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Bad Brückenau
Sanierung

Brückenauer Stadträte sind verärgert

Es ist eine Holperpiste und sie steht schon lange auf der Liste dringender Bauprojekte in Bad Brückenau. Doch bei der Sanierung der Kissinger Straße hakt es. Bei Stadträten und Bürgern macht sich Unmut breit.
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Die Kissinger Straße ist eine einzige Holperpiste. Foto: Ulrike Müller
Die Kissinger Straße ist eine einzige Holperpiste. Foto: Ulrike Müller
Der Unmut stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Einerseits waren die Stadträte ja froh, dass der Ausbau der Kissinger Straße endlich zur Entscheidung stand. Auf der anderen Seite konnten sie ihre Ungeduld kaum bremsen, denn vor fast genau einem Jahr hatte Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt die Planung schon mal vorgestellt. Getan hat sich bis jetzt... nichts.

"Im März war unsere Planung fertig, dann wurden die Träger öffentlicher Belange gehört. Die letzte Änderung wurde erst im Dezember eingearbeitet", versucht Wacker eine Erklärung. Doch das überzeugt die Räte nicht wirklich. "Wenn wir das ganz große Glück haben, dann ist Bad Brückenau bald dicht!", sagte Karlheinz Schmitt (CSU) in Anspielung darauf, dass heuer die Sanierung der B 27 in Unterleichtersbach ansteht. Auch die Sanierung des Hammelburger Berges komme. "Organisiert das Bauamt dann einen Huschrauber-Service?", fragte Schmitt.

Wacker konnte nicht ausschließen, "dass die ein oder andere Baustelle parallel" laufe, zumal auch im Bereich Obersinn gebaut werde. Um die Frage, wann es denn mit den Arbeiten losginge, wand er sich mehrere Male herum. Bei einer Anlieger-Versammlung am 19. Februar in der Georgi-Halle sollen die Anlieger ihre Zustimmung zur Sanierung bekunden. Wenn alles klappt, so Wacker, könnten ein halbes Jahr später die Bagger rollen.

Diskussion um Überweg

"Das ist ja wohl ein Witz!", war aus dem Publikum zu hören. "Unglaublich!" Birgit Poeck-Kleinhenz (PWG) brachte den Ärger auf den Punkt: "Wenn ein Anlieger nicht unterschreibt, dann verschiebt sich die Sanierung auf den Sankt Nimmerleinstag!" Der Baustart sei schon für August 2013 angekündigt worden. "Das ist eine Zumutung für uns!", empörte sie sich.

Für lange Diskussionen sorgte die Kreuzung am Autohaus Löhmer. "Ein Fußgängerüberweg zur Bushaltestelle fehlt mir", brachte Thomas Eigenbrod (CSU) ein. Der Haltepunkt sei behindertengerecht geplant, dann sollten geh- und sehbehinderte Menschen auch sicher dorthin gelangen können . Franz Walter (Freie Bürger) unterstützte als Beauftragter für die Senioren das Anliegen, auch Jürgen Pfister sprach (PWG) sich für mehr Sicherheit aus.

"Fußgängerüberwege sind eine heikle Sache", sagte Wacker. "Polizei und Verkehrssicherheit raten davon ab." Eine Ampel eigens für Fußgänger wäre besser. Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) warf ein, dass die Verkehrsinsel ja schon eine gewissen Überquerungshilfe biete. Schlussendlich einigten sich die Räte mit einer Gegenstimme (Manfred Kaiser, CSU) der Planung zuzustimmen. Außerdem kündigte Meyerdierks an, eine Verkehrsschau an der Kreuzung abzuhalten.

"Wir sitzen alle in einem Boot", warb Wacker am Ende der Debatte um eine gute Zusammenarbeit. "Dann werfen Sie den Motor an und fangen sie endlich an!", stellte Jürgen Pfister trocken fest.


Überblick über die Planung:

Bauvorhaben Die Kissinger Straße wird vom Autohaus Lothar bis kurz hinter dem Ortsausgang saniert. Die Fahrbahn wird auf 7,5 Meter ausgebaut, die Gehsteige sollen mindestens 1,5 Meter breit sein. Auch der Mischwasserkanal wird erneuert und Stützmauern und die Ampel an der Kreuzung am Autohaus Löhmer ersetzt. Es ist eine Linksabbiegerspur zu Einkaufsmärkten vorgesehen. Die Bushaltestelle Ferkinghoff wird gestrichen, die Bäume auf Höhe des Aldi-Marktes bleiben erhalten.

Anliegerversammlung Am Mittwoch, 19. Februar, findet um 19.30 Uhr eine Anlieger-Versammlung in der Georgi-Halle statt. Das Staatliche Bauamt Schweinfurt möchte den betroffenen Bürgern die Pläne vorstellen und vorsorglich ihre Zustimmung zur Maßnahme einholen.

Baustart Wenn die Anlieger zustimmen, könnte die Sanierung im August 2014 beginnen. Sollte es aber Probleme geben - etwa wenn ein Anlieger seine Unterschrift verweigert - muss ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Nach der Aussage des Bauamtes könne dies die Bauarbeiten um ein Jahr verzögern.

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