Geroda
Gemeinderat

Geroda sucht nach einem zweiten Standbein für die Wasserversorgung

Die Gemeinde schwankt zwischen Quellenerschließung und Bohrung
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Bei der Besichtigung der Quellen in Platz, v.l.n.r.: Bürgermeister Alexander Schneider, Hartmut Holzheimer (WWA), Alois Dorn (VG), Holger Knauer (Gemeinderat), Dr. H. Ould Baba (WWA), Werner Schneider (Gemeindearbeiter), Matthias Kleinhenz (Gesundheitsamt), Fabian Koch (Gemeindearbeiter) und  Heike Kraus (BaurConsult). Foto: Theresa Kohl
Bei der Besichtigung der Quellen in Platz, v.l.n.r.: Bürgermeister Alexander Schneider, Hartmut Holzheimer (WWA), Alois Dorn (VG), Holger Knauer (Gemeinderat), Dr. H. Ould Baba (WWA), Werner Schneider (Gemeindearbeiter), Matthias Kleinhenz (Gesundheitsamt), Fabian Koch (Gemeindearbeiter) und Heike Kraus (BaurConsult). Foto: Theresa Kohl

Da für die Schüttungsmenge von Quellen durch die zunehmende Trockenheit in Zukunft große Unzuverlässigkeit prognostiziert wird, sucht die Gemeinde Geroda, die ihr Trinkwasser bislang nur von einer Quelle bezieht, nach einem zweiten Standbein für ihre Wasserversorgung. Mit dieser Aufgabe wurde das Ingenieurbüro BaurConsult betraut, das nach einer Gebietsanalyse neben der Erschließung bereits vorhandener Quellen auch eine Bohrung in Betracht zieht. Um die vorhandenen ungenutzte Quellen zu besichtigen und Gerodas Optionen zu diskutieren, lud Heike Kraus von BaurConsult vergangenen Freitag Vertreter der Gemeinde, der VG Bad Brückenau, des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen und des Gesundheitsamtes nach Platz ein.

Noch genügt Geroda eine Quelle

Aktuell befindet sich Gerodas Quelle in gutem Zustand und floss dieses Jahr - anders als Quellen umliegender Gemeinden - auch im Sommer überraschend stabil. Mit der momentanen Schüttung von 5,5 Litern pro Sekunde kann sie den Bedarf der Gemeinde problemlos abdecken. Da die Quelle glücklicherweise bisher für den Trinkwasserbedarf genügt, profitierten die Bürger bislang von einem sehr günstigen Wasserpreis von 65 Cent pro Kubikmeter, der jedoch kürzlich auf 90 Cent erhöht wurde.

Beide Optionen haben Vor- und Nachteile

Im Gespräch ist die Erschließung dreier Quellen bei Platz, die eine Gesamtschüttung von mindestens 1,4 Litern pro Sekunde aufweisen. Diese würden zwar für eine Ersatzversorgung nicht ausreichen, jedoch könnte sich Bürgermeister Alexander Schneider vorstellen, Platz über diese Quellen wieder separat zu versorgen und die bisherige Quelle auf den Bedarf des Ortsteils Geroda zu beschränken, sodass beide Quellen noch Puffer hätten. Allerdings wären für die Erschließung der Quellen größere Baumaßnahmen und durch den dortigen, wenig mineralisierenden Sandsteinboden eine Wasseraufbereitungsanlage zur Entsäuerung nötig.

Einen geeigneten Platz für eine alternative Grundwasserbohrung zu finden, gestaltet sich schwieriger als angenommen. Man dürfe durch die Gefahr von Einflüssen weder zu nah an die Kläranlage kommen, noch zu nah an die Grundwasserscheide im Gebiet oberhalb der Gemeinde, da an dieser wetterbedingte Schüttungsschwankungen stark ausgeprägt seien, so Kraus. Ein Vorschlag von BaurConsult ist die Bohrung im Waldfensterer Wald, was Bürgermeister Schneider aufgrund der großen Entfernung zu den Orten jedoch nur als Notlösung in Betracht ziehen würde.

Enorme Kosten bei Bohrung

Der größte Nachteil einer Bohrung sind die damit verbundenen enormen Kosten, denn alleine die Versuchsbohrung zum Finden einer Stelle mit ausreichender Schüttung kostet 100 000 Euro - unabhängig vom Erfolg. Mit der richtigen Bohrung, dem Bau des Brunnengebäudes und der Aufbereitungsanlage sowie dem Leitungsanschluss käme man auf Gesamtkosten von 1,5 bis 2 Millionen Euro.

Schwere Entscheidung für den Gemeinderat

"Bei dieser schwierigen Entscheidung ist guter Rat teuer", so Bürgermeister Alexander Schneider. Auch wenn die geringeren Kosten der Quellenerschließung locken, darf man Gerodas Lage im Wassermangelgebiet nicht unterschätzen. Kommt wie prognostiziert eine Trinkwasserknappheit auf uns zu, wären Quellen für die Trockenheit viel anfälliger als Grundwasserbohrungen, welche trotz der hohen Investitionen also langfristig die sicherere Lösung darstellen.

Man verblieb bei einer kontinuierlichen Schüttungs- und Wasserqualitätsanalyse der Quellen und der Durchführung einer Kostenkalkulation für beide Optionen. Erst wenn diese vorliegt, kann Gerodas Gemeinderat sich ein genaueres Bild vom Aufwandsumfang machen und beide Optionen gegeneinander abwägen.

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