Bad Brückenau
Fasching

Bad Brückenau: Walkende Prinzessin mit heissem Ofen

Das Ordensfest läutete die Bad Brückenauer Faschingskampagne 2019/2020 ein. Zahlreiche Ehrungen standen an und selbstverständlich wurde der neue Orden verliehen.
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Die Regentin der Session 2019/2020, "Iris die Erste, walkende Dekomaus mit heißem Ofen", alias Iris Richter. Foto: Thomas Dill
Die Regentin der Session 2019/2020, "Iris die Erste, walkende Dekomaus mit heißem Ofen", alias Iris Richter. Foto: Thomas Dill
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Traditioneller Auftakt in die anstehende, bis Ende Februar andauernde Faschingszeit ist für die Aktiven der 1. Großen Bad Brückenauer Karnevalsgesellschaft das Ordensfest. Dazu war wieder der große Saal der Aspenmühle (Oberleichtersbach), gut gefüllt mit Närrinnen und Narren.

Gleich zum Auftakt der Veranstaltung platzte die erste närrische Bombe: Es gibt ohne Suchen und ganz still und heimlich organisiert eine neue Regentschaft! Sandy Worschech, als Prinzessin "Sandy die Erste, First Lady und tänzerische Frohnatur" gab die Insignien der närrischen Macht, Zepter und Krone, an ihre Nachfolgerin "Iris die Erste, walkende Dekomaus mit heißem Ofen". Im bürgerlichen Leben kann man Iris Richter hinter der Theke der Bäckerei Pappert begegnen. Noch etwas zögerlich verlas sie erstmals ihre Proklamation, die zahlreiche Spitzen bezüglich der anstehenden Bürgermeister- und Stadtratswahlen enthält.

Es folgten die vereinsinternen Ehrungen. Nahezu jeder der Anwesenden wurde mit dem neuen Jahresorden ausgezeichnet, wichtiges Zeichen der Zugehörigkeit in der anstehenden Faschingszeit. Die jungen Gardistinnen Sabine Wehner und Alina Heil erhielten für ihr tänzerisches Wirken die vereinsinterne Auszeichnung des "Tanzmariechens am Band". Neben dem Jahresorden standen aber vor allem die außerordentlichen Ehrungen im Vordergrund. Der Delegierte des Fasnachtsverbands Klaus Mültner aus Mellrichstadt, Beirat für Unterfranken des Fastnachtverband Franken, hatte ein Füllhorn an überregionalen Ehrungen dabei. So wurde das Nachwuchstanzmariechen Anna-Lena Hoffmann mit dem Jugendorden des Verbands ausgezeichnet. Den Sessionsorden des Fasnachtsverbands Franken, erhielten für ihre Verdienste um die regionale Fasenacht die Gardistinnen Steffi Haubold und Rebekka Metz.

Die silberne Ehrennadel des Verbands verlieh der Beirat an das Tanzmariechen Melina Häusler, die nunmehr seit 12 Jahren ihre solotänzerisches Können zeigt. Dieselbe Auszeichnung erhielt Timo Büchner, 1998 Faschingsprinz in Bad Brückenau und seither als Elferrat, Standartenträger und Vereinsbusfahrer aktiv. Seit 6 Jahren als Sitzungspräsident aktiv in der Gesellschaft und somit kurzweiliger Moderator zahlreicher Veranstaltungen ist Frank Vogler. Auch ihm wurde die silberne Ehrennadel verliehen. Die Vorstufe zum "Till von Franken" der höchsten fränkisch-närrischen Auszeichnung, der Verdienstorden des FVF wurde an Rosel Goldfuß verliehen. Als aktive Elferrätin sorgt sie seit 17 Jahren vor allem im Hintergrund als Näherin für stets raffinierte Kostüme.

Der Ehrungsmarathon wurde immer wieder kurzweilig unterbrochen durch die bereits einstudierten Tänze der Garden und Solistinnen.

Brigitte Meyerdierks verabschiedete sich von ihren Karnevalisten als Bürgermeisterin und versicherte ihnen ihre weitere Treue als normales Mitglied. Die Proklamation der Prinzessin bezeichnete sie als "ganz schön starkes Pamphlet". Einmal mehr hob sie das außergewöhnliche Engagement der einzelnen Mitglieder in dem kleinen Verein hervor.

Der Orden

Seit 1984 zieren die Orden der Karnevalsgesellschaft durchgängig zeitgenössische Motive mit historischem Hintergrund und historische Motive. Den diesjährigen Orden, in Form einer historischen Wasserflasche ziert dabei der Bohrturm der Siebenerquelle, die im Jahr 1906 erbohrt wurde. Aufgrund dieser Quelle und der später erbohrten Georgiquelle erhielt die Stadt Brückenau am 8. April 1970, also nunmehr vor 50 Jahren den Titel "Bad" verliehen. Der Orden passt auch sehr gut zu der unlängst erfolgten, bundesweit einmaligen, Genehmigung, in Bad Brückenau ambulante Trinkkuren anzubieten.

Der Orden, traditionell in den Stadtfarben gelb/rot mit Reliefprägung in Silber ausgeführt, hat wieder eine limitierte Auflage. Jeder Ordensträger der anstehenden Faschingssession bekommt somit eine zukünftige Rarität verliehen, die auch außerhalb der Faschingszeit begehrt ist. Zu einem Orden gehört auch eine Verleihungsurkunde, die in ihrem umfangreichen Text den historischen Kontext der Brückenauer Entwicklung zum Badeort aufzeigt und an das einstmals im Siebener Park stehende städtische Badehaus erinnert.

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