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Bad Brückenau
Stadtrat

Bad Brückenau: Warten aufs neue Feuerwehrhaus geht weiter

Der Beschlussvorschlag für die Planung des "Referenzprojekts" Feuerwehrhaus Volkers ist abgelehnt. Stadträte sehen kleinere Büros benachteiligt. Die Zuständigen im Rathaus beraten jetzt, wie es weitergehen soll.
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Stadträtin Heike Kötzner  ist enttäuscht über die Entscheidung des Stadtrats. Foto: Archiv/Ulrike Müller
Stadträtin Heike Kötzner ist enttäuscht über die Entscheidung des Stadtrats. Foto: Archiv/Ulrike Müller
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Eine Stadtratssitzung in kleiner Runde - fünf Stadträte und Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) fehlten entschuldigt - sollte es werden. Doch nicht weniger wurde diskutiert. Durch die Sitzung führte 2. Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG).

Auf der Tagesordnung stand die Vergabe der Planungsarbeiten für das Feuerwehrhaus in Volkers. Peter Karl vom städtischen Baubüro stellte das "Referenzprojekt für weitere Bauvorhaben in der Stadt" vor.Seit Dezember steht fest, dass ein Neubau entstehen soll. Nach der hitzigen Diskussion um Baukosten und Bauplatz im vergangenen Jahr entschied sich der Stadtrat für den Standort neben dem Kindergarten auf städtischen Gelände. Seitdem laufen die umfassenden Planungen.

Alles aus einer Hand

"Wir haben vier Planungsbüros aufgefordert, ein Angebot abzugeben", beschrieb Karl die Vorgehensweise. Die Vorgabe der Stadt war es, dass ein Büro die komplette Maßnahme übernehmen solle. Diese beinhalte neben der Objektplanung für das Gebäude und die Innenräume, die Fachplanung der technischen Ausrüstung sowie die Planung der Freianlagen. Ebenso solle das Büro mit dem Abriss des alten Kindergartens im Voraus beauftragt werden.

"Es macht Sinn, alles aus einer Hand zu bekommen", so die Folgerung von Karl. Nur ein Ansprechpartner und Kostenersparnis, wenn nicht verschiedene Firmen damit beauftragt werden, das waren Karls Argumente. Letztendlich, teilte Karl abschließend mit, habe nur ein Architekturbüro ein Angebot eingereicht. Das Büro Richter aus Bad Brückenau bot die gesamte Planungsleistung für 172.372 Euro an.

Ausschreibung zu groß

Im Anschluss an die Ausführungen aus dem Baubüro entfachte eine Diskussion, die sich um mehrere Punkte drehte: Georg Zeitz (PWG) brachte erneut das Argument auf den Tisch, dass die vorgegebene Breite von 4,30 Meter in der Zufahrtsstraße, dem Brückenauer Weg, nicht gegeben sei. "Wir besprechen hier ein große Auftragsvergabe, ohne die Voraussetzungen abzuklären", sagte Zeitz. Bereits im Dezember war das Thema diskutiert worden.

Karlheinz Schmitt (CSU) merkte an, dass kleinere Büros aus der Region "durch die Auftragsbreite bereits im Vorhinein ausgeschlossen werden." Außerdem sei es möglich, dass die Kosten dadurch höher ausfallen als niedriger. Benjamin Wildenauer (SPD) pflichtete ihm bei: "Wenn man Ausschreibungen so aufbauscht, dann ist die Auswahl zum Schluss nicht groß."

Abriss durch die Stadt?

Petra Hirschmann (CSU) erkundigte sich nach dem Schadensgutachten zum Abbruch des alten Kindergartengebäudes. Das sei noch in Arbeit, merkte Kart an. In diesem Zusammenhang fragten mehrere Stadträte nach, warum die Abrissarbeiten nicht von städtischer Seite getätigt werden. "Momentan haben wir nicht die Kapazitäten dafür", sagte Karl. Für Stadtrat Schmitt war das keine zufriedenstellende Argumentation. Er bat darum, diesen Punkt noch einmal zu prüfen.

Mit einer Mehrheit von 8:6 Stimmen folgten die Stadträte den Argumenten gegen den Beschluss - ganz zum Unverständnis der Befürworter. Feuerwehrbeauftragter Manfred Kaiser (CSU) reagierte verärgert . "Damit wird alles unnötig in die Länge gezogen." Auch am Morgen nach der Sitzung herrschte im Rathaus Ratlosigkeit: "Ich kann das Ergebnis der Abstimmung noch immer nicht nachvollziehen", sagte Pfister auf Nachfrage. Geschäftsleiter Michael Worschech kommentierte: "Momentan prüfen wir weitere Schritte."

Heike Kötzner (CSU), Ortsreferentin für Volkers, zeigte sich auf Nachfrage der Redaktion sehr enttäuscht über die voraussichtlich erneute Zeitverzögerung. "Die Verwaltung hat sich sicher Gedanken gemacht, was für die Stadt machbar ist und was nicht", sagte Kötzner. Deshalb falle es ihr schwer, die Argumente ihrer Ratskollegen um den eigenverantwortlichen Abriss nachzuvollziehen.

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