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Motten
Straßenbau

Drei Kilometer freie Fahrt auf Kernwegen

Es entstanden Wege, die in ihrem Aufbau und ihrer Traglast einer Staatsstraße nicht nachstehen. Hauptsächlich sollen die Wege dem landwirtschaftlichen Verkehr dienen.
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Fast alle Kernwege in und um Motten sind fertig. Es freuen sich (von links): Susanne Siebenlist (Büroleiterin Land + plan), Landwirt Valentin Best, Philipp Scherpf (Projektleiter Land + plan), Bürgermeister Jochen Vogel, Frank Stenke (Bauleiter Firma Giebel), Joachim Mair (Amt für ländliche Entwicklung) und Rhönallianzmanager Uwe Schmidt. Foto: Stephanie Elm
Fast alle Kernwege in und um Motten sind fertig. Es freuen sich (von links): Susanne Siebenlist (Büroleiterin Land + plan), Landwirt Valentin Best, Philipp Scherpf (Projektleiter Land + plan), Bürgermeister Jochen Vogel, Frank Stenke (Bauleiter Firma Giebel), Joachim Mair (Amt für ländliche Entwicklung) und Rhönallianzmanager Uwe Schmidt. Foto: Stephanie Elm
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Zusätzliche drei Kilometer Wege hat Motten hat nun geschaffen. Hauptsächlich und ursprünglich soll so der landwirtschaftliche Verkehr aus dem Dorf heraus und um das Dorf herum geführt werden. Diese Kernwege sind jedoch öffentliche Wege und dürfen somit von der Allgemeinheit genutzt werden. Genauso dürfen landwirtschaftliche Fahrzeuge nach wie vor durch das Dorf fahren. 1. Jochen Vogel betonte, man habe schon immer von Entlastung gesprochen, "nicht von Befreiung".

Landwirt begeistert

Mit dem schlimmsten Weg wurde im Mai vergangenen Jahres angefangen, dies war der Weg von der Staatsstraße hoch zum Kretzenhof. "Den Namen 'Weg' hatte das nicht verdient", meinte allerdings Jochen Vogel. Umso begeisterter ist Mottens einziger hauptberuflicher Landwirt Valentin Best. Von Anfang an waren er und seine Kollegen in das Geschehen miteingebunden. Teils konnten sie im laufenden Baubetrieb die theoretische Planung den örtlichen Gegebenheiten anpassen. Nicht überall konnten die für Kernwege üblichen 3,50 Meter Breite plus Bankett plus Seitengraben umgesetzt werden. Dennoch entstanden Wege, die in ihrem Aufbau und ihrer Traglast einer Staatsstraße nicht nachstehen. "Es war manchmal schwierig", doch habe Vogel schon viele positive Rückmeldungen erhalten. "Vorrangige Wege sind fertig", in Kürze werde der Ausbau aller Kernwege in und um die Gemeinde abgeschlossen sein. "Die Landwirte können so angenehmer arbeiten, und die Bevölkerung wird weniger belastet."

Valentin Best hat letztes Jahr wegen unbeständigem Wetter und engen Erntezeitfenstern sogar nachts ernten und fahren müssen. Sollte das heuer wieder nötig sein, fährt es sich auf den Kernwegen bequemer und für die Bevölkerung störungsfrei.

Auch für 40-Tonner

Aus drei Kilometer Feld- und Wiesenwegen sind in den letzten neun Monaten vollwertige Wege entstanden, die auch 40-Tonner tragen. Orientiert hat sich das Planungsbüro "Land + plan" an "alten Trassen. Somit gab es weniger Zerstörung der Wiesen", berichtet Büroleiterin Susanne Siebenlist.

Im Vorfeld hatte Jochen Vogel zusammen mit Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde die fördermöglichen Strecken abgegangen. Die "bestmögliche Umsetzung" wurde erreicht. Hauptsächlich in der Ebene herrschen geschotterte Wege vor, nur bei steilen Anstiegen und Kurven wurde asphaltiert. Der Weg zum Kretzenhof gilt für Vogel als "Musterweg".

258.000 Euro über der Kalkulation

Den zeitlichen Plan konnte man "im Großen und Ganzen einhalten". Witterungsbedingt gab es nur geringfügige Verzögerungen. Allerdings bewegt sich das Projekt Kernwege nicht im vorgesehenen finanziellen Rahmen. Die einkalkulierten 900.000 Euro stiegen auf 1,158 Millionen Euro an. Schuld waren erodierte Böden, teils war ein neuer Straßenunterbau nötig. Das Amt für ländliche Entwicklung fördert das Vorhaben mit 75 Prozent. "Ohne das wäre es nicht finanzierbar gewesen", sagte Vogel. Für die Mehrkosten wurde bereits ein Nachförderantrag gestellt. Eine Zusage hat die Gemeinde Motten noch nicht, aber immerhin "ein positives Signal", so das Gemeindeoberhaupt.

Rhönallianzmanager Uwe Schmidt betonte: Das Amt für ländliche Entwicklung gewähre "keine Einzelförderung, sondern nur Förderung in einer interkommunalen Allianz". Das Kernwegenetz sei für alle Gemeinden der Rhönallianz entworfen worden. "Motten hat den mutigen Anfang gemacht".

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