Bad Brückenau
Jubiläum

Bad Brückenau: Unterfränkin mit voller Überzeugung

Seit 29 Jahren ist Adelheid Zimmermann Stadträtin in Bad Brückenau. Noch immer liegen ihr viele kommunalen Themen sehr am Herzen. Am Montag wird die vielseitige FDP-Politikerin 70 Jahre alt.
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Mit Blick auf Bad Brückenau:  Der regionale Bezug ist Adelheid Zimmernann überaus wichtig. Foto: Julia Raab
Mit Blick auf Bad Brückenau: Der regionale Bezug ist Adelheid Zimmernann überaus wichtig. Foto: Julia Raab
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In den Bundestag hat es die gebürtige Würzburgerin vor zehn Jahren nicht geschafft. "Heute bin ich sehr froh über diese Entwicklung", sagt Adelheid Zimmermann. Denn die langen Dienstreisen und vielen Tage weg von Zuhause hätten ihr sicher zu schaffen gemacht, meint sie. Ihren Platz hat sie in Unterfranken gefunden, politisch gesehen im Bezirkstag und privat in ihrem großen Haus in Bad Brückenau mit Blick auf den Dreistelz.

Schwieriger Anfang

Die politische Laufbahn von Zimmermann begann 1990 als Stadträtin. "Ich war schon immer politisch interessiert, liberal eingestellt und konservativ", sagt Zimmermann. Als Tochter einer Historikerin und eines Fotografen seien ihre Einflüsse kulturell und politisch vielfältig gewesen. Ihre ersten Jahre im Stadtrat waren anfangs schwierig. "Ich war nicht immer konform mit der geläufigen Meinung", erinnert sie sich. Ihr erstes Thema im Stadtrat, die mögliche Erweiterung des Krankenhauses im Georgi-Kurpark, erinnert sie an die heutige Diskussion zum Bau eines medizinischen Zentrums im Park. Die Frage, wie viel vom Kurpark weichen darf, bewegte schon damals die Stadträte. "Im Gegensatz zu damals ist die Kommunalpolitik aber heute viel offener", sagt Zimmermann. Und die Stadträte stellen ihre Fragen ebenfalls viel offener.

Das große Ganze

Die großen Linien, zum Beispiel das Thema, in welche Richtung die Stadt gehen soll, seien viel mehr im Vordergrund als damals. Die Kommunalpolitik berühre sie nach wie vor persönlich, denn "ohne das könnte ich es nicht machen". Ideen habe sie auch nach fast 30 Jahren im Stadtrat noch viele. Die Aufwertung der Innenstadt ist ein Themen, das sie umtreibt. Doch das große Ganze, nämlich die allgemeine wirtschaftliche und demografische Entwicklung in der Region, beschäftigen sie wohl am meisten. "Ich finde, die Stadt sollte mehr Immobilien kaufen, sanieren und weiterverkaufen", sagt Zimmermann, und das ist nur ein Vorschlag, um die Stadt attraktiver zu gestalten und der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken.

Lebenswertes Brückenau

Auf der anderen Seite erlebe Bad Brückenau gerade ein Wiederaufleben der kulturellen Szene. Die Galerie, die musikalischen Angebote im Staatsbad, die Musikschule und die Angebote des Kulturbüros zeigen eine positive Entwicklung. Das rege Vereinsleben und viel Vernetzung untereinander machen das Leben hier lebenswert.

Neben ihrer kommunalpolitischen Tätigkeit eröffneten sich weitere politische Schritte auf höheren Ebenen. 1999 wurde sie Mitglied im Kreistag und schließlich 2008 Mitglied im Bezirkstag. "Damit komme ich meiner ursprünglichen Heimat wieder nahe", sagt Zimmermann. Eine Bereicherung des Horizontes nennt sie diese Entwicklung. Zu Würzburg habe sie von Jugend auf einen starken Bezug. Die städtische Entwicklung, die naturräumlichen Probleme Unterfrankens und der Kontakt zu dem Menschen in den vielen Einrichtungen des Bezirks treiben sie um und geben ihr Lebensinhalt.

Erneute Kandidatur

Abseits ihrer politischen Aufgaben freut sich die Unterfränkin über einen großen Freundeskreis, der sie sehr bereichert. Bad Brückenau, sagt sie, sei ein besonderer Platz zum Leben. Mit Familie und Freunden fühle sie sich hier sehr verwurzelt. "Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich bis heute erreicht habe". Auch weiterhin bleibt für sie Bad Brückenau ein "Projekt", denn 2020 wird sie wieder als Stadträtin kandidieren. Und das Projekt Unterfranken, sagt sie und meint ihr Amt als stellvertretende Bezirkstagspräsidenten, sei ein Geschenk. Ebenso ein Geschenk, sagt sie abschließend, "ist der geistige und physische Zustand, wenn man nicht mal merkt, dass man älter wird".

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