Bad Brückenau
Wirtschaft

Bad Brückenau: Möbel aus Papierhülsen

Mit seinem Unternehmen Rund Stil setzt Peter Hufer aus Bad Brückenau auf nachhaltige Rohstoffe. Er produziert Kleinmöbel aus Hartpapierhülsen.
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Peter Hufer hat Kleinmöbel aus Hartpapierhülsen entworfen - zum Beispiel diese Kinderhockerbox zum Bemalen. Foto: Ulrike Müller
Peter Hufer hat Kleinmöbel aus Hartpapierhülsen entworfen - zum Beispiel diese Kinderhockerbox zum Bemalen. Foto: Ulrike Müller
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Es sind Hocker, Wandregale oder Beistelltische, die Peter Hufer in deutsche Wohnzimmer bringen will. Hergestellt aus Papier, das in Form von Hülsen sowohl leicht als auch stabil ist. Die runde Form der Möbelstücke ist immer dieselbe. Viele Möbelstücke sind weiß. Die Oberfläche aus Papier lässt sich individuell gestalten.

Die Idee kam Hufer, weil es mehrere Papierhülsenhersteller in der Region gibt. Aus dem Bauch heraus hatte sich der studierte Holzingenieur vor einigen Jahren für Bad Brückenau als neuen Wohnort entschieden. Die Architektur eines achteckigen Holzhauses hatte es ihm angetan. Dort wohnt er nun mit seiner Partnerin. Nach kurzer Zeit in der Stadt gründete er im Jahr 2017 das Unternehmen Rund Stil gemeinsam mit seinem Sohn Peter.

Gefertigt in Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Nicht nur der ökologische Aspekt ist Peter Hufer wichtig. Seine Möbel sollen auch sozial nachhaltig sein. Der Internetauftritt verspricht, dass die Produkte zu etwa 80 Prozent aus recycelten Materialien bestehen. Für jedes verkaufte Möbelstück pflanze das Unternehmen über "Eden Projects" zwei Bäume, um den nicht vermeidbaren Verbrauch von Resourcen auszugleichen. Alle Möbel würden zudem in Werkstätten für Menschen mit Behinderung gefertigt. Deshalb arbeite die Firma mit den Wertachtal-Werkstätten im Ostallgäu zusammen.

Der sozialverträgliche Anstrich einer marktwirtschaftlichen Idee? Wohl kaum. "Die Hartpapierhülsen werden uns zur Verfügung gestellt. Schreinertechnische Arbeiten, Lagerhaltung und Auslieferung leisten wir hier", bestätigt Jürgen Chmiel, Einrichtungsleiter der Wertachtal-Werkstätten, auf Nachfrage der Redaktion. 30 Menschen mit Behinderungen arbeiteten in der Schreinerei, im Büro- und Logistikbereich seien es insgesamt zwölf.

Größtes selbstklebendes Bild der Welt

Um seine Produkte bekannter zu machen, hat sich Hufer eine ausgefeilte Vermarktungsidee überlegt. Kinder gestalten das größte selbstklebende Bild der Welt - ein Weltrekordversuch, dessen Erlös dem Kinderhilfswerk Terre des Hommes zugute kommen soll. Dafür verteilt Hufer breite Bögen, auf der die Kinder ihre Vorstellung von der Welt aufmalen. 15 Einrichtungen aus der Region beteiligen sich an diesem Projekt: drei Grundschulen, elf Kindergärten und das Kinder- und Jugenddorf in Riedenberg.

Die meisten Bilder aber werden im Raum Düsseldorf bemalt. Dort nämlich gibt es die Rad-Rennbahn in Kaarst, Nordrhein-Westfalen. Am 3. November sollen die Bilderbögen der Kinder auf die Fahrbahn geklebt und als einheitliches Kunstwerk präsentiert werden. Danach werden die Bilder verkauft, und natürlich bietet auch Hufer seinen bemalbarer Kinderhocker an, wenn die Kinder mit ihren Familien beim Rekordversuch dabei sind.

960 Papierrollen bemalen Kinder für das größte selbstklebende Bild der Welt.

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