Geroda
Kirche

Der Abschied fällt allen schwer

Ein letztes Mal stand Pfarrer Carsten Friedel in Geroda und sagte seiner Kirchengemeinde Danke für die vergangenen elf Jahre. Nun ist neben Wildflecken in Geroda die zweite Stelle vakant.
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Die Formale Entpflichtung und Verabschiedung von Pfarrer Carsten Friedel  (links) mit Frau Nicole und den Kindern Clemens und Lisa-Marie nahm Dekan Till Roth (rechts) vor. Foto: Marion Eckert
Die Formale Entpflichtung und Verabschiedung von Pfarrer Carsten Friedel (links) mit Frau Nicole und den Kindern Clemens und Lisa-Marie nahm Dekan Till Roth (rechts) vor. Foto: Marion Eckert
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Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine aus Geroda und Platz, das Jugendblasorchester Scholz, Mitglieder der Kirchenverwaltung, befreundete Geistliche und Familienangehörige begleiteten Pfarrer Carsten Friedel in die prächtig geschmückte evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Martin in Georda. Es galt für die Gläubigen und die Gemeinde Abschied zu nehmen von dem beliebten Geistlichen und seiner Familie, er wird eine neue Pfarrstelle in seiner oberfränkischen Heimat antreten. Elf Jahre und drei Monate war Carsten Friedel Pfarrer in Geroda und Platz.

Fred Hilsdorf, Vertrauensmann der Kirchengemeinde, übernahm die Begrüßung der vielen Ehrengäste zu denen natürlich auch Dekan Till Roth des Dekanates Lohr zählte, zu dessen Bezirk die Pfarrei Geroda gehört. Von Katholischer Seite nahm Dekan Armin Haas (Dekanat Hammelburg) am Abschiedsgottesdienst teil ebenso wie Bürgermeister Alexander Schneider und zahlreiche Gemeinderäte. Zu Beginn des Gottesdienstes bat Pfarrer Friedel die Gemeinde und Gott um Vergebung für alles was ihm nicht gelungen sei, wo nicht er den richtigen Ton traf oder nicht das richtige Wort fand, wo er Menschen enttäuschte und gar verletzte und für alles was er nicht habe umsetzen können. Zur Predigt stieg er ein letztes Mal auf die Kanzel der Pfarrkirche St. Martin. Den Dank für elf wunderbare Jahre in einer lebendigen Gemeinde stellte er in den Mittelpunkt.

Anhand der Buchstaben des Wortes "Danke" fächerte er seine Gedanken auch. Zunächst das "D", das für das Du zu Gott stehe, ihm galt der Dank, dass er Pfarrer Friedel und seine Familie nach Geroda führte. Bewusst habe er sich mit seiner Frau Nicole für diese Pfarrei entschieden, obwohl damals noch sechs weitere Pfarrstellen zur Auswahl standen. "Ich habe viel Rückenwind und Ermutigung gespürt", dankte er auch der Pfarrgemeinde für das Miteinander und bekannte: "Der Abschied fällt schwer." Und damit war er bei "A" und seinem Dank an die vielen "Anderen", die ihm, seiner Frau und den zwei Kindern Bestärkung und Wohlwollen entgegen brachten. In Geroda habe er viel dazu gelernt, habe Vertrauen erfahren und könne auf viele schöne menschliche Begegnungen zurückblicken. Der Buchstabe "N" steht für ihn für Nahrung für Leib und Seele, die er erfahren habe und die ihm "Kraft" geben für Zeiten in denen nicht alles rosig läuft, denn auch solche Zeiten gehören zum Leben dazu. Schließlich blieb der Buchstabe "E", den er nicht mit "Ende" betitelte sondern mit "Einsatz und Engagement", das er in der Gemeinde erlebte und für das nun allen ausdrücklich dankte.

Die formale Verabschiedung und dienstliche Entpflichtung nahm Dekan Roth vor, der seinerseits Gott und Pfarrer Friedel für dessen Dienst und Einsatz seiner Gaben, seine Liebe und Treue für die Gemeinde dankte. Am 1. Mai 2008 habe er die Stelle angetreten, seine erste dauerhafte Stelle als Pfarrer in einer Gemeinde nach seiner Ausbildungszeit. Nun falle der Abschied sicherlich beiden Seiten schwer, da der Dienst all die Jahre mit viel Liebe und Hingabe geleistet wurde. Die Gemeinde sei damals froh gewesen, einen so jungen Pfarrer und seine Frau zu bekommen. Eine Dreiviertelstelle habe Pfarrer Friedel in der Pfarrei Geroda mit Platz gehabt und eine Viertelstelle als Seelsorger in den vier Altenheimen in Bad Brückenau. Auch diese Aufgabe habe er gewissenhaft, geduldig und mit Liebe erfüllt, sich immer Zeit genommen für Besuche in den Heimen, im Krankenhaus und zu Hause. "Die Senioren haben deinen Dienst sehr geschätzt", gab Roth Pfarrer Friedel mit auf den Weg. Ihm sei es gelungen alle Altersgruppen ernst zu nehmen und passende Angebote auf die Beine zu stellen. So habe er auch einen Draht zur Jugend aufbauen können. Im Dekanat Lohr war Pfarrer Friedel Ökumenebeauftragter und habe sich in dieser Funktion für eine gute Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche eingesetzt.

Nun geht Pfarrer Friedel mit seiner Frau Nicole und den beiden Kindern Clemens und Lisa-Marie, die während seiner Dienstzeit in Geroda geboren wurden, zurück in seine Oberfränkische Heimat in die Pfarrei Arzberg im Fichtelgebirge. Dank sprach Dekan Roth auch Nicole Friedel aus, die ihrem Mann zur Seite stand und sich selbst auch in der Pfarrgemeinde einbrachte.

Den Gläubigen in Geroda sicherte Dekan Roth zu, dass die Pfarrei gut durch die Vakanz kommen werde, die personellen Vertretungen seien gesichert und auf mehrere Schultern verteilt. Zudem seien Geroda und Platz funktionierende Ortsgemeinden. Wie lange die Vakanz dauern werde, könne im Moment nicht gesagt werden, derzeit seien im Norden des Dekanates Lohr Vakanzen in Wildflecken und nun in Geroda gegeben. Im Anschluss an die Liturgie fand sich Gelegenheit zu Grußworten, um Pfarrer Friedel und seiner Familie die besten Wünsche mit auf den weiteren Lebensweg zu geben. Im Bürgerhaus hatten die Gemeindemitglieder die Möglichkeit sich ganz persönlich zu verabschieden.

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