Bad Brückenau
Wirtschaft

Buchrasen: Neue Betriebe siedeln sich an

Während der Oberleichtersbacher Teil des Gewerbegebiets erweitert wird, tut sich die Stadt Bad Brückenau schwer, ihre Flächen zu verkaufen. Doch allmählich kommt etwas Bewegung in die Vermarktung des Buchrasens.
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Der Bad Brückenauer Teil des Gewerbegebiets Buchrasen aus der Luft: Noch stehen nicht viele Gebäude. Demnächst sollen sich aber hier Betriebe ansiedeln. Foto: Steffen Hildenbrand
Der Bad Brückenauer Teil des Gewerbegebiets Buchrasen aus der Luft: Noch stehen nicht viele Gebäude. Demnächst sollen sich aber hier Betriebe ansiedeln. Foto: Steffen Hildenbrand
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Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) ist guter Dinge. Endlich kann sie auch einmal etwas Positives über das Gewerbegebiet Buchrasen verkünden. Bad Brückenau und die Nachbargemeinde Oberleichtersbach teilen sich das Areal - wenn man so will. Aber eigentlich floriert die Wirtschaft vor allem auf der Oberleichtersbacher Seite, wohingegen sich die Stadt ziemlich schwer damit tut, ihre Flächen zu verkaufen.

Das könnte daran liegen, dass das Stück Land von der ehemaligen B 27 aus schlecht einsehbar ist. Lediglich eine Werbetafel weist darauf hin, dass hinter den Bäumen Gewerberaum zur Verfügung steht. Nun hat die Stadt schon vor einiger Zeit die zum Verkauf stehenden Areale roden lassen. "Wir haben gemerkt, dass wir die Flächen nicht so einfach verkaufen können, wenn noch Wald drauf steht", begründet Meyerdierks.

Dass für Holz momentan nicht viel Geld zu bekommen ist, habe man hingenommen, macht die Bürgermeisterin deutlich. Die Rechnung scheint aufzugehen: Nur noch zwei Bereiche - jeweils knapp 1,2 Hektar groß - sind laut Auskunft des Rathauses noch zu haben. Neun Flächen würden bald bebaut werden, und zwar allesamt von Unternehmern aus dem Altlandkreis, sagt Meyerdierks. "Ich bin ganz glücklich, dass das so gelaufen ist", sagt sie.

Viele Lkw satteln im Gewerbegebiet um

Mitte März lud die Stadt die Gewerbetreibenden vom Buchrasen zu einem Treffen in die Georgi-Halle ein. Das Hauptthema: Häufig satteln Lkw in der abgelegenen Straße um. Das stört die Firmen, die schon da sind. Beschwerden verhallten bisher. Ein absolutes Halteverbot für Lkw - und zwar tagsüber und nachts - soll das Problem lösen. Die Schilder sollen bereits aufgestellt worden sein, sagt Michael Worschech von der Stadtverwaltung.

Zudem regte die Bürgermeisterin an, eine gemeinsame Beschilderung der Betriebe umzusetzen. Auch ein Straßenfest im Sinne eines Tages der offenen Tür wäre ein Idee. Nachdem die neuen Firmen ihre Flächen bebaut haben, möchte sie auch das Straßenbild insgesamt ansprechender gestalten. Die Bürgermeisterin rechnet mit einem Anstieg der Einnahmen aus der Gewerbesteuer für die Stadt. Sie sagt aber auch: "Gewerbesteuer ist das eine, Arbeitsplätze sind das andere." Sicher könne man neidisch nach Oberleichtersbach schauen, die Arbeitsplätze dort kämen aber der gesamten Region zu Gute.

Enders kündigt Hallenbau an

Auch auf dem Gelände der Firma Enders Produktion GmbH tut sich etwas. Das Unternehmen ist in der Region durch den Steinbruch auf der Oberleichtersbacher Seite des Gewerbegebiets bekannt. Schon lange warten die Bad Brückenauer, was Geschäftsführer Marc Enders mit dem Grundstück vorhat. Mehrmals wurden Baupläne im Stadtrat behandelt.

Ende Oktober erteilte das Landratsamt schließlich die Baugenehmigung "zur Errichtung von Geländeauffüllungen und Lagerhallen für Schüttgut mit PV-Anlage und eines Verwaltungsgebäudes sowie Außenanlagen". Losgehen soll es mit dem Bau der Hallen schon bald. Anfang Mai habe das Unternehmen die Prüfung der Statik zurückbekommen. "Wir bereiten jetzt die Bauanzeige vor. In den nächsten Wochen werden wir beginnen, die Fundamente zu erstellen", teilt Enders mit.

Damit ist klar: Um einen Produktionsbetrieb, von dem ursprünglich die Rede war, geht es nun nicht mehr. Im Jahr 2015, als der Bauantrag erstmals im Stadtrat behandelt wurde, hatten sich die Räte Hoffnungen auf einen solchen gemacht. In den Jahren 2016 und 2017 wurde bereits das Gelände aufgefüllt und eine Natursteinstützmauer errichtet. Deren Höhe erschrickt manche Spaziergänger durchaus. Pressesprecherin Melanie Hofmann teilt mit, dass diese durch das Landratsamt genehmigt ist.

2,66 Millionen Euro Gewerbesteuer erhielt Bad Brückenau im Jahr 2018. Zum Vergleich: Oberleichtersbach verbuchte rund 4,715 Millionen Euro aus Gewerbesteuereinnahmen.

12 Hektar ist der Bad Brückenauer Teil des Gewerbegebiets groß. Der Oberleichtersbacher Teil wird nach der Erweiterung dagegen 44,3 Hektar aufweisen.

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