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Motten
Hilfe

Erste Flüchtlinge in Motten eingetroffen

Als erste Flüchtlinge ziehen fünf Kosovo-Albaner in die Unterkunft in Motten ein. Ihnen zu helfen, ist für den Hausbesitzer eine Herzensangelegenheit. Die Koscielnys möchten gern einen Kreis von Unterstützern, um die Flüchtlinge aufbauen.
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Suchen in Deutschland eine bessere Zukunft (von links): Afijete Myrta (41), Hamemscha Kosova (7), Myrtesa Kosova (39), Lendrit Kosova (11) und Luljeta Kosova (41). Sie werden betreut von Thomas Koscielny. Foto: Volker Nies
Suchen in Deutschland eine bessere Zukunft (von links): Afijete Myrta (41), Hamemscha Kosova (7), Myrtesa Kosova (39), Lendrit Kosova (11) und Luljeta Kosova (41). Sie werden betreut von Thomas Koscielny. Foto: Volker Nies
Sie haben schon fünf Monate in drei verschiedenen Unterkünften hinter sich: in Karlsruhe, Nürnberg und Frankfurt. Jetzt kommen die fünf Kosovo-Albaner zur Ruhe. Der Landkreis Bad Kissingen hat sie in Motten untergebracht - als ersten Teil der insgesamt 28 bis 30 Asylbewerber, die in Motten leben sollen.

"Wir sind dankbar für die Hilfe der Deutschen. Aber wir wollen gar nicht auf ihre Kosten leben. Wir wollen arbeiten", sagt Myrtesa Kosova. In seiner Heimatstadt Gjakova im Kosovo lebte er von Gelegenheitsjobs als Bauarbeiter. Seine Frau arbeitete als Schneiderin. "Wir übernehmen auch einfache Arbeiten - Putzen oder Kochen", erklärt Myrtesas Schwester Luljeta, die den Kosovo mit der Familie ihres Bruders verlassen hat.

"Es geht uns nicht um uns, sondern um unsere Kinder. Für sie war es noch nicht einmal möglich, geregelt eine Schule zu besuchen. Das ist doch keine Zukunft. Wir haben die Großeltern zurückgelassen, damit die Kinder eine Zukunft haben", erklärt der Vater.

Heute vor einer Woche kam die Familie in Motten an. Seit Freitag besucht Hamemscha (7) die 1. Klasse der Grundschule Motten, Lendrit (11) seit gestern die 5. Klasse der Hauptschule Bad Brückenau.

Hilfe Herzensangelegenheit

Bei den Hausaufgaben hilft ihnen Thomas Koscielny (31). Für den Hausbesitzer und seinen Vater, den Fuldaer Hochschul-Professor Georg Koscielny (69), ist die Hilfe eine Herzensangelegenheit.

Der Ernährungswissenschaftler erzählt, wie er 1991 den Kosovo-Albaner Esat Saliha (heute 52) aufnahm, der es dank harter Arbeit als Kraftfahrer zu bescheidenem Wohlstand geschafft hat und dessen zwei Kinder heute studieren - zum Nutzen der deutschen Gesellschaft. Einen ähnlichen Aufstieg möchten Koscielnys den Kosovaren ermöglichen, die jetzt in Motten angekommen sind. "Schauen wir bitte nicht auf die Herkunft der Flüchtlinge, sondern darauf, ob die Flüchtlinge sich integrieren und ob sie arbeiten wollen", sagt der Professor. Thomas Koscielny gibt der Familie Deutschunterricht und fährt sie zum Einkaufen nach Bad Brückenau. In Motten hat der letzte Laden vor einigen Wochen geschlossen. "Ich will ihnen zeigen, dass sie in Deutschland willkommen sind", erklärt er. Die Stimmung in der Nachbarschaft ist "freundlich, friedlich und positiv", wie er sagt. Wenn noch mehr Flüchtlinge in Motten angekommen sind, möchte er die Asylbewerber und die Nachbarn zu einem gemeinsamen Grillfest einladen. Auch das Kochen von Speisen aus den Herkunftsländern der Flüchtlinge hat er sich vorgenommen. Die Koscielnys möchten gern einen Kreis von Unterstützern um die Flüchtlinge aufbauen. Wer Interesse hat, kann sich per E-Mail melden: fluechtlinge@jackoedv.de
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