Bad Brückenau
Reservisten

Der Fokus liegt auf Verbundenheit

Hart im Nehmen zeigten sich die Teilnehmer auf dem beim Marsch der Verbundenheit. Heftiger Regen gab es auf der Etappe von Wildflecken nach Brückenau.
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Riedenbergs Bürgermeister Roland Römmelt unterschreibt auf dem gelben Band. Die zwei Meter lange Banderole wird später symbolisch einer Einheit übergeben, die in den Auslandseinsatz geht. Interessierte Beobachter sind die Reservisten Johann Schmidt (links) und Karl Veit (rechts).Foto: Rolf Pralle
Riedenbergs Bürgermeister Roland Römmelt unterschreibt auf dem gelben Band. Die zwei Meter lange Banderole wird später symbolisch einer Einheit übergeben, die in den Auslandseinsatz geht. Interessierte Beobachter sind die Reservisten Johann Schmidt (links) und Karl Veit (rechts).Foto: Rolf Pralle
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Die Veranstaltung des Reservistenverbandes gibt es in der jetzigen Form seit 2010. Sie findet momentan in der achten Auflage statt und soll ein Zeichen der Solidarität mit den Soldatinnen und Soldaten im In- und Ausland sein, die sich täglich für unsere Sicherheit engagieren. Und noch einen weiteren Aspekt führen die Verantwortlichen ins Feld. Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht sei der Bezug zwischen Gesellschaft und Bundeswehr zunehmend verwischt worden. Dieses Band will man durch derartige Aktionen wieder stärken.

Der Marsch durch die Rhön war einer von insgesamt acht Teilabschnitten auf der rund 130 Kilometer langen Strecke von Aschaffenburg nach Hammelburg. Zu früher Stunde traf sich die Gruppe mit Adolf Kreuzpaintner zum Besuch des Polenfriedhofs. Der ausgewiesene Fachmann für militärhistorische Dinge hatte interessante Daten und Fakten zur Geschichte und zur aktuellen Situation dieser Kriegsgräberstätte für die Zuhörer parat.


Enge und lange Verbundenheit zwischen Kommune und Militär

Vor dem Wildfleckener Rathaus war derweil schon ein provisorischer Unterstand aufgebaut worden, um die Marschierer wenigstens kurzzeitig vor den Unbilden des Wetters zu schützen. Bürgermeister Gerd Kleinhenz nahm im Beisein der Bundestagsabgeordneten Sabine Dittmar (SPD) gern die Gelegenheit war, um kurz über seine Marktgemeinde zu referieren. Besonders hob er dabei die enge und lange Verbundenheit zwischen der Kommune und dem Militär hervor. Nicht nur die Bundeswehr und die Amerikaner hätten lange Zeit ihren Standort in der Markgemeinde gehabt, sondern bedingt durch den Truppenübungsplatz und aktuell das Gefechtssimulationszentrum seien regelmäßig Soldaten aus aller Herren Länder in der Rhön zu Gast.

Und dann ging es in einem eng getakteten Zeitplan auf Schusters Rappen weiter. Im Informationszentrum "Haus der Schwarzen Berge" in Oberbach erfuhr die Gruppe, der sich auch einige Zivilisten und Repräsentanten des öffentlichen Lebens sowie sogar ein Hund mit seinem Herrchen angeschlossen hatten, allerlei Wissenswertes über das Biosphärenreservat Rhön.

Nach einigen weiteren Kilometern Fußmarsch kam da eine Stärkung gerade recht. Dafür hatte Riedenbergs Bürgermeister Roland Römmelt gesorgt. Auch seine Gemeinde am Rande des Truppenübungsplatzes, so erläuterte er den Marschteilnehmern aus mehreren Bundesländern, sei seit jeher vom Militär geprägt. Leider spüre man auf wirtschaftlicher Ebene noch heute den Abzug der amerikanischen Streitkräfte: "Es ist viel Kaufkraft verloren gegangen".

Das Wetter draußen war indes nicht besser geworden. So entschieden sich Karl Veit von der Reservistenkameradschaft Bad Brückenau sowie die anderen verantwortlichen Organisatoren kurzfristig zu einer Planänderung. Die Strecke von Riedenberg bis zum Etappenziel in der Zweibäderstadt wurde mit Fahrzeugen zurückgelegt. Um aber auch hier die beabsichtigte Präsenz in der Öffentlichkeit zu zeigen, lief die rund 40-köpfige Abordnung durch die Ludwigstraße bis zum Kriegerdenkmal, wo im Beisein von Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks symbolisch eine Blumenschale im Gedenken an alle gefallenen Kameraden niedergelegt wurde.

Der Ausklang des sechsten Teilstücks beim Marsch der Verbundenheit fand bei Kaffee und Kuchen in der Georgi-Kurhalle statt. In den Mittelpunkt einer kurzen Ansprache stellte Meyerdierks dabei das Thema Verbundenheit. Dieser Begriff sei bei näherer Betrachtung durchaus nicht antiquiert, sondern werde durch Veranstaltungen wie diese immer wieder mit Leben erfüllt. Großes Lob zollte sie der örtlichen Reservistenkameradschaft, die mit ihrem vielfältigen Engagement schon seit vielen Jahren ein Eckpfeiler des Zusammenlebens in ihrer Stadt sei.

"Ich bin das erste Mal zu Fuß von Wildflecken in unsere Patengemeinde Bad Brückenau gelaufen", resümierte der Leiter des Gefechtssimulationszentrums Heer, Oberst Jürgen Steinberger. Sein Dank galt allen Organisatoren, wobei er namentlich besonders die beiden stellvertretenden Landesvorsitzenden des Reservistenverbandes, Oberstleutnant d. R. Johann Schmidt und Hauptfeldwebel d. R. Manfred Stange, nannte: "Das war ganz große Klasse". Auch mit der aktuellen Etappe habe man wieder viel erreicht und gezielt auf die deutschen Soldaten und ihre vielfältigen Aufgaben im In- und Ausland aufmerksam gemacht.

Ihre gute Kondition stellten beim Marsch der Verbundenheit übrigens auch der Bad Brückenauer Polizeichef Herbert Markert und Stadträtin Heike Kötzner unter Beweis. Beide waren vom Start in Wildflecken bis zum Zielort mit Elan bei der Sache.
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