Riedenberg

Berghaus Rhön: Ein kräftiger Schluck und Scherben

Acht Monate nach dem Abriss des alten Berghauses Rhön steht der Rohbau. Nun geht es mit dem Innenausbau los. Die Kosten sind inzwischen um etwa 400.000 Euro gestiegen.
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Endlich steht das neue Berghaus Rhön. Landrat Thomas Bold eröffnet am Freitag das Richtfest. Bauleute, die Bürgermeister der drei anliegenden Gemeinden, einzelne Kreisräte und Projektverantwortliche aus dem Landratsamt Bad Kissingen sind gekommen. Es sind etwa 50 Leute. Auch Zaungäste sind dabei.

Das neue Berghaus wurde in Holzbauweise errichtet. Die Konstruktion habe den "Berghaus-Charakter bewahrt", sagt der Landrat. Der Neubau sei wichtig für die touristische Infrastruktur, der Landkreis wolle hier seinen Beitrag leisten. Bold dankt allen, die am Projekt beteiligt sind. Architekt Alfred Wiener aus Karlstadt, der gemeinsam mit seiner Tochter Silja Wiener die Planung verantwortet, tut dies ebenfalls.

Zweite Terrasse wird noch gebaut

"Es ist etwas Zukunftsgerichtetes, was Sie sich da leisten", betont Wiener. Die Berghütten in den Alpen seien sicherlich Vorreiter. "Daher haben wir auch eine zeitgemäße Architektur gewählt", erklärt der Architekt im Gespräch, nachdem der Richtspruch verkündet ist. Den hält Jens Reugels von der ausführenden Zimmerei aus den Haßbergen.

"Man hat keine Kosten und Mühen gescheut, dass ein neues Berghaus Einheimische und Touristen erfreut. Schon jetzt kann man die Zufriedenheit in den Gesichtern sehen. Und alle hoffen, dass die Arbeiten zügig vorangehen", ruft Reugels vom Dach des Gebäudes. Es folgt ein kräftiger Schluck Wein, dann werfen Reugels und Mitarbeiter Daniel Hüttinger ihre Gläser nach unten. Das soll dem Gebäude und allen, die darin ein- und ausgehen, Glück bringen.

Anschließend machen sich die Gäste ein Bild vom Berghaus. Der Gastraum lässt sich teilen. 120 Personen sollen hier Platz finden. Neben der bekannten Terrasse zum Spielplatz hin wird eine weitere auf der Rückseite des Gebäudes entstehen. Als nächstes steht der Innenausbau an: Elektrik, Pelletheizung, Lüftung und Sanitäranlagen werden eingebaut. Der Aufzug wird montiert, Böden verlegt.

Für Rollstuhlfahrer geeignet

Im Obergeschoss riecht es nach Holz. Die einzelnen Zimmer - jedes mit eigenem Bad mit Dusche - sind schon abgeteilt. Fenster freilich fehlen noch. Wenn alles fertig ist, wird das Berghaus barrierefrei zugänglich sein. Zwei der insgesamt zehn Zimmer werden behindertengerecht ausgestattet. Es gibt mehr Platz im Zimmer, das Bad ist größer, der Flur etwas breiter, damit auch Rollstuhlfahrer vom Fahrstuhl aus bequem in die Zimmer kommen.

Laut Auskunft des Landratsamts liegt der Bau im Zeitplan. Die Eröffnung ist für den Herbst geplant. Die Kosten sind von bisher 2,58 Millionen Euro auf nun etwa drei Millionen Euro in die Höhe geklettert. In einem großen Festzelt neben der Baustelle bekommen Wanderer auch während der Bauphase Essen und Trinken. Dort sind mobile Toiletten aufgebaut. Das Berghaus ist ein Traditionsgasthaus in der Rhön. Nahebei liegt der Basaltsee - im Volksmund "Tintenfass" genannt - und der Jugendzeltplatz am Farnsberg.

Einen Bericht von der Baustelle lesen Sie hier.

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