Bad Brückenau
Maßnahme

Eigene Zone für "Elterntaxis"

Zur Entschärfung der Verkehrssituation an der Grundschule Bad Brückenau soll künftig eine sogenannte Hol- und Bringzone beitragen. Diese kann ab sofort genutzt werden.
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Im Beisein von Vertreterinnen der Grundschule und Beamten der Bad Brückenauer Polizei durchschnitt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (3. von links) symbolisch ein rotes Band. Damit war die neue Hol- und Bringzone in der Buchwaldstraße ihrer Bestimmung übergeben.Rolf Pralle
Im Beisein von Vertreterinnen der Grundschule und Beamten der Bad Brückenauer Polizei durchschnitt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (3. von links) symbolisch ein rotes Band. Damit war die neue Hol- und Bringzone in der Buchwaldstraße ihrer Bestimmung übergeben.Rolf Pralle
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Das Problem ist nicht neu und keineswegs nur in Bad Brückenau akut. Eltern möchten ihre Kinder am liebsten bis vor die Schultür fahren. Dabei kommt es regelmäßig zu chaotischen und gefährlichen Situationen für den Nachwuchs. Nachdem alle Appelle der Vergangenheit fast wirkungslos geblieben waren, hatte die Polizeiinspektion Bad Brückenau mit Unterstützung der Stadtverwaltung das Thema "Elterntaxis" bereits zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 gezielt in Angriff genommen.

Erster Polizeihauptkommissar Herbert Markert nennt konkrete Fakten: "Bis zu 40 Autos haben wir an manchen Tagen innerhalb von zehn Minuten zwischen 7.40 und 7.50 Uhr im Bereich der Grundschule 'Am kleinen Steinbusch' gezählt", so der Dienststellenleiter. Es grenze an ein Wunder, "dass bei diesem unübersichtlichen Durcheinander noch kein Kind verletzt wurde". Die Maßnahmen der Polizei in Form eines Elternbriefes und persönliche Ansprachen mit der Verteilung von Informationsflyern hätten zwar gewisse Erfolge gebracht, die Zahl der "Elterntaxis" sei etwas geringer geworden. "Allerdings hatten wir bisher noch keinen idealen Ausstiegsplatz für die Kinder", blickt Markert zurück.

Eigens Grundstück gepachtet

Angesichts dieser Sachlage wurde auch die Stadt Bad Brückenau tätig. Sie pachtete in der Buchwaldstraße ein brachliegendes Grundstück und richtete das Terrain entsprechend her. "In diesem abgesicherten Bereich können die Mädchen und Jungen problemlos aus dem Auto aussteigen und die letzten 250 Meter hinauf zur Grundschule zu Fuß bewältigen", ist sich Markert sicher. Außerdem müsse auf dem relativ kurzen Stück Gehweg keine Straße mehr überquert werden.

Offizielle Übergabe

Von einem guten Tag sprachen alle Beteiligten bei der offiziellen Übergabe. Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU), Rektorin Barbara Buz, Vertreterinnen der Elternschaft sowie eine Abordnung der Ordnungshüter ließen es sich trotz der frühen Stunde vor Schulbeginn nicht nehmen, das obligatorische rote Band symbolisch zu durchschneiden. Die vorbeifahrenden Eltern schauten sich in der Mehrzahl nur neugierig an, was dort in der Buchwaldstraße passiert. "Das ist normal. Wenn die Hol- und Bringzone erst einmal richtig bekannt ist, dann wird sie auch genutzt", zeigten sich die Verantwortlichen optimistisch.

Der Polizeichef machte beim Ortstermin noch einmal explizit auf die aktuelle Gefahrensituation aufmerksam. "Was mich nach wie vor mit Sorge umtreibt, ist die Anzahl von Eltern, Großeltern und Bekannten, die die Schülerinnen und Schüler direkt bis zur Einmündung der Jahnstraße in den 'Kleinen Steinbusch' fahren und im erweiterten Kreuzungsbereich aussteigen lassen", so Markert. Dieses Verhalten sei nicht nur bedenklich und rücksichtslos, sondern verstoße auch gegen die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung. Die Enge in diesem Bereich verschärfe zudem bei Rangiermanövern die ohnehin schon chaotische Situation.

Mit der Einrichtung der Hol- und Bringzone sei man seit dieser Woche den Chauffeuren der "Elterntaxis" ein großes Stück entgegen gekommen, verlautete aus den Reihen der Initiatoren. Sollte auch diese attraktive Neuerung nichts nutzen, würden sich Polizei und Stadtverwaltung weitere Maßnahmen vorbehalten. Selbst eine Sperrung der Bereiche rund um die Schule für die "Kindertransporter" könnte dann Realität werden. Und auch mit einem Verwarnungsgeld müssten uneinsichtige Verkehrsteilnehmer rechnen.

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