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Klosterkreuzberg
Begeistert

Eine musikalische Stunde, die zu Herzen geht

Der Musikzug Wildflecken gab zum ersten Mal ein Konzert in der Klosterkirche auf dem Kreuzberg. Er verfügt über ausgezeichnete Solisten, die gemeinsam einen gewaltigen Klangkörper bildeten.
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Der  Musikzug Wildflecken absolvierte seinen Erstauftritt in der festlich geschmückten Klosterkirche. Foto; Regina Rinke
Der Musikzug Wildflecken absolvierte seinen Erstauftritt in der festlich geschmückten Klosterkirche. Foto; Regina Rinke
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Und wieder platzte die Kreuzberger Klosterkirche aus allen Nähten, als der mitgliederstarke Musikzug Wildflecken seinen Erstauftritt in diesem noch festlich geschmückten Gotteshaus absolvierte. Pater Georg Andlinger konnte seine Freude darüber nicht verbergen.

Mit einem fulminanten Concerto d'Amore von Jakob de Haan begann eine musikalische Stunde, die zu Herzen ging. Man konnte bei dem modernen Stück fast meinen, ein Werk Händels zu hören. Das änderte sich allerdings von Minute zu Minute, denn bald wurde die Musik poppig und swingend.

Interessantes Repertoire

Innig und zart folgte nach dem kräftigen Schlussakkord ein Choral von Johann Sebastian Bach "Bist du bei mir!" Die leisen Passagen strömten Wärme aus, und man spürte förmlich, wie glücklich Bach sich beim Komponieren gefühlt haben mag. Harmonie und Lautstärke fügten sich bestens zusammen.

Es folgte der Song "Imagine", den John Lennon vor 40 Jahren schrieb, und in dem es heißt "Stell dir vor, es wird endlich einmal Frieden geben". Nie waren diese Worte aktueller als in unseren Tagen.

Mit dem nächsten Stück, das den Titel "Highland Cathedral" trug, wollten die Musiker ihrem Kreuzberg einmal Danke sagen. Es handelt sich um eine sehr harmonische Dudelsack-Melodie, die in Schottland sehr beliebt ist, jedoch aus der Feder eines Deutschen stammt. Das Klarinettensolo spielte perfekt Franka Schmitt. Mit dem von John Philip Sousa 1889 komponierten Marsch "Washington Post" nahm das Konzert weiter Fahrt auf. Man meinte, die Zeitungsjungen zu hören, wie sie irgendwelche schrecklichen Taten lautstark verkünden, um Kunden zu gewinnen.

Musikmalereien

Musik ist in der Lage, Bilder zu "malen", wenn es der Komponist versteht, Geschehnisse in Szene zu setzen. Bei den Passagen aus der "West Side Story" könnte man sich an ein Drama von William Shakespeare erinnern, welches Leonard Bernstein musikalisch malte. Da kommen die Schlagzeuger kräftig zu Gehör, da rattert und knattert, ja kracht es, aber es gibt auch einfühlsame, leise Momente. Heiter wird es bei einem Potpourri aus dem Lustspiel "My Fair Lady" mit bekannten Melodien. Die Landpomeranze Lisa spricht Dialekt, und Dr. Higgins will sie zu einer gut sprechenden "Dame" machen. Jeder kennt den Song: Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen! Dominik Köstler spielte exakt das Trompeten-Solo, und David Bär glänzte mit dem Tuba-Solo. Beim Walzer durfte man träumen, beim "Wilden Westen" kamen die Schlagzeuger groß raus, denn da wurde scharf geschossen. Und man hörte deutlich die Reiterhorde ankommen.

Der Musikzug verfügt über ausgezeichnete Solisten, die gemeinsam einen gewaltigen Klangkörper bilden. Mit lange anhaltendem Applaus dankten die Besucher dem "Starken Team", das unter der Leitung von Andreas Kleinhenz, einem Musiklehrer, steht. Unverkennbar klappt es bestens zwischen den "Alten", die schon seit Jahrzehnten dabei sind wie z. B. der "Vadder" und den ganz Jungen, also die Kinder und Kindeskinder. In die Ausbildung junger Musiker gehen auch die Spenden, die am Ausgang erbeten wurden. Ohne Zugabe wurde die Kapelle nicht entlassen.

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