Bad Brückenau
Natur

Dem Haselhuhn ein Rhöner Heim bereiten

Mittlerweile gilt das Haselhuhn in der Rhön als ausgestorben. Nun ist ein Projekt zur Wiederansiedlung in hiesigen Gefilden geplant , das in den nächsten Jahren anlaufen soll.
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Das Haselhuhn soll mit Hilfe eines Auswilderungsprojektes in der Rhön wieder seine alte Heimat besiedeln. Foto: Simone Hepp
Das Haselhuhn soll mit Hilfe eines Auswilderungsprojektes in der Rhön wieder seine alte Heimat besiedeln. Foto: Simone Hepp

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe des Bund Naturschutz referierte der Revierförster Joachim Urban über das Haselhuhn. Der seltene Vogel soll wieder in der Rhön heimisch werden. Das äußerst scheue Haselhuhn zählt zusammen mit den Rebhühnern und den Auerhühnern zur Unterfamilie der Raufußhühner.

Typischer Vogel für Rhöner Wälder

Der Referent erklärte, dass das Haselhuhn sehr hohe Ansprüche an seinen Lebensraum stellt, was dazu führte, dass es mittlerweile in den meisten ursprünglichen Verbreitungsgebieten vom Aussterben bedroht oder schon ausgestorben ist. In unserer Region war es früher ein typischer Vogel für die Wälder der Rhön. Mittlerweile gilt es auch hier als ausgestorben, denn die abwechslungsreichen Laubwälder der Rhön wurden Mitte des letzten Jahrhunderts mit Fichten aufgeforstet, die dem Haselhuhn keinerlei Nahrung bieten. Es ernährt sich überwiegend von Laubbäumen.

"Im Winter frisst es Knospen und Kätzchen, während des Frühjahrs und Sommers dann überwiegend Blüten, Samen und grüne Pflanzenteile und im Spätsommer und Herbst hauptsächlich Beeren. Einzig zur Fütterung der Jungen sucht das Haselhuhn nach Insekten und Spinnen", so Joachim Urban. Im Zuge des Klimawandels werden die Wälder nun auch in der Rhön umstrukturiert, die Fichten nach und nach entnommen und im Laufe einer zum Teil natürlichen Sukzession durch Laubbäume ersetzt. Obwohl die Bedingungen für das Haselhuhn in der Rhön laut Urban wieder günstiger sind, ist es doch so gut wie ausgeschlossen, dass es sich seinen ursprünglich Lebensraum von alleine zurückerobert. "Das Haselhuhn ist ein ausgesprochener Standvogel. Das bedeutet, dass er sehr reviertreu ist und eine natürliche Wiederansiedlung in der Rhön aufgrund der verinselten Restvorkommen in Deutschland nicht zu erwarten ist. Die Jungvögel verbreiten sich nur wenige Kilometer vom Revier der Eltern weg", so der Förster.

Auswilderungsvoliere so helfen

Aus diesem Grund ist ein Projekt zur Wiederansiedlung für die Rhön geplant, das in den nächsten Jahren anlaufen soll. Joachim Urban möchte dies mit Hilfe einer Auswilderungsvoliere erreichen. In den nächsten Wochen sollen sich die Partner für dieses Projekt zusammenschließen und das weitere Vorgehen planen. Nach dem Revierförster berichtete die Gebietsbetreuerin des Bund Naturschutz für die Schwarzen Berge, Simone Hepp, den von anderen Auswilderungsversuchen des Haselhuhns in Deutschland und von den Herausforderungen einer solchen Unternehmung. So hat man zum Beispiel aus früheren Auswilderungsprojekten gelernt, dass die Hühnervögel sehr darauf angewiesen sind, saisonal wechselnde Nahrung zu bekommen. Und es ist wichtig, sie nicht mit Körnern zu füttern, da sich die Verdauung der Vögel darauf einstellt und sie in der freien Wildnis verhungern würden. In der Diskussionsrunde wies zudem Helmut Fischer vom Jägerverein Bad Kissingen darauf hin, dass der Parasitendruck in Volieren recht hoch sein kann. Aus diesem Grund wäre es günstig, die Voliere mit Sand auszustreuen, auch wenn ein Naturboden für die Auswilderung geeigneter wäre.

Die Anwesenden waren sich überwiegend einig, dass es schwierig, aber auch lohnend und unterstützenswert sei, diesen seltenen Vogel wieder in der Region heimisch werden zu lassen.

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