Bad Brückenau
Gestaltungsvorschlag

Bad Brückenau: Stadtrat diskutiert über Radweg

Vor einem Jahr beschloss der Stadtrat eine bauliche Abgrenzung zwischen Rhönexpress Bahn-Radweg und Umgehungsstraße. Doch das ist kaum umsetzbar. Nun steht das Thema erneut auf der Tagesordnung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Diesen Gestaltungsvorschlag legte das Fachbüro Toponeo vor. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club hat aber Bedenken, weil die Kunstobjekte zu viel Platz wegnehmen. Fotomontage: Toponeo Landschaft und Gestaltung
Diesen Gestaltungsvorschlag legte das Fachbüro Toponeo vor. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club hat aber Bedenken, weil die Kunstobjekte zu viel Platz wegnehmen. Fotomontage: Toponeo Landschaft und Gestaltung
+2 Bilder

Wenn sich der Stadtrat am heutigen Dienstag zur ersten Sitzung nach der Sommerpause trifft, so wird es auch wieder um den Radweg gehen. Ein Jahr ist es nun schon her, dass sich die Ratsmitglieder mit 15:5 Stimmen für eine bauliche Abgrenzung zwischen Radweg und Umgehungsstraße aussprachen. Doch die steht bis heute nicht.

Der Grund ist, dass der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) von einer solchen festen Grenze abrät - und zwar nicht, weil sie nicht sinnvoll wäre, sondern, weil sie die Breite des ohnehin recht schmalen Wegs zusätzlich einschränken würde. Der Rhönexpress Bahn-Radweg ist drei Meter breit und wird in zwei Richtungen von Fußgängern und Radfahrern genutzt. Auf der Umgehungsstraße sind bis zu 50 Kilometer pro Stunde erlaubt.

Der Stadtrat entscheidet

Laut der Empfehlung für Radverkehrsanlagen 2010 wird in einem solchen Fall zu einem Sicherheitsstreifen geraten, der 50 Zentimeter breit sein sollte. Der ist längst auf dem Radweg angebracht worden. Würde die Stadt zusätzlich ein Geländer, Poller oder Blumenkübel aufstellen, erhöht sich der empfohlene Abstand auf 75 Zentimeter. Das Ergebnis: Fußgänger und Radfahrer hätten nur noch 2,25 Meter zur Verfügung.

Aus diesem Grund empfiehlt die Stadtverwaltung den Räten, ihren Beschluss von vor einem Jahr wieder aufzuheben. Zwei Gestaltungsvorschläge, um die Gefahrenstelle optisch hervorzuheben, liegen auf dem Tisch. Ob einer davon den Räten zusagt - und ob sie dem Vorschlag der Verwaltung überhaupt folgen - bleibt abzuwarten.

Die Elemente jedenfalls, die in beiden Gestaltungsvorschlägen vorkommen, ziehen sich über die gesamte Strecke. Ende August trafen sich die Bürgermeister, deren Kommunen am Radweg liegen, um erneut über das Inszenierungskonzept zu sprechen. Details und Standorte stehen nun fest. Dabei stellte die Rhönallianz die touristische Beschilderung zunächst zurück (Bericht folgt).

An die Bahngeschichte anknüpfen

Zuerst geht es darum, an die Bahngeschichte anzuknüpfen. Immer wieder werden Schienenelemente direkt auf der Fahrbahn zu sehen sein, die als Markierung aufgebracht sind. Kunstobjekte aus Schlagbäumen und Andreaskreuzen werden zum Beispiel in Oberbach als Foto-Punkte installiert. Bei Wernarz finden sich rot-weiß angemalte Birkenstämme als Erinnerung an die Sinntalbahn.

Die alten Bahnübergangshäuschen erzählen ebenfalls ein Stück Geschichte. Es ist vorgesehen, sie mit Graffiti zu gestalten. So könnte das Häuschen bei Rupboden auf die "Strecke 46" und eines in Wildflecken auf die US-Armee hinweisen. "Ziel ist auf jeden Fall, dass wir im November die Ausschreibung abgeschlossen haben", sagt Allianzmanager Uwe Schmidt.

Manch einem Bürger freilich dauert das zu lange. Da hat einer schon mal selbst Hand angelegt und eine Ruhebank am Wegesrand oder handschriftlich einen Wegweiser auf einem Stück Schiene gestaltet - zu bestaunen zwischen Römershag und Riedenberg. Angenommen wird der Rhönexpress Bahn-Radweg übrigens hervorragend. So hervorragend, dass sich im Internet gelegentlich darüber ausgetauscht wird, wer eigentlich Vorfahrt auf der Strecke hat: Fußgänger oder Radfahrer. Das wiederum ist ein anderes Thema.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren