Staatsbad Brückenau
Diskussion

Bürgerversammlung für das Staatsbad Bad Brückenau und Wernarz

Themen waren die marode Brücke über die Sinn, die Zufahrt zum Sinnauenweg, der Friedhof und der Kindergarten. Aber für die größte Überraschung sorgte die Bürgermeisterin.
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Die "inoffizielle" Anbindung des Radweges in Wernarz an  das Sinntal und zur Biberplattform auf Höhe des Anwesens Klug. Thomas Dill
Die "inoffizielle" Anbindung des Radweges in Wernarz an das Sinntal und zur Biberplattform auf Höhe des Anwesens Klug. Thomas Dill
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Eine absolut sensationelle Nachricht hatte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks im Gepäck, als sie von ihrer Dienstreise nach München direkt in die Bürgerversammlung für das Staatsbad und Wernarz kam: Bad Brückenau hat mit seinem Georgisprudel Bayerns einzige Quelle mit Arzneimittelcharakter, ist damit zur ambulanten Trinkkur zugelassen und als Heilwasser eingestuft.

Die Bürgermeisterin zeigte sich erfreut über das große Interesse an der Bürgerversammlung im Badhotel. Neben der üblichen Vorstellung der baulichen, kulturellen und finanziellen Tätigkeiten der Stadt allgemein, wie bereits aus den bisherigen Bürgerversammlungen zu entnehmen, ging die sie gezielt auf die Wernarzer Brennpunkte ein.

Eine "never ending story" sei die marode Brücke über die Sinn, die derzeit große Löcher aufweist. Nach Auskunft der zuständigen Fachbehörde werde die Brücke für den landwirtschaftlichen Verkehr nicht mehr benötigt, entsprechende Förderquellen stünden also nicht zur Verfügung, was einen Sturm der Entrüstung unter den anwesenden Traktorbesitzern auslöste. Es soll nun versucht werden, im Rahmen des Radwegnetzausbaus Gelder für die Brücke zu bekommen.

In der Diskussion wurde der Bürgermeisterin ein weiteres Problem aufgezeigt, das sie prüfen lassen will: Im Bereich der Radwegüberführung über die Hohl, die Zufahrt also zum Sinnauenweg, zur Biberplattform und zum Dreistelz, hat sich mittlerweile ein gut begangener Trampelpfad vom Radweg zur Hohl über eine angrenzende Wiese gebildet. Das Problem ist nur, dass diese Wiese in Privatbesitz ist. Die Besitzerfamilie sieht Haftungsprobleme.

Aktuell müssen Radfahrer und Fußgänger offiziell beim Anwesen Dill den Radweg verlassen und durch die Ortsmitte zur Hohl gelangen. Die Frage nach der Anbringung von Hundestationen am Radweg in den Ortsteilen lehnt die Bürgermeisterin ab, die Leerung und Betreuung sei personell nicht handhabbar.

Personalprobleme seien auch die Ursache für den Zustand der städtischen Friedhöfe, so auch in Wernarz. Hier wurde das unvollständige und ungepflegte Sicherungsgeländer zum Friedhofseingang angesprochen.

Der Kindergarten Wernarz läuft mittlerweile wieder geregelt, nachdem das Personal wegen krankheitsbedingter Ausfälle lange Zeit nur mit größtem Engagement über die Runden kommen konnte. Der Kindergarten ist deshalb auch aktuell der Einzige, bei dem noch vereinzelt Plätze frei sind. Aktuell ist er mit 20 Kindern belegt. Um die Attraktivität der kleinen Einrichtung zu steigern, sei geplant, den Kindergarten mit einem gesicherten Zugang direkt an den neuen Radweg anzubinden.

Um den Hochwasserschutz bei lokalen Starkregen zu verbessern, wird der Laubertsgraben im Bereich des Staatsbades ausgebaggert. In diesem Zug hat die Stadtverwaltung bereits alle Anlieger angeschrieben, ihre Anpflanzungen direkt am Gewässer klein zu halten, um An- und Abschwemmungen und Stauungen in Zukunft besser zu vermeiden.

Ein großer Aufreger ist die Tatsache, dass aktuell der Radweg im Bereich Rupboden gesperrt ist, um ihn zu ertüchtigen und mit Ausweichstellen zu versehen, denn es scheint geplant zu sein, dass im Rahmen der Vollsperrung der Strecke der Linien- und Schulbusverkehr über den Radweg geleitet werden soll. Für die Anwohner von Wernarz bedeutet die Vollsperrung momentan dagegen eine angenehme Verkehrsberuhigung. Deshalb wurde auch das Aufstellen einer Geschwindigkeits-Messanlage im Ortsbereich erst einmal verschoben.

In der Bürgerversammlung wurde auch die mangelnden Pflege an der Dorflinde und die immer noch fehlende Ruhebank kritisiert. Brigitte Meyerdierks versprach, dass die Bank jetzt aufgestellt wird. Bezüglich der Pflege des Umfeldes - hier schloss sie auch die Pflege des nahen Parkplatzes und des Friedhofs mit ein - brachte sie einmal mehr das Angebot der Stadt ins Spiel, ehrenamtliche Säuberungstätigkeiten Einzelner mit einer Ehrenamtspauschale, also einem Stundenentgelt zu honorieren, und appellierte erneut an die Bürger, sich hier ehrenamtlich einzubringen, "es muss ja nicht umsonst sein". So könne auch die pflegerische Arbeit des heimischen Obst- und Gartenbauvereins entsprechend honoriert werden. Wichtig sei aber auch, dass die Bürger Abfälle und die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner dort nicht liegen lassen.

Eine Zahl zum Schluss: Auch wenn in Wernarz den vier Sterbefällen nur eine Geburt gegenüber steht, ist die Einwohnerzahl um fast zehn Prozent gestiegen: 174 Bürger sind mit Hauptwohnsitz gemeldet.

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