Bad Brückenau
Baustelle

Bad Brückenau: Radweg wird abgesenkt

Viele Brückenauer wundern sich: Der Radweg auf der Bahntrasse sollte doch nur noch asphaltiert werden. Am Felsenkeller aber wird der Weg etwas verlegt.
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Die Trasse wurde abgetragen, denn der Radweg kommt unmittelbar neben die Umgehungsstraße. Foto: Ulrike Müller
Die Trasse wurde abgetragen, denn der Radweg kommt unmittelbar neben die Umgehungsstraße. Foto: Ulrike Müller
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Von der ehemaligen Bahntrasse ist auf Höhe der TV-Halle bis zum Metallwerk nicht mehr viel zu erkennen. Bagger haben sie abgetragen. Der Übergang hinüber zum Felsenkeller ist auch nicht mehr möglich. Die Geländer liegen achtlos auf der Baustelle herum. Bauleiter Sebastian Friedel von der Firma Strabag erklärt, dass der Radweg auf diesem Abschnitt abgesenkt und unmittelbar an die Umgehungsstraße verlegt wird.

"Wir wollen in diesem Bereich Parkplätze schaffen", erklärt Leo Romeis, Sachgebietsleiter Finanzen, Infrastruktur und Tourismus bei der Stadtverwaltung. Langfristig solle die Kreuzung an der TV-Halle einen Abzweig zum Felsenkeller bekommen. So wird auch der Übergang über die ehemaligen Bahnschienen überflüssig. Am Felsenkeller selbst könnten zusätzliche Parkplätze entstehen. So baut die Stadt Parkmöglichkeiten um die Innenstadt herum weiter aus.

Architekt Robert Zehe schildert, dass der Radweg mit einer durchgehend weißen Linie gekennzeichnet wird. Die Leitplanken sind auf dieser Straßenseite bereits entfernt worden. Die Firma Strabag ist für den Bauabschnitt von Römershag bis zur hessischen Landesgrenze zuständig. "Wir wollen mit allen Arbeiten bis Ende August, Anfang September fertig sein", blickt Friedel voraus. Die Frostschutzschicht müsse aufgetragen und Durchlässe erneuert werden. Zudem werden in Teilbereichen Geländer installiert und bei Römershag der Hang gesichert, berichtet der Bauleiter.


Gemeinde Sinntal baut Teilstück von 450 Metern aus

Inzwischen hat sich auch auf hessischer Seite etwas getan. Die Verhandlungen über einen möglichen Kauf der Bahntrasse gestalteten sich zwar zäh, sagte Carsten Ullrich (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Sinntal, während einer Sitzung der Gemeindevertretung. Für ein kurzes Stück von 450 Metern hat die Gemeindevertretung aber den Ausbau beschlossen. Der Abschnitt beginnt hinter dem Naturbad und dem Tennisplatz in Altengronau an der Kreuzung des Radweges R 2 mit der zurückgebauten Bahntrasse in Richtung Zeitlofs.

Von dort aus sind es noch 450 Meter bis zur bayerischen Landesgrenze, und den Ausbau dieser Strecke müssen die Sinntaler übernehmen. Der Löwenanteil der Ausbaustrecke - 26,5 Kilometer - entfällt auf Bayern. Zwar ist für den Sinntaler Anteil eine Summe von 100.000 Euro erforderlich, aber dank einer Zuwendung aus dem hessischen Förderprogramm "Nahmobilität" in Höhe von 68.900 Euro beläuft sich der Eigenanteil nur auf 31.100 Euro.

Ullrich bezeichnete den Radweg als ein wichtiges touristisches Projekt, das einen bedeutenden Stellenwert einnehme. Je nach Sichtweise sei man Start- oder Zielpunkt einer attraktiven Radwegeverbindung, die Möglichkeiten zum Anschluss an weitere Radwege ermögliche. Mit dem Bau der 450 Meter langen Strecke hängen sich die Sinntaler quasi an die bayerischen Nachbarn dran. Das heißt, der Auftrag soll an die Baufirma Strabag gehen, die auf bayerischer Seite ohnehin für den Abschnitt von Zeitlofs bis Bad Brückenau verantwortlich ist.

Den Auftrag selbst auszuschreiben, so der Sinntaler Gemeindevorstand, führe zu "keinem wirtschaftlicheren Ergebnis". Die Arbeiten sollen in den nächsten Tagen beginnen, mit einer Fertigstellung auf bayerischer Seite wird im August gerechnet. Ob das auch für die Sinntaler Strecke gilt, blieb zunächst offen.


Von Alexander Gies und Ulrike Müller


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