Bad Brückenau
Ausbildung

Bad Brückenauer Testlauf fürs Bewerbungsgespräch

Sie sind gerade einmal 14 Jahre und alt und doch müssen sie jetzt schon die Weichen für ihr Berufsleben stellen. Im "echten" Bewerbungsgespräch trainieren die Schüler der Mittelschule für einen guten Start in den Job.
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Konzentriert wartet Silvia Cerbone auf die nächste Frage von Bewerbungstrainer Lutz Schäfer. Und die kommt prompt. Foto: Ulrike Müller
Konzentriert wartet Silvia Cerbone auf die nächste Frage von Bewerbungstrainer Lutz Schäfer. Und die kommt prompt. Foto: Ulrike Müller
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Zwei Zettel, lo se. "Nee, oder?", fragt Lutz Schäfer streng. "Das sollen die Bewerbungsunterlagen sein?" Die Schülerin vor ihm wird schon ein bisschen kleiner. "Der Drucker war kaputt ..." Im ech ten Leben ist das natürlich kein Argument. Das weiß Lutz Schäfer, Ausbildungsleiter bei GKN, allzu gut. Und deshalb trainiert er die Schüler der Mit telschule in Sachen Bewerbung und sagt ihnen, was geht und was nicht geht. Und lose Zettel gehen nicht.


Die Schüler aufrütteln

"Diese Situation ist sehr lehrreich für die Schüler", sagt Schulleiterin Birgit Herré. Denn in der achten Klasse sei den Schülern oft noch nicht klar, dass es jetzt drauf ankomme. "Die meisten bewerben sich mit dem Jahresendzeugnis der achten Klasse", berichtet Herré. Und Lutz Schäfer ergänzt: "Wer 2014 eine Ausbildung anfangen will, ist fast schon zu spät dran. Im Sommer starten ja schon die Be werbungen für 2015."
Deshalb bietet die Mittelschule in Zusammenarbeit mit GKN Sin termetals ein Training unter echten Bedingungen an. Einmal im Jahr kommt Schäfer, und führt mit den Schülern Be werbungsgespräche vor der ganzen Klasse. Dabei können die Schüler selbst aussuchen, für welchen Beruf sie sich bewerben möchten. "Diese Realsituation ist etwas ganz anderes, als wenn man das im Unterricht übt", hat Klassenlehrerin Sandra Faltus bereits festgestellt.

Nächster Schüler, nächstes Training. Routiniert erzählt Sil via Cerbone vom Praktikum im Kindergarten. "Was muss man denn als Kinderpflegerin alles können", fragt Schäfer und klickt mit dem Kuli in sei ner Hand, dass es "klack" macht. Silvia antwortet. "Wie lange dauert die Ausbildung?" Klack. Das weiß Silvia auch. "Und wie heißt unser Außenminister?" Stille. Silvia hat feuchte Hände, mit der linken Hand kneift sie sich in den rechten Arm. Klack. "Ich hätte nicht gedacht, dass auch solche Fragen kommen", sagt sie später.
Das Bewerbungstraining ist nur ein Element der Berufsvorbereitung an der Mittelschule. Über die Gesellschaft zur beruflichen Förderung ist Angelika Eckert eingestellt. Die Sozialpädagogin hilft den Schülern bei der Berufsorientierung - das reicht von der Hilfe beim Suchen nach einem Praktikumsplatz bis hin zur Korrektur der Bewerbungsunterlagen.


Werkzeugmechaniker gesucht

Außerdem schauen sich die Schüler schon in der siebten Klasse verschiedene Ausbildungsbetriebe an. Die achten und neunten Klassen ha ben einmal pro Woche einen Praxistag. "Unsere Schüler sind schon sehr früh gefordert, im erwachsenen Leben zu stehen", sagt Herré. Sie selbst habe mit 14 jedenfalls noch nicht gewusst, was sie einmal werden würde. Gerade die Mittelschulen seien gefordert, ihre Schüler gut ans Berufsleben heranzuführen.

Bei GKN Sintermetals sind heuer übrigens noch zwei Plätze für eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker zu vergeben. Bewerbungen nimmt Lutz Schä fer jederzeit entgegen.
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