Glaube

Benedikt und Scholastika zieren den Eingang

Pfarrer Fjodor Hölldobler freut sich über die neue Ikone, die jetzt in der Orthodoxen Prokopius-Kirche in Bischofsheim hängt.
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Eine neue Ikone in einem Prosgynitarion ziert den Eingangsbereich der orthodoxen Kirche in Bischofsheim. Pfarrer Fjodor Hölldobler hat es anfertigen lassen aus Verehrung für den Mönchsvater, den Heiligen Benedikt und seine Zwillingsschwester die Heilige Scholastika. Foto: Marion Eckert
Eine neue Ikone in einem Prosgynitarion ziert den Eingangsbereich der orthodoxen Kirche in Bischofsheim. Pfarrer Fjodor Hölldobler hat es anfertigen lassen aus Verehrung für den Mönchsvater, den Heiligen Benedikt und seine Zwillingsschwester die Heilige Scholastika. Foto: Marion Eckert
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Im Eingangsbereich der orthodoxen Prokopius-Kirche in Bischofsheim findet sich ein neues Schmuckstück. Ein sogenanntes Prosgynitarion, eine Art Altärchen, mit der Ikone des Heiligen Benedikt und seiner Zwillingsschwester der Heiligen Scholastika.
Für Pfarrer Fjodor Hölldobler ging mit der neuen Kostbarkeit in der Kirche der Wunsch in Erfüllung, den Eingangsbereich neu zu gestalten. "Vorher hatten wir hier einen Fahnenständer und einen Fußabstreifer, das war beides nicht besonders schön." Fußabstreifer und Fahnenständer sind nun verschwunden, die Fließen wurden angepasst und die Wand ziert das kunstvoll geschnitzte Prosgynitarion. "Das ist doch viel schöner, wenn man gleich im Eingang so begrüßt wird und die Ikone mit dem  goldenen Hintergrund ein Stück des Göttlichen aufzeigt."
Die Ikone zeigt den Mönchsvater, den Heiligen Benedikt von Nursia. Er war Ordensgründer und gilt als "Vater des abendländischen Mönchtums", er ist Patron des Abendlandes sowie von Europa. "Ohne den Heiligen Benedikt wäre das christliche Abendland nicht denkbar. Schulwesen und Kulturelle Entwicklungen sind ihm zu verdanken. Mit seinen Ordensregeln hat er ein Meisterwerk an Menschenführung, Psychologie und Theologie entwickelt", schwärmt Pfarrer Hölldobler von dem großen Heiligen, dessen Name "der Gesegnete" bedeutet. Benedikts Klosterregel stelle das Leben in der Gemeinschaft und körperliche Arbeit in den Mittelpunkt, diese Regel habe das gesamte abendländische Klosterleben nachhaltig geprägt. Gebet und Arbeit  "ora et labora", das waren und das sind bis heute im von ihm gegründeten Benediktinerorden die tragenden Säulen des Zusammenlebens.
Die Ikone wurde von Vaios Tsoulkanakis angefertigt, das Prosgynitarion von Pantelis Iltsos, beide sind enge Freund von Pfarrer Hölldobler und leben in Griechenland. Bei der Gestaltung des Prosgynitarion habe es keine Stilfragen gegeben, da der byzantische Stil aus den ersten Jahrhunderten der christlichen Kirche für die Orthodoxie richtunggebend erhalten geblieben sei. Wie Pfarrer Hölldobler erläuterte gab es in der östlichen Kirche  keinen Wandel im religiösen Kunstverständnis, wie dies in der römischen Kirche zu finden sei. So zeigen die Blumenornamente und der immer wieder vorkommende Pfau, im neuen Prosgynitarion, eine Kunst wie sie seit dem vierten Jahrhundert in der Ostkirche üblich sei. Der Pfau dürfe dabei nicht fehlen, sei er doch ein Symbol für  paradiesische Schönheit, erklärte Hölldobler. Auch die korinthischen Säulen, die rechts und links das Prosgynitarion einfassen, seien typische Elemente.
In den nächsten Wochen wird Pfarrer Hölldobler nach Griechenland reisen und ein Wandgemälde mitbringen, das künftig den Treppenaufgang der orthodoxen Kirche zieren wird. "Das Wandgemälde wird die Entschlafung des Heiligen Mönchsvaters Benedikt zeigen, der als österlich auferstandener Christ im Stehen sterben wollte, an den Armen gestützt von Brüdern."
Der Heilige Benedikt wurde um 480 in Nursia, dem heutigen Norcia in Umbrien in Italien geborgen, gestorben ist er am 21. März 547 im Kloster Montecassino in Italien, das bis heute das Stammkloster des Benediktinerordens ist. Sein Gedenktag wird am 11. Juli begangen.
Dargestellt wird er auf der Ikone in der Bischofsheimer Kirche gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester der Heiligen Scholastika, die mit einer Taube abgebildet ist. Dies geht auf die Überlieferung zurück, nach der sie drei Tage nach einem Besuch ihres Zwillingsbruders starb, dieser sah ihre Seele in Gestalt einer Taube zum Himmel aufsteigen.


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