Bad Brückenau
Entscheidung

Bad Brückenau: Wahlen an einem Termin

Einstimmig befürwortet der Stadtrat den Antrag der Bürgermeisterin. Ab sofort werden Stadtrats- und Bürgermeisterwahl wieder an einem Termin abgehalten.
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Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks hört freiwillig zwei Jahre eher auf. Damit fallen die Wahlen des Stadtrats und des Bürgermeisters der Stadt Bad Brückenau wieder auf einen Termin. Foto: Ulrike Müller
Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks hört freiwillig zwei Jahre eher auf. Damit fallen die Wahlen des Stadtrats und des Bürgermeisters der Stadt Bad Brückenau wieder auf einen Termin. Foto: Ulrike Müller

Die Sondersitzung am Dienstag, die die Stadtverwaltung kurzfristig einberufen hatte, lief ohne Aufregung ab. Nochmals begründete Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU), warum sie sich nun doch dazu entschlossen hatte, ihr Amt zwei Jahre früher als geplant aufzugeben. Ihr war deutlich anzumerken, dass ihr diese Entscheidung nicht leichtgefallen war. Das sagte sie auch, als der Stadtrat einstimmig sein Votum abgegeben hatte.

Die Harmonisierung der Amtszeit des Bürgermeisters mit der des Stadtrats steht schon lange im Raum. Zu der Verschiebung war es im Jahr 1986 gekommen, als der damalige Bürgermeister Ludwig Müller (PWG) gesundheitsbedingt ausschied. Er wurde von Hans Rohrmüller (PWG, später CSU) abgelöst, der zwei reguläre Amtszeiten lang die Stadt führte und bei der Wahl 1998 nicht mehr antrat. Auf ihn folgten Thomas Ullmann (PWG) und zuletzt im Jahr 2010 die amtierende Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks.

Dank geäußert

"Natürlich haben wir diese persönliche Entscheidung akzeptiert", würdigte Zweiter Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) ihren Entschluss. "Wir halten es auch für gut, dass wir in die Neuwahlen gehen können", fügte er an. CSU-Fraktionssprecher Karlheinz Schmitt bescheinigte der Bürgermeisterin, ihr Amt "mit Herzblut gelebt" zu haben. Die Zusammenlegung der Wahlen spare der Stadtkasse insgesamt 11.000 Euro, sagte er. Seine Fraktion werde dem Antrag zustimmen.

Auch Freie Bürger und FDP sowie die SPD-Fraktion äußerten ihre Zustimmung. "Es ist für die Stadt ein neues Kapitel", sagte Adelheid Zimmermann (FDP). SPD-Fraktionssprecher Benjamin Wildenauer dankte Meyerdierks für ihre Zeit als Bürgermeisterin - und auch für deren Entscheidung. Zum Schluss ermahnte der Zweite Bürgermeister alle Fraktionen, auch im nun anlaufenden Wahlkampf sachlich und fair miteinander umzugehen.

Poller in der Altstadt

Sechs Zuhörer waren zur Sondersitzung gekommen, darunter auch Meyerdierks Herausforderer bei der Bürgermeisterwahl vor vier Jahren, Claudio Kleinhans, und der Vorsitzende der PWG, Jonathan Kirchner. Im Anschluss gab Meyerdierks bekannt, dass der Bayerische Heilbäderverband im nächsten Jahr seine Tagung in Bad Brückenau abhalten werde. Dies passe gut, da die Stadt im Jahr 2020 den Bad-Titel seit 50 Jahren trägt.

Sie ergänzte, dass die Bamberger Immobiliengesellschaft, der das ehemalige Landratsamt in der Kirchgasse gehört, sich bei der Stadtverwaltung gemeldet habe. Am 17. Oktober werde es einen Ortstermin mit dem Architekten und der Denkmalpflege geben. Zudem informierte sie die Räte über die Anhörung zur Talbrücke Römershag. Pfister versicherte in diesem Zusammenhang den Römershager Bürgern, dass sowohl der Stadtrat als auch die Verwaltung hinter ihrem Kampf für einen besseren Lärmschutz stünden.

Birgit Poeck-Kleinhenz (PWG) machte darauf aufmerksam, dass in der Altstadt ein Verkehrsschild entfernt worden sei. Nun gebe es eine Lücke in den Pollern, so dass immer wieder Autos die Altstadt als Abkürzung nutzten. Sie forderte, diese Lücke zu schließen. Manfred Kaiser (CSU) ist aufgefallen, dass die Telekom den Gehsteig in der Kissinger Straße aufreißt. "Das finde ich schon ein wenig schade", sagte er.

Im nichtöffentlichen Teil sprach der Stadtrat über die Zukunft der Therme Sinnflut. Hier ist allerdings noch nichts spruchreif, wie die Bürgermeisterin am Mittwochmorgen sagte. Zudem legte die Verwaltung dem Stadtrat ein Objekt im Sanierungsgebiet vor, für das die Stadt ihr Vorkaufsrecht hätte nutzen können. Einstimmig entschieden sich die Räte aber dagegen.

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