Bad Brückenau

Hohe Laternen mit einem Krönchen

Die Parkbeleuchtung wird von Grund auf erneuert. Entworfen hat die neuen Leuchten nach historischem Vorbild der Gärtner Robert Hildmann. Statt 150 wird es künftig nur noch 70 Lampen geben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit fast sieben Metern ist die neue Leuchte ein Hingucker. Foto: Marion Eckert
Mit fast sieben Metern ist die neue Leuchte ein Hingucker. Foto: Marion Eckert
+4 Bilder

Laternen mit Krönchen - so wird die neue Parkbeleuchtung im  Bayerischen Staatsbad im Newsletter für den Monat Dezember beschrieben. Die neuen Lampen werden seit einigen Wochen aufgestellt, so dass derzeit beide Modelle nebeneinander stehen, und die Unterschiede umso auffälliger werden.

Kurdirektorin Andrea Schallenkammer gerät ins Schwärmen, wenn sie über die neuen Laternen spricht. "Sie sind so schön. Sie sind extra für uns entworfen worden und passen hervorragend in den Park."

Optische Aufwertung

Die Lebensdauer der alten Parkbeleuchtung war abgelaufen. Teilweise stammt sie noch aus den 1960er Jahren. Immer wieder kam es zu Kabelbrüchen und einer aufwendigen Suche nach den Schäden. So sei die Entscheidung getroffen worden, die Parkbeleuchtung von Grund auf zu erneuern, und  die Anzahl der Leuchten zu reduzieren - von derzeit 150 auf künftig 70. Doch nicht nur eine technische Modernisierung sollte vorgenommen werden, sondern auch eine optische Aufwertung. So sind die neuen Leuchten 6,70 Meter hoch, die alten waren 2,40 Meter. "Durch die größere Höhe ist es möglich, die Anzahl zu reduzieren", erklärte die Kurdirektorin. "Wir denken, weniger ist mehr. Dafür haben wir uns für sehr schöne Leuchten entschieden."

Allerdings sei die Entscheidung nicht leicht gefallen, das bisherige Konzept aufzugeben. Auf der Hauptachse standen die Leuchten auf beiden Seiten parallel zum Weg und bildeten so eine Art Spalier für die Gäste. In der Advents- und Weihnachtszeit konnten beleuchtete Girlanden mit Sternen von Lampe zu Lampe gespannt werden, was eine festliche Atmosphäre in den Kurpark zauberte. Das alles ist nun nicht mehr möglich, doch es gibt Alternativen, die ebenso festliche und feierlich sind.

Erster Überblick auf Fachmesse

In Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Staatlichen Bauamt seien die neuen Lampen entworfen worden. Auf der Fachmesse "Light + Building" habe sich die Kurdirektorin einen ersten Überblick über die Möglichkeiten verschaffen. Zunächst galt zu klären, ob es eine Verbindung von Tradition und Moderne geben werde, oder ob historischen Lampen der Vorzug gegeben werde. Letztlich war es ein alter Stich, der das Kurhotel (heutiges Dorint) aus der Zeit um 1900 mit historischer Beleuchtung zeigt, der die Inspiration für die heutigen neuen Leuchten, nach historischem Vorbild, gab. "Die Kurgäste sprechen oft davon, dass es wie eine Zeitreise sei, wenn sie bei uns sind, in den historischen Häusern und im Kurpark. Sie wünschen sich diese Zeitreise, und dazu passen keine modernen Lampen", erklärte Schallenkammer " Und wir wollen diese Zeitreise konsequent weiter verfolgen. In ihrer filigranen und verspielten Art passen die neuen Leuchten sehr gut zu uns im Staatsbad."

Wichtig ist es Schallenkammer zu betonen, dass sie natürlich Sternenparktauglich sind. Auch deutlich weniger Energie werde verbraucht, von ehemals 80 Watt sinke der Verbrauch auf 29 Watt pro Leuchte.

Komplette Elektroverkabelung erneuert

Entworfen hat die neuen Leuchten der Gärtner Robert Hildmann. Er zeichnete den Entwurf passgenau für das Staatsbad. Die Leuchten wurden vom  Lampenhersteller (Robers Leuchten Südlohn) individuell angefertigt. Aufgestellt werden die Maßanfertigungen von der Firma August Fichter (Raunheim). Dabei werde die komplette Elektroverkabelung erneuert, was in Anbetracht der historischen Bausubstanz und des alten Baumbestandes nicht immer einfach sei. Rund 1000 Meter Leitungsgraben müssen hergestellt werden, bevor alle Schlosspark-Laternen, die auch aufgrund ihrer Größe ein stärkeres Fundament benötigen, ihren Platz einnehmen können. Das Bayerische Staatsbad Bad Brückenau investiert rund eine Million Euro als Staatsbetrieb in die Schlossparkbeleuchtung. Der Freistaat Bayern ist zu 100 Prozent der Eigner des Staatsbetriebes.

Derzeit stehen die neuen Leuchten schon am Parkplatz und auf der Treppe zum Fürstenhof, sowie zum Teil auf der Mittelachse. Bis Ostern soll die Umrüstung, je nach Witterung, abgeschlossen sein.

Keine weihnachtliche Dekoration an Lampen

Zurück zur Weihnachtsbeleuchtung: An den neuen Leuchten werde keine weihnachtliche Dekoration mehr angebracht. "Es verbietet sich, an so schöne Leuchten noch eine weitere Beleuchtung anzubringen", sagt Schallenkammer. Doch auf Advents- und Weihnachtsbeleuchtung werde im Staatsbad daher noch lange nicht verzichtet. Schon im vergangenen Dezember wurde das neue Konzept umgesetzt. Es wurden mehr Weihnachtsbäume aufgestellt, mehr Lichterketten und -netze über den Eiben ausgebreitet und im Wandelgang angebracht. Lediglich im Kursaalgebäude sind die alten Girlanden mit den Sternen geblieben. Außerdem sorge jedes Haus für individuellen Lichterschmuck und Dekorationen an den Fassaden und in den Eingangsbereichen.

Und wie haben die Gäste die Neuerungen aufgenommen? "Sie sind begeistert und haben und bestärkt." Sehr gut angekommen sei auch, dass es in diesem Jahr an Silvester kein Feuerwerk mehr gab. Der Schutz der Umwelt, der Tiere und der historischen denkmalgeschützten Gebäude gehe eindeutig vor.

.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren