eine Prinzessin lesen, das ist meine Erfahrung.

Sie haben über 200 Bücher für Kinder geschrieben. Ihre Themen sind sehr vielfältig, von Geschichte über Sport bis hin zu Computerspielen. Wie passt das zusammen?

Ich bin ein chronisch neugieriger Mensch und beschäftige mich mit vielen Themen. Dazu zählt auch die vielfältige Nutzung der Medien. In meiner Familie spielen wir gerne Brettspiele, aber mein Sohn, meine Frau und ich lieben auch Computerspiele. Minecraft ist eins davon. Um Kinder zu begeistern, muss man in ihren Alltag schauen, was interessiert sie und was beschäftigt sie. Daher die Idee, ein Buch über Minecraft zu schreiben. Mein Sohn hilft mir dabei. Und der Erfolg der Buchreihe zeigt, dass es den Zeitgeist trifft. Im Juli erscheint ein neuer Band aus der Minecraft-Reihe.

Was planen Sie als nächstes?

In diesem Jahr erscheinen noch fünf neue Titel von mir, darunter der 41. Band der Zeitdetektive, der übrigens in Bayern spielt, und der 4. Band der Minecraft-Serie. Im kommenden Jahr sind es erneut 14 Neuerscheinungen. Darunter sind auch vier Bücher zur Europa-Fußballmeisterschaft 2020. Der Clou daran: Die Handlung spielt parallel zur tatsächlichen Fußballmeisterschaft und handelt unter anderem von einem Camp für hochtalentierte Fußballkinder. Natürlich gibt es auch da wieder eine spannende Krimihandlung.

Das Gespräch führte Julia Raab.

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