Mitgenfeld
Theater

Eine Schwiegertochter muss her

Viele der Laienschauspieler sind von Anfang an in der Gruppe dabei. Für manche ist das schon Familienangelegenheit, wie bei den Heils.
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Die Theatergruppe Breitenbach-Mitgenfeld probt schon lange für das Stück "Junggesellenabschied". Weil alle Aufführungen ausverkauft sind, gibt es eine Zusatzvorstellung am 28. März. Foto: Ingeborg Morschhäuser
Die Theatergruppe Breitenbach-Mitgenfeld probt schon lange für das Stück "Junggesellenabschied". Weil alle Aufführungen ausverkauft sind, gibt es eine Zusatzvorstellung am 28. März. Foto: Ingeborg Morschhäuser
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Die Proben laufen auf Hochtouren und nähern sich dem Ende mit der ersten Aufführung des Theaterstücks "Junggesellenabschied" am 22. März auf der Bühne in der Alten Schule in Breitenbach. Die Darsteller der Theatergruppe Breitenbach/Mitgenfeld haben von Ende letzten Jahres bis zur Aufführung des Lustspiels von Regina Rösch insgesamt 25 Proben hinter sich gebracht. Die Generalprobe findet am 21. März statt. Gespannt sein dürfen die Zuschauer auf das amüsante Stück, bei dem der Junggeselle Martin Häuslein es nicht leicht hat. Seit Jahren nervt ihn seine Mutter Paula Tag und Nacht mit ihrem Wunsch nach einer Schwiegertochter aus gutem Hause. Diese sollte auch möglichst gut betucht sein. Auch Vater Ferdinand und sein Freund Alfons sind stark an einer möglichst schnellen Hochzeit interessiert. Sie wollen die Gelegenheit nutzen, beim Junggesellenabschied mal wieder eine richtige Feier unter Männern zu veranstalten. Und schließlich naht der Geburtstag von Paula, der wie in den Vorjahren unter einem schlechten Stern zu stehen scheint. Außer Bratpfanne und Kochtopf fällt Ferdinand kein passendes Geschenk ein. Und auch der größte Wunsch Paulas wird sich nicht erfüllen, Manfred hat noch keine heiratswillige Freundin gefunden. Doch dann passiert etwas völlig Überraschendes ...

Konzentriert sind die Laiendarsteller bei der Arbeit, sie spielen das Stück schon nahezu ohne Einsatz der Souffleuse Sigrid Kleinhenz, denn sie sind routiniert und fast alle schon seit Gründung der Gruppe im Jahr 1995 dabei. Berthold Heil erzählt, das man gerne auf Stücke von Regina Rösch zurückgreift, "denn die kommen im Publikum gut an und erheitern die Sinne. Dramen haben wir schon genug", so Heil, da ist Heiteres zwischendurch unbedingt angesagt. "Nur bei den Dorfjubiläen in Mitgenfeld und Breitenbach haben wir Stücke von anderen Autoren gespielt", resümiert Berthold Heil.

Die altbewährte Truppe hatte ihre ersten Aufführungen im Sportheim, im Jahr 2004 wurde dann umgezogen und die Bühne in der Alten Schule in Breitenbach aufgebaut. Auftritte finden etwa alle zwei bis drei Jahre statt, dieser Rhythmus hat sich gut bewährt.

Birgit Scheller (alias Betty Meister), die zwischendurch in der Darstellergruppe pausierte, spielt gerne Theater. Vor allem gefällt ihr, dass sie Dialekt sprechen kann. Sie steigt auch gerne in die Bütt. Auftreten und die Leute zum Lachen bringen, das macht ihr Freude. Aber vielleicht liegt das Talent auch in der Familie, denn Bruder Günter Heil (im Stück Manfred Häuslein), Mutter Erika Heil (spielt Paula Häuslein) und Onkel Berthold Heil (als Ferdinand Häuslein) sind ebenfalls sehr talentiert und spielen in der Theatergruppe mit.

Gegen Lampenfieber hat sie kein Rezept, einfach raus auf die Bühne, im Notfall improvisieren oder die Souffleuse beanspruchen. "Man muss es schon gerne machen", sagt Birgt Scheller, "denn es nimmt Zeit für die Proben in Anspruch, da muss alles andere an Terminen auch noch irgendwie untergebracht werden". Auch Sieglinde Fischer (alias Angelina von Schönfeld), die vorher in der Bütt bei Faschingsveranstaltungen der DJK auftrat, ist seit der ersten Aufführung dabei. "Ich habe viel Freude bei den Auftritten, und es macht Spaß die Leute zu erfreuen". Gegen die Anspannung hilft bei ihr der Applaus des Publikums. Anna Fuchs (als Anneliese Schnell) ist seit dem zweiten Auftritt der Gruppe dabei. Besonders liegt ihr der Dialekt, weshalb man sie auch ursprünglich ansprach. Den beherrscht sie perfekt. "Die Schauspielerei kommt dann automatisch dazu", sagt Anna Fuchs. Mitinitiator der Theatergruppen-Gründung ist Claus Klüber (im Stück als Alfons Meister). Von Herta Kleinhenz, die zu Anfangszeiten der Theatergruppe Regie führte und die Gruppe coachte, hat er vieles gelernt. So ein Tipp von ihr "Du musst immer übertrieben darstellen, damit es wirkt". Auch schaut er gerne mal Typen in Rollen, die er spielen soll, vorher im Fernsehen an. Zum Beispiel die Rolle eines Priesters, erinnert sich Klüber, da schaut er genau hin, wie bewegen sie sich, welche Mimik ist angesagt. Und das bringt er dann auch gekonnt rüber. Julia Kleinhenz (spielt Tamara von Schönfeld) ist die Juniorin in der Truppe und seit 2013 dabei. Auch Helmut Zeier (in der Aufführung Lanzelot von Schönfeld) ist von Anfang an dabei, und die Rollen, die er spielt, sind jedes Mal wie auf ihn zugeschnitten.

Die Karten für die Aufführungen am Freitag, 22. März, Samstag, 23. März, Sonntag, 24. März, Freitag, 29. März, Samstag, 30. März und Sonntag, 31. März sind bereits restlos ausverkauft. Deshalb hat sich die Gruppe für einen zusätzlichen Auftritt am Donnerstag, 28. März, entschieden. Alle Vorführungen beginnen um 19.30 Uhr. Karten gibt es für den 28. März nur an der Abendkasse "solange der Vorrat reicht", sagt Berthold Heil.

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