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Oberbach
Aktionstag

Die Rhön riecht nach Beifuß und Wacholder

Die Rhön mit allen Sinnen genießen - dieses Motto stand über dem diesjährigen "Tag der Regionen", der erneut im  Biosphärenzentrum Rhön Haus der Schwarzen Berge in Form eines Aktionstages stand fand.
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Kräuter probieren, am Geruch und Aussehen erkennen - das Angebot des  Umweltbildungsteams beim Tag der Region in Oberbach kam bei den Besuchern sehr gut an.Marion Eckert
Kräuter probieren, am Geruch und Aussehen erkennen - das Angebot des Umweltbildungsteams beim Tag der Region in Oberbach kam bei den Besuchern sehr gut an.Marion Eckert
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In diesem Jahr wurde der Tag, der im übrigen bundesweit im Herbst an unterschiedlichen Standorten gefeiert wird, um auf jeweils regionaltypisches aufmerksam zu machen, von der Rhön GmbH organisiert. Das Wetter hätte nicht besser sein können, ein warmer Spätsommertag, der zum Verweilen im Freien einlud und viele Besucher nach Oberbach lockte.

Es herrschte Dorffeststimmung, denn für zünftige musikalische Unterhaltung sorgten die Rhöner Hochsitz-Musikanten, die am Vormittag durchs Haus zogen. Am Nachmittag unterhielt die Blaskapelle Oberbach neben dem Festzelt. Etwa 20 Aussteller waren gekommen und präsentierten ihr individuelles Rhöner Angebot. Natürlich gab es das für die Besucher einiges zu verkosten: Liköre und Brände, Bier, Brot, Wein, Wurst, Fisch und Käse.

Die Rhön steht für eine Vielzahl kulinarischer Genüsse ebenso wie für Natur und Freizeit. So gab es Informationen für Mountainbiker durch Guide Daniel Albrecht (Nordheim), aber auch vielfältiges Informationsmaterial zu weiteren Themen wie Wandern, Kultur, Wintersport, Camping usw.  Alte Handwerkskunst zeigte Pius Bühner (Sandberg), er beherrscht sie noch die Kunst Holzrechen herzustellen. "Neue Ansichten" gewährte Karin Schobel (Gersfeld) mit ihrer künstlerischen Darstellung der Rhön.

Was macht eigentlich ein Rhön-Ranger?

Informationen zu den Schutzgebieten, zur Artenvielfalt und einzelnen Projekten gab Rhön-Ranger Uwe Steigemann. Mit ihm kamen die Besucher gerne ins Gespräch und konnten ihrerseits Fragen zu den wichtigsten Projekten und Aufgaben eines Rhön-Rangers stellen.

In diesem Jahr drehte sich im "Haus der Schwarzen Berge" alles um die fünf Sinne:  Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken. Das Umweltbildungsteam vom Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön mit Claus Schenk und Antje Schwanke haben das Publikum mit verschiedenen Sinnes-Spielen unterhalten. So gab es einiges zu fühlen, was gerade zur Jahreszeit passt: Kastanien, Zapfen und Früchte. Zu Verkosten gab es einen leckeren Kräutersirup. Die acht Kräuter darin zu erraten war keineswegs einfach, doch Antje Schwanke unterstützte gerne dabei. Rosmarin, Salbei, Zitronenverbene, Majoran, Thymian, Minze, Oregano und Zitronenmelisse wurden mit Rohrzucker zu einem frisch schmeckenden Sirup verarbeitet. "Es überrascht die meisten Besucher, dass Kräuter wie Majoran, Thymian und Oregano auch im süßen Sirup verwendet werden können."

Eine Art Memory ergänzte die Kräuterecke. Es galt Kräuter am Geruch und Aussehen zu erkennen und einander zuzuordnen. Das gelang bei Klassikern wie Schnittlauch, Thymian und Salbei recht schnell, doch Wildkräuter kannten deutlich weniger Besucher. Beifuß, Wacholder und Schafgarbe galt es noch zu erkennen. Erfreulich, dass auch viele Erwachsene sich dem Rätselraten unterzogen und Interesse an dem  Umweltbildungsangebot zeigten.

Kleine Rhönschäfchen für zuhause

Für Kinder gab es in der Bastelecke ein weiteres Angebot. Mit Rhönschafwolle konnten sie kleine Rhönschäfchen basteln und mit nach Hause nehmen. Die gewaschene weiche Rhönschafwolle zu fühlen oder auch mal die fettige ungewaschene Wolle, war ebenfalls eine Sinnes-Aufgabe, die ins Motto des Tages passte.

Ein wenig Weihnachten herrschte im Haus der Schwarzen Berge auch schon. Bei Christian Reusch (Elfershausen) wachsen echte Dachmarken-Christbäume, die im Advent selbst ausgesucht und geschlagen werden können. Reusch war zum ersten Mal beim Tag der Regionen dabei und freute sich über die vielen Besucher, aber auch die Kontakte zu weiteren Direktvermarktern. Gerne erzählte er über seine Weihnachtsbäume, mit Rhön-Siegel, die er nicht in einer Monokultur heranzieht, sondern in mitten von Blühflächen und Hecken. Natürlich komme bei ihm auch kein Glyphosat zum Einsatz, es wird nach alter Väter Sitte gemäht und gemulcht. So entstehe ein Rhöner Weihnachtsbaum, wild, zäh und robust - so wie es einem echten Rhöner nachgesagt wird.