Bischofsheim
Kirche

Das das neue Kreuz auf dem Kreuzberg steht seit Samstag

Der Kreuzberg hat sein Wahrzeichen wieder: Die Helfer um Horst Kümmel transportierten am Wochenende den 30-Meter Stamm ohne größere Probleme auf das Gipfelplateau. Sie montierten das Kreuz und stellten es auf.
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Der gesamte Konvent der Franziskaner vom Kloster Kreuzberg begutachtete das neue Kreuz: (von links) die Brüder Oswald, Gero, Stanislaus, Eberhard und Wolfgang.  Foto: Thomas Pfeuffer
Der gesamte Konvent der Franziskaner vom Kloster Kreuzberg begutachtete das neue Kreuz: (von links) die Brüder Oswald, Gero, Stanislaus, Eberhard und Wolfgang. Foto: Thomas Pfeuffer
"Stat crux", das Kreuz steht. Dieser Wahlspruch, den Kardinal Faulhaber einst ans Ende seines berühmten Gästebucheintrags "Den Kreuzberg herauf kam ein endloser Zug, die einen zur Kirche, die anderen zum Krug" gesetzt hatte, stimmt seit Samstagnachmittag wieder. Zumindest, was den Gipfel des heiligen Berges der Franken betrifft.

Es war genau um 13.05 Uhr, als der Oberbacher Schmied Horst Kimmel und seine Freunde mithilfe eines 90-Tonnen-Autokrans das neue Gipfelkreuz aufgerichtet hatten. Da war Erleichterung groß, die Stimmung bestens. Schließlich war es viel Arbeit gewesen, bis der Kreuzberg jetzt eines seiner Wahrzeichen wieder erhielt.

Hatte der Freundeskreis um Horst Kimmel vom Fällen und Schälen des Baumes bis hin zur Montage des Blendkreuzes zahllose Stunden an diesem Werk gearbeitet. Schon der Transport am Freitagnachmittag wurde zum Spektakel. Begleitet von Polizei, Feuerwehr, Helfern der Bergwacht und natürlich Pater Stanislaus hatte sich ein langer Konvoi mit einem 150-PS-Traktor, der den knapp 30 Meter langen Kreuzesstamm zog, von Kimmels Werkhof in Oberwildflecken auf den Weg zum Kreuzbergplateau gemacht. Neben einigen anderen Begleitfahrzeugen war auch ein Gabelstapler dabei, der den Stamm um die enge Kurve am Kreuzbergsattel heben musste.
Zahlreiche Schaulustige und Fotografen säumten den Weg, Gäste des Klosters kamen hinzu, und manch einer mutmaßte gar, dass hier mit großem Aufwand ein Maibaum aufgestellt werden sollte.

Schon 1997 Kreuz aufgestellt

Der Transport verlief problemlos und ohne Zwischenfall. "Wir haben doch Routine", schmunzelte Horst Kimmel mit einem Verweis darauf, dass er schon beim Aufstellen des Vorgängerkreuzes 1997 maßgeblich beteiligt war. Knapp zwei Stunden nach der Abfahrt war der Stamm an Ort und Stelle und konnte abgeladen werden. Am Samstagmorgen gegen acht Uhr begannen dann die Montagearbeiten. Glücklicherweise war es nicht kalt, es regnete nicht und vor allem der Wind blies nur verhalten. Es gab viel zu tun. Das Kreuz war zwar in Kimmels Werkhof schon vormontiert, für den Transport aber wieder zerlegt worden. So mussten nun die Querbalken, die wegen der besseren Haltbarkeit diesmal aus Stahlrohr sind, angebracht werden, dann das Blendkreuz, das neben seiner statischen Funktion auch die Aufgabe hat, die Befestigung dieser Querbalken abzudecken. Vorsichtig und mit weißen Handschuhen montierten die Helfer das von Egon, Jochen und Jonas Fries aus Unterweißenbrunn vergoldete Kunstwerk.

Pater Stanislaus war mit seinen vier Mitbrüdern vom Kreuzberger Konvent gekommen, die sich um das neue Kreuz versammelten und sich einmal einen Eindruck verschafften."Ich bin froh, dass das Kreuz auf dem Kreuzberggipfel zurück ist", stellte Pater Stanislaus ganz begeistert von dem Werk der Oberbacher und Oberwildfleckener Helfer fest. Denn, so der Franziskaner, "das eigentliche Wahrzeichen des Kreuzbergs ist das Gipfelkreuz".

Segnung am 3. Mai

Er hofft nun, wenn das Kreuz am 3. Mai feierlich gesegnet wird, dass mindestens 2500 Gläubige auf den heiligen Berg der Franken kommen, wie bei der letzten Segnung.

Gerade, als Hermann Zeitz mit dem Anbringen des Blitzableiters die Arbeiten abschlossen hatte, traf pünktlich auch der Autokran auf dem Bergplateau ein. Die Spannung wuchs, während die schweren Tragegurte am Kreuz angebracht wurden. Dann war es soweit. Langsam, vorsichtig und mit viel Fingerspitzengefühl hob der Kranführer das Kreuz an. Wenige Minuten und ein paar kleineren Nachhilfen mit einem großen Brecheisen später, steckte das Kreuz in der Halterung. Horst Kimmel war sichtlich erleichtert, während einige der Helfer, ebenfalls sichtlich gut gelaunt, begannen, das Kreuz zu befestigen. Schließlich war dann noch die Drehleiter der Feuerwehr Wildflecken gefordert. Nicht nur, damit Pater Stanislaus einige schöne Fotos von oben schießen konnte, sondern um die Tragegurte abzunehmen und die metallene Spitze anzubringen.

Zum Abschluss versammelten sich dann alle Helfer und einige Gäste - unter ihnen auch Landrat Thomas Habermann - am Kreuz, um eine alte Tradition zu pflegen, wenn ein Bauwerk abgeschlossen ist: Unter Leitung des Paters erklang aus vielen Männerkehlen ein kräftiges "Großer Gott, wir loben Dich".
                                                                                                                                      Thomas Pfeuffer

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