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Geroda
Die Wahlgeschichte

Der Markt Geroda hat die Wahl - Zwei Bürgermeisterkandidaten

Noch 43 Tage bis zur Kommunalwahl. Nach zwei Abstimmungen ohne Gegenkandidaten sieht sich Bürgermeister Manfred Emmert überraschend einem Herausforderer gegenüber. Der ist mal eben 30 Jahre jünger.
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Bürgermeister Manfred Emmert würde gerne seine vierte Amtszeit antreten. Fotos: Ulrike Müller
Bürgermeister Manfred Emmert würde gerne seine vierte Amtszeit antreten. Fotos: Ulrike Müller
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Er ist 26 Jahre jung und will es wissen. Überraschend hat sich Alexander Schneider für das Bürgermeisteramt aufstellen lassen. "Es musste einfach mal ein Gegenkandidat her", sagt der Geröder, denn bei den vergangenen beiden Wahlen trat Amtsinhaber Manfred Emmert jeweils als einziger Kandidat an.

"Ich bin im Amt, ich habe mich in allen Bereichen engagiert. Ich lass das jetzt einfach mal auf mich zukommen", zeigt sich der Amtsinhaber gelassen. Von seinem Haus aus blickt er von der Platzer Kuppe bis hin zum Seifertshof. Als er ein Junge war, erntete er an dieser Stelle auf dem Acker seines Großvaters Kartoffeln. "Mir ist es wichtig, meinen Heimatort mit Herzblut weiterzubringen", sagt er. Deshalb habe er 1996 als Bürgermeister kandidiert. Und 2002. Und 2008. Und heuer wieder.

Emmert ist ein Mann der Tat, der sich selbst auf den Bulldog setzt und mit anpackt. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt von 1997 bis 1999 war das erste große Projekt des gelernten Elektromechanikers, der sich zum Versicherungsfachmann weitergebildet hat. Seine Bilanz nach 18 Jahren Bürgermeister: "Alle kommunalen Gebäude sind auf einem sehr guten Stand, wir haben Wohngebiete geschaffen und die Nischen im Ortskern bebaut. Der Kirchberg ist neu gebaut und die Kläranlage auf dem neuesten technischen Stand", zählt Emmert auf.

Erste Liste für beide Ortsteile

"Ich will nicht sagen, dass es nicht gut gelaufen ist", betont Schneider. Er will aber sagen, dass ihm eine gewisse Transparenz fehlt - und die Einbindung der Bevölkerung. "Das Amt des Bürgermeisters ist keine One-Man-Show." Deshalb hat der junge Mann eine eigene Liste gegründet - die erste für beide Ortsteile. Die "Unabhängige Wählergemeinschaft Geroda/ Platz" (UWG) schickt neben Schneider fünf weitere Leute für den Gemeinderat ins Rennen. Mit einer Ausnahme sind es neue Gesichter in der Lokalpolitik.

"Nur wir alle können Geroda nach vorne bringen", setzt sich Schneider für die Annäherung der Ortsteile ein. Der Meister für Garten- und Landschaftsbau arbeitet bei Baumgart in Schondra und ist fest im Vereinsleben verwurzelt: Er engagiert sich als 1. Vorstand im Jugendblasorchester Scholz, er ist in der Feuerwehr, im Sportverein und bei der Plojugend aktiv. In seiner Freizeit baut er in liebevoller Kleinarbeit sein Elternhaus in der Boxhecke aus. Zudem sitzt er seit 2008 im Gemeinderat - aktuell noch für die Freie Wählergemeinschaft Geroda, deren Spitzenkandidaten er nun die Stirn bietet.

Manfred Emmert indes würde seine Arbeit gerne fortsetzen. "Wir haben noch einige Eisen im Feuer", sagt der Bürgermeister. Das Rathaus solle neu gestaltet und der Breitbandausbau weiter vorangetrieben werden. Zudem steht die Sanierung der Orsdurchfahrt Platz an: Gehsteige sollen ausgebaut und Leitungen verlegt werden. Und der Schuldenabbau natürlich, auf den ist Emmert besonders stolz.

Verschuldung runtergefahren

"Wir haben Kompromisse gemacht ohne Ende", sagt Emmert über den Kampf gegen die Schulden. Im Jahr 2002 erreichte der Markt mit mehr als einer Million Euro den Höchstand. Das entsprach einer Pro-Kopf-Verschuldung von kanpp 1000 Euro. Heute sind es nur noch rund 280.000 Euro (313 Euro pro Kopf). "Wir sind faktisch schuldenfrei", freut sich der ehrenamtliche Bürgermeister. Der Markt habe inzwischen 1,4 Millionen Euro angespart.

"Wir müssen wieder junge Familien nach Geroda bringen", setzt Schneider entgegen. Das dürfe auch Geld kosten. Er denke darüber nach, Baugebiete auszuweisen. Denn Schneider weiß, was er an seiner Heimat hat, und will bleiben. "Man ist schnell in alle Richtungen unterwegs und lebt gleichzeitig in ländlicher Idylle", will er Überzeugungsarbeit leisten. Anfang März werde er sich in beiden Ortsteilen vorstellen, kündigt Schneider an.

Auch Emmert will bleiben, und zwar im Amt. "Vor Weihnachten 2012 habe ich ein großes Fragezeichen gesetzt", erinnert er sich. Damals erkrankte seine Frau Cornelia schwer. "Das ist seins", unterstützt sie ihren Mann. "Er passt dazu."

Kommunalwahl 2008:

Kandidaten Wie auch schon bei der Kommunalwahl im Jahr 2002 trat Amtsinhaber Manfred Emmert als einziger Kandidat an. Er wurde von der Freien Wählergemeinschaft Geroda nominiert.

Ergebnis Emmert holte 334 von 416 gültigen Stimmen, das macht rund 80 Prozent Zustimmung im Markt. Für die Freie Wählergemeinschaft Geroda wurden fünf Kandidaten und für die Parteilose Wählergemeinschaft Platz drei Kandidaten in den Gemeinderat gewählt.

Wahlbeteiligung Die Wahlbeteiligung fiel mit 66 Prozent am geringsten im Altlandkreis Bad Brückenau aus.




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