Geroda
Premiere

Erstmals erklingt die "Rhöner Alphornmesse"

Die Uraufführung der "Rhöner Alphornmesse" findet am Samstag,  27. Juli, um 18 Uhr in der evangelischen Kirche in Geroda.
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Das "Rhöner Alphornbläser-Trio" (von links) Wolfgang Fella, Ingrid Schubert und Reiner Morshäuser spielt am Samstag, 27. Juli in der evangelischen Kirche von Geroda erstmals die Rhöner Alphornmesse.Kathrin Zitzmann
Das "Rhöner Alphornbläser-Trio" (von links) Wolfgang Fella, Ingrid Schubert und Reiner Morshäuser spielt am Samstag, 27. Juli in der evangelischen Kirche von Geroda erstmals die Rhöner Alphornmesse.Kathrin Zitzmann

Komponist Erich Weber hatte auf Anregung von Ingrid Schubert, schon verschiedene Stücke zum Weihnachtskonzert der "Rhöner Alphornbläser" komponiert. Nun baten sie ihn darum neue Melodien für Alphorn zu komponieren, die zur Mitgestaltung bei Gottesdiensten geeignet sind. Daraus entwickelten sich nach und nach die einzelnen Stücke. Passend zum jeweiligen Titel wurden von Erich Weber geistliche Texte hinzugefügt, die sich unabhängig vom Liturgischen Ablauf in den Gottesdienst einbauen lassen. Da die Texte ökumenisch gehalten sind, eignet sich diese Messe sowohl zu katholischen als auch zu evangelischen Mess-und Wort-Feiern. Am Samstag, 27. Juli, um 18 Uhr erklingt sie nun erstmals um 18 Uhr in der evangelischen Kirche von Geroda.

Arrangeur Steffen Burkhardt ist der Einrichter der Instrumentierung für Orgel und Chorsatz. Erich Weber gliederte die "Rhöner Alphornmesse" in sechs musikalische und vom Gesang begleitende Stücke auf. 1. Eröffnung: Es kehrt Ruhe ein. 2. Lobpreis: Herr, du bist mächtig. 3. Gebet: Lasset uns beten. 4. Bitte: Darum bitten wir. 5. Danke: Wir danken dir. 6. Segen: Gib uns deinen Segen. Diese berührenden Singtexte von Erich Weber sind nach der Eröffnung für alle Besucher zum Mitsingen gedacht.

Der Komponist

Der Komponist Erich Weber aus Gauaschach, Jahrgang 1962, war viele Jahre Dirigent und Ausbilder in der örtlichen Blaskapelle. Seine Fähigkeit als Komponist entdeckte er jedoch erst so richtig, als er mit der Diagnose "Parkinson" konfrontiert wurde. Die Krankheit machte das Spielen auf seiner Trompete unmöglich. Viele seiner Melodien entstanden meist nach Texten, die er auch selbst gedichtet hat. Egal ob Marsch, Polka, Walzer oder Kirchenlieder. Fast alle seine Werke bekamen einen Text von ihm. Auch als Autor von Gedichtbüchern (z.B. "Zum Kreuzberg nauf", "Musikanten spielen Musik... und der Rest hört", "Was bleibt Zeitlos", oder "Von Mensch zu Mensch") sowie Theaterstücken ("Das alte Feuerwehrlied, "Der Ball ist rund", "Baustelle Webergasse" und noch einige Einakter Stücken) hat er sich bereits einen Namen gemacht.

Die Rhöner Alphornbläser

Auch seine "Rhöner Alphornmesse" wurde bereits von einem Musikverlag aufgenommen und kann nun in die Welt hinausziehen. Hinausziehen möchten auch die "Rhöner Alphornbläser", um diese "Rhöner Alphornmesse" noch in vielen Kirchen aufführen zu können. Das Alphornbläser-Trio, bestehend aus Wolfgang Fella, Ingrid Schubert, Reiner Morshäuser, will das Gesamtwerk mit weiteren Mitwirkenden zur Aufführung bringen.

Ingrid Schubert sieht das für die Rhön wieder als etwas "Einzigartiges", quasi ein kleines Highlight in ihrer über 20-jährigen Alphorngeschichte. Es war die Begeisterung für die besondere Klangfarbe des Alphorns von der Ingrid Schubert fasziniert war, als sie 1998 mit drei Alphörnern aus dem Urlaub zurückkam und mit zwei Musikern aus der Stubenmusikformation begann, um mit dem Alphornspiel die Rhöner Öffentlichkeit zu erfreuen. Sie leisteten Pionierarbeit für das Alphorn für die hiesige Region bis es etabliert war. Im Rückblick sieht Schubert auch das von ihr initiierte und mit ihren damaligen Mitspielern ausgerichtete 1.Rhöner Alphornbläsertreffen 2013 in Bad Brückenau und auf dem Kreuzberg als einzigartiges Alphorn- Highlight der Rhön zur damaligen Zeit.

Unzählige Schnupper- und Übungsstunden hat sie angeboten, um den Interessierten den Zugang zum Alphorn zu ermöglichen, denn sie wollte das Alphorn "heimisch" machen. Was ihr auch gelungen ist: Viele sind dem Alphorn treu geblieben und so hört man vielerorts in der Rhön den wohltuenden Klang des Alphorns.

Die Alphornbläser werden sich nun sehr über die Noten der "Rhöner Alphornmesse" freuen - und das nicht nur in der Rhön. Die Uraufführung übernehmen die "Rhöner Alphornbläser", um zum wiederholten Male zu beweisen, dass das Alphorn klanglich zur Orgel passt. Die "Rhöner Alphornbläser" haben sich neben Orgel, auf der Suche nach Neuem, schon von vielen Instrumenten bei ihren Auftritten begleiten lassen, wie schon von Harfe, Violine, Querflöte, Akkordeon und sogar von Kuhglocken.

Zur Feierstunde der "Rhöner Alphornmesse" werden sie nun auch zum ersten Mal von einem Flügelhorn-Duo (Ludwig Knüttel und Waldemar Danz) begleitet, das bei anderer Gelegenheit "Alphornwalzer" und "Alphornpolka" begleiten wird. Zur "Rhöner Alphornmesse" darf nun aber die Orgel natürlich nicht fehlen, übernimmt sie doch nicht nur das Begleitungsspiel zum Alphorn, sondern auch die Gemeindelieder. Dies wird Gerald Benisch übernehmen. " Anfangs war ich skeptisch, was ein gemeinsames Spielen mit den Alphörnern angeht, aber es ergibt sich wirklich als sehr wohllautend", sagt Gerald Benisch als Organist, der mit der C-Prüfung die höchste Qualifikation erlangt hat, die es für einen nebenberuflichen Kirchenmusiker gibt.

Es ist schon ein ungewohntes Miteinander: das ganz einfache, ohne Ventile und Klappen und nur durch Lippenspannung und Atemmuskulatur etwa zehn bis zwölf Töne auf der Naturtonreihe erzeugende 3,60 Meter lange Alphorn und die variantenreiche Orgel. Aber wenn beide Instrumente harmonisch zusammen erklingen, dann erfüllen sie die Gerodaer Kirche mit ihren neuen und alten Kompositionen, aber besonders mit der "Rhöner Alphornmesse", mit einem besonders gefühlvollen Klangerlebnis.

Besonders freut sich Organisatorin Ingrid Schubert auch darüber, dass die Sängerfreunde aus Burkardroth (Elisabeth Henneberger, Birgit Schlereth, Dr.Wilhelm Schubert, Sigrid und Christoph Vierheilig, Monika und Emil Müller) ihr Mitwirken zugesagt haben. Alle Mitwirkenden freuen sich nun auf das "ganz Besondere" mit der "Rhöner Alphornmesse" und hoffen auf kräftiges Mitsingen der Besucher bei der ökumenischen Feierstunde. Neben der Mitwirkung von Pfarrer Carsten Friedel und den Wortgottesdienstleitern Sigrid und Christoph Vierheilig, wird harmonischer Gesang der Sängerfreunde zu hören sein - und wenn dann noch berührend beeindruckende Alphornmusik erschallt, "dann öffnet sich schon ein Teil des Himmels", ist sich Ingrid Schubert sicher.

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