Bad Brückenau
Fest

Bad Brückenau: Selbsthilfe legt den Grundstein

Die Arbeitsgemeinschaft Bad Brückenau der Deutschen Rheuma-Liga besteht 25 Jahre. In der Georgi-Kurhalle trafen sich Mitglieder und Gäste zu einer eindrucksvollen Jubiläumsfeier.
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Der Tanzkreis hat seinen festen Platz bei der Rheuma-Liga. Auf der Jubiläumsveranstaltung zeigten die Damen Ausschnitte aus ihrem Repertoire. Foto: Rolf Pralle
Der Tanzkreis hat seinen festen Platz bei der Rheuma-Liga. Auf der Jubiläumsveranstaltung zeigten die Damen Ausschnitte aus ihrem Repertoire. Foto: Rolf Pralle
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Von einer Erfolgsgeschichte sprach der Bad Brückenauer Vorsitzende Dieter Sternecker in seinem Rückblick. Rund 500 Mitglieder in mittlerweile 26 Gruppen der örtlichen Arbeitsgemeinschaft seien der Beweis für eine funktionierende Gemeinschaft, was natürlich auch einen hohen Verwaltungsaufwand erfordere. Er bedankte sich bei allen, die sich in der Vergangenheit in irgendeiner Form engagiert haben und das auch weiter tun wollen. Sternecker vergaß bei dieser Gelegenheit nicht, an den damaligen Initiator Franz Bormann zu erinnern.

In der Rheuma-Liga, dem stärksten Selbsthilfeverband in Deutschland, spüre jeder Betroffene, "dass er mit seiner Krankheit nicht allein ist". Darüber hinaus stelle man auch einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor für die Kommune dar. "Fast zwei Millionen Euro haben wir in 25 Jahren für Raummieten, Therapeutenhonorare und andere wichtige Dinge in der Stadt ausgegeben". Die Zahl von insgesamt 450.000 geleisteten Therapiestunden stehe für sich.

Die Schlagworte Beratung, Bewegung und Begegnung hatte Bad Brückenaus Zweiter Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) in den Mittelpunkt seiner Ansprache gestellt. Die Arbeitsgemeinschaft erfülle dieses Leitbild mit ihrem intensiven Programm an unterschiedlichen Therapiestätten regelmäßig mit Leben. Als ganz wichtig erachtete der Kommunalpolitiker die Tatsache, "dass die Mitglieder kontinuierlich aufeinander zugehen und gegenseitig Hilfestellung leisten".

Dem Rheuma trotzen

Irene Scharwies, Vorstandsmitglied im Landesverband Bayern der Rheuma-Liga, machte deutlich, dass die Gründungsmitglieder damals eine Lücke im örtlichen Gesundheitswesen erkannt und mit ihrem Einsatz geschlossen hätten. Die Arbeitsgemeinschaft präsentiere sich mittlerweile als unverzichtbarer Partner von Ärzten und Patienten. In einer Zeit voller Egoismus sei es wichtig, "dass jemand da ist, der sich kümmert". Selbsthilfe im Ehrenamt, so die Rednerin weiter, bedeute ganz wesentlich das Zutrauen in die eigene Arbeit: "Wir haben uns entschlossen, dem Rheuma zu trotzen". Einen Leitsatz gab Scharwies allen Anwesenden mit auf den Weg: "Nur wer sich engagiert, ist besser informiert".

In seiner bekannt lockeren Art gestaltete der evangelische Pfarrer Gerd Kirchner eine kleine Andacht. Dabei kamen allerlei symbolträchtige Utensilien wie bunte Tücher, ein Stoffherz sowie eine Ikone zum Einsatz, "um Freude und Lebendigkeit zu vermitteln". Und auch die Gitarre durfte nicht fehlen. Wenn das Miteinander stimme, so die Erfahrung des Geistlichen, würden Augenblicke zu Fenstern in die Ewigkeit.

Sternecker und seiner Stellvertreterin Gudrun Friedrich-Kleine war es gegen Ende des offiziellen Teils der Jubiläumsveranstaltung vorbehalten, zahlreiche Mitglieder für 25-jährige Zugehörigkeit in der Arbeitsgemeinschaft Bad Brückenau zu ehren. Viel Beifall gab es für den Tanzkreis der Rheuma-Liga, der im Verlauf des Nachmittags gleich mehre Auftritte hatte. Für den musikalischen Rahmen sorgten die "Auersberg Buam". Zur Stärkung der Gäste trugen eine gut bestückte Kuchentheke und eine Grillstation bei.

Rheuma-Liga Seit der Gründung vor 25 Jahren gehören der Arbeitsgemeinschaft Bad Brückenau der Deutschen Rheuma-Liga folgenden Personen an: Rosemarie Baumgartner, Alois Bös, Helene Brückner, Ursula Däubel, Christa Eberhardt, Therese Eigerdt, Evelyn Fischer, Manfred und Bärbel Götz, Therese Grimm, Margot Gumplinger, Christa Heckelmann, Carmen Heil, Erika Hock, Sieglinde Leiding, Rosi Müller, Dora Schäfer, Hannelore Schneider, Wilhelm Schubert, Emma Schuhmann, Rosi Schüller, Dieter Sternecker sowie Willi und Roswitha Vogler.

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