Bad Brückenau
Kommunalwahl

Bad Brückenau: PWG prescht im Internet vor

Seit Tagen veröffentlicht die PWG ihre Interessenten für die Stadtratswahl - noch vor der Nominierungsversammlung und ausschließlich online. Damit möchte die Wählergruppe die "Zielgruppe Facebook" ansprechen.
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Seit 20. Oktober stellt die PWG jeden Tag auf Facebook einen Interessenten für den Stadtrat vor. Offiziell nominiert sind die Kandidaten aber noch nicht. Screenshot: Ulrike Müller
Seit 20. Oktober stellt die PWG jeden Tag auf Facebook einen Interessenten für den Stadtrat vor. Offiziell nominiert sind die Kandidaten aber noch nicht. Screenshot: Ulrike Müller

Die Parteilose Wählergruppe-FW Freie Wähler (PWG) hat alle überrascht. Im Internet machen künftige Bewerber um einen Sitz im Stadtrat auf sich aufmerksam. Von den bisher bekannten Namen ist die jüngste Interessentin 26 Jahre alt, der älteste 71. Zudem haben die Bewerber die Möglichkeit, ihre Motivation zu schildern. Die Aktion scheint Erfolg zu haben, auch wenn die Resonanz je nach Person unterschiedlich ausfällt.

Bereits zehn Namen bekannt

Bisher wurden folgende Interessenten veröffentlicht: Jonathan Kirchner (32), Christian Karl (31), Robert Eder (52), Eberhard Schelle (69), Laureen Steinmetz (26), Peter Sperl (35), Emanuel Fritschka (71), Alexander Gartung (31) André Herrmann (36) sowie Heike Greenberg-Kremser (46). "Uns war wichtig, die junge PWG bekannt zu machen", begründet der Vorsitzende Jonathan Kirchner, warum die Vorstellung der Interessenten vor der offiziellen Nominierung passiert.

Dabei stehe die "Zielgruppe Facebook" im Fokus, ergänzt Kirchner. Auch auf ihrer Internetseite präsentiert die PWG die Kurzporträts der Interessenten. Offline, also außerhalb des Internets, ist die Wählergruppe aber noch nicht aktiv geworden, um ihre Bewerber ins Gespräch zu bringen. Unter denen sind übrigens auch vier Stadträte, die schon jetzt für die PWG im Stadtrat sitzen.

Ein Viertel Frauen bei der CSU

Wer am Ende tatsächlich für die PWG antritt, entscheiden die Mitglieder am 20. November. Besonders viele Frauen sind noch nicht auf Facebook zu sehen. Kirchner versichert aber, dass das Ziel, ein Drittel Frauen aufzustellen, erreicht werden könne. Zudem scheint sich von zwei Kandidaten für das Bürgermeisteramt inzwischen einer herauskristallisiert zu haben. Einen Namen nennt Kirchner jedoch noch nicht.

Die CSU hat Anfang dieser Woche bereits ihre Kandidaten für die Stadtratswahl benannt und den Bürgermeisteranwärter Jochen Vogel offiziell bestätigt. Von den aktuell neun CSU-Stadträten stellen sich nur noch Heike Kötzner und Dieter Seban am 15. März 2020 zur Wahl. Der CSU ist es gelungen, immerhin fünf junge Menschen (jünger als 40 Jahre) für eine mögliche Arbeit im Stadtrat zu motivieren.

Auch fünf Frauen zählen zu den Bewerbern. "Es sind schon Frauen da, die das gerne machen würden", berichtet Vorsitzende Heike Kötzner, dass die CSU mehrere Bürgerinnen angesprochen habe. Sie habe aber viele Absagen von Frauen bekommen, weil diese beruflich und familiär stark gefordert seien.

Die SPD hat bereits Jan Marberg als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters aufgestellt. Er ist den Bad Brückenauern als Leiter der Stadtbibliothek bekannt. Die Kandidaten für die Wahl des Stadtrats sollten ursprünglich Ende November nominiert werden. Aktuell überlege der SPD-Ortsverein aber, die Wahl auf Mitte November vorzuziehen, berichtet Vorsitzender Florian Wildenauer.

Claudio Kleinhans auffallend still

"Die Liste wird definitiv größer als im Jahr 2014", kündigt er an. Damals hatten sich sieben Bürger um einen Sitz im Stadtrat beworben. Es seien auch Frauen unter den Kandidaten, gibt Wildenauer Auskunft. Er selbst und sein Bruder Benjamin Wildenauer - beide sitzen aktuell für die SPD im Stadtrat - haben im Frühjahr schon angekündigt, sich erneut aufstellen zu lassen.

Die Fraktion aus FDP und Freien Bürgern wird voraussichtlich am 19. Dezember ihre Kandidaten für die Stadtratswahl bekannt geben. Laut Fraktionssprecherin Adelheid Zimmermann (FDP) halte man auch nach einem Bürgermeisterkandidaten Ausschau, könne sich aber ebenso gut vorstellen, den Bewerber einer anderen Partei oder Gruppierung bei der Wahl am 15. März zu unterstützen.

Einer hat sich bisher auffallend still verhalten. Claudio Kleinhans, der bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2016 der Amtsinhaberin die Stirn geboten und auf Anhieb 34,6 Prozent der Stimmen geholt hatte, äußert sich zu seinen Ambitionen noch nicht. Er werde bei der kommenden Wahl durchaus ein Thema sein, sagt er lediglich. Für Mitte November kündigt er weitere Informationen an.

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