Bad Brückenau
Verkehr

Bad Brückenau: Weniger uneinsichtige Eltern

Seit vier Monaten besteht die Hol- und Bringzone in der Buchwaldstraße. Trotzdem fahren Eltern direkt vor die Schultüre und behindern Anwohner und Kinder. Insgesamt sei die Situation aber besser geworden, sagt der Polizeichef.
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Anwohner haben in der Jahnstraße ein Schild aufgehängt, das  auf die unübersichtliche Situation vor der Schule  hinweist. Foto: Julia Raab
Anwohner haben in der Jahnstraße ein Schild aufgehängt, das auf die unübersichtliche Situation vor der Schule hinweist. Foto: Julia Raab
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Polizeihauptkommissar (PHK) Manfred Schneider steht kurz vor Schulbeginn vor der Grundschule. Die letzten Kinder rennen in das Gebäude hinein. Jetzt ist er ruhig auf der Straße. Ein paar Minuten vorher herrschte hier noch reger Verkehr. Und das, obwohl die Schranke wenige Meter weiter unten für eine Beruhigung sorgen sollte.

Vier Monate ist es her, dass Vertreter der Polizei, der Stadt und der Grundschule die Hol- und Bringzone in der Buchwaldstraße einweihten: 250 Meter Laufweg ohne Überquerung der Straße - aus Sicht der Polizei ein guter Kompromiss. Die Erwartungen waren groß, denn die Verkehrssituation vor der Schule beschrieb der Leiter der Bad Brückenauer Polizei, Erster Polizeihauptkommissar Herbert Markert, zu Beginn des vergangenen Schuljahres 2018 noch als "bedenklich und gefährlich".

Gefährliche Situationen

"Der Verkehr vor der Schule ist zwar besser geworden, allerdings nicht so gut wie erhofft", sagt PHK Schneider nach der ersten Schulwoche. Immer noch würden uneinsichtige Eltern ihre Kinder über die Jahn- oder die Stollstraße direkt vor die Schule fahren. Dazu kommen die gewagte Wendemanöver in der Einmündung der Jahnstraße in den Kleinen Steinbusch.

Genau das beobachtet eine Nachbarin auch heute noch täglich. "Einfahrten werden zugestellt und den Kindern der Weg abgeschnitten", sagt sie. Ganz besonders brenzlig seien die Wintermonate, in denen oftmals die abschüssige Straße vereist ist und noch zusätzlich die Müllabfuhr um diese Uhrzeit vorbeikommt. Da habe es schon richtig gefährliche Situationen gebeben. "Einmal ist ein Müllauto auf dem Schnee abgerutscht, als Kinder über die Straße mussten", erzählt die Nachbarin. Wenn dann noch die Elternautos dazukommen, dann sei das Chaos perfekt.

Schulweg entschärft

"Diese Zustände vor der Schule waren für mich als Mutter untragbar", sagt Greenberg-Kremser, ehemaliges Mitglied der Elternbeirats und Mitinitiatorin der Hol- und Bringzone. Trotz der Sperrung des Kleinen Steinbusches fuhren die Eltern über andere Wege zur Schule. Vor zwei Jahren hatte sie genug von dem Chaos und sprach das Problem gemeinsam mit anderen Eltern bei Stadt und Polizei an. Es habe einige Lösungsvorschläge und Begehungen gegeben. Schließlich mietete die Stadt in diesem Jahr kostenfrei den kleinen Platz in der Buchwaldstraße.

Doch auch mit dem Parkplatz ist das Problem nicht gebannt, ist sich PHK Schneider sicher. "Es sind immer die gleichen, uneinsichtigen Eltern", beobachtet er. "Das Hauptproblem ist, dass die Kinder keine Verkehrskompetenz entwickeln können." Und das setzte sich fort bis hin zum Autoführerschein. Hier gebe es viel mehr Jugendliche, die die Fahrprüfung wiederholen müssen, weiß er. Umso wichtiger sei es, dass die Eltern den Kindern den Weg zur Schule - auch in den Wintermonaten - zutrauen. Denn "die sind ja nicht aus Zucker", sagt Schneider.

Sperrung als letztes Mittel

Aus Sicht von Polizeichef Markert fruchteten die Ermahnungen durch einen Elternbrief zu Beginn des vergangenen Schuljahres 2018: Die Situation habe sich seitdem erheblich entschärft und weitere Schritte, beispielsweise eine angedachte Sperrung der Jahnstraße, seien aktuell nicht nötig. Die Präsenz der Polizei auf den Elternabenden der Erstklässler und zusätzliche Informationsseiten im Hausaufgabenheft der Schüler tun aus seiner Sicht ihr übriges.

Auch die Konrektorin der Grundschule, Carolin Erb-Heyne, sieht eine deutliche Verbesserung der Situation durch die Hol- und Bringzone. "Frühs und nach Unterrichtsschluss ist es wirklich ruhiger vor der Schule", sagt sie. Sogar von einigen Schülern bekomme sie die Rückmeldung, dass sie auf dem Parkplatz in der Buchwaldstraße abgeholt werden. "Wir hoffen natürlich sehr, dass es auch im Herbst und Winter so weitergeht", sagt sie mit Nachdruck. Die Regentage haben ja schließlich noch nicht begonnen.

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