Bad Brückenau
Bildung

Bad Brückenau: Mehr Präsenz zeigen

Frischer Wind weht im Kulturbüro der Stadt: Mit ambitionierten Zielen und spannenden Ideen, aber keinen Höhenflügen, geht's ins neue Jahr 2019.
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Jan Marberg leitet das Kulturbüro seit einem Jahr.  Foto: Julia Raab
Jan Marberg leitet das Kulturbüro seit einem Jahr. Foto: Julia Raab
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"Ich bin eigentlich jemand, der lieber im Hintergrund die Fäden zieht", verrät Jan Marberg. Doch in seinem Beruf lasse es sich nicht vermeiden, in der Öffentlichkeit zu stehen, fügt er hinzu. Seit einem Jahr ist der gebürtige Nordrhein-Westfale in Bad Brückenau Leiter des Kulturbüros. Doch fremd war ihm das Frankenland nicht, denn durch viele Umzüge seiner Familie machte er schließlich in einem entfernten Zipfel Oberfrankens seinen Schulabschluss.

Für die Ausbildung zum Fachangestellten für Medien und Informationsdienste zog er nach Germering bei München. Danach folgten fünf Jahre als Bibliothekar in einer Gemeindebibliothek im Großraum München. Und dann kam die Stelle in Bad Brückenau im Dezember 2017. Damals sagte er: "Gestalten können, das war der ausschlaggebende Punkt." Heute, ein Jahr später, bestätigt er nach kurzer Überlegung seine damalige Aussage: "Unterm Strich trifft das zu, ja." Einen Monat hatte er zu Beginn Zeit, sich in den Haushalt des Kulturbüros einzuarbeiten. "Der enge Kontakt zu Michael Worschech, dem Geschäftsleiter der Stadt, und die kurzen Dienstwege haben mir sehr bei der Einarbeitung geholfen", lobt er die gute Zusammenarbeit.

Schwerpunkt Bibliothek

Marbergs Arbeit teilt sich in drei Bereiche auf. Die Archivierung im Stadtarchiv mache den kleinsten Teil aus. Dann kommen die zwei Schwerpunkte: Die Organisation im Kulturbüro und die Stadtbibliothek. Zu letzterem sagt er: "Die Bibliothek steht im Fokus, da sie dringend eine Neuausrichtung braucht." Die Räumlichkeiten im Alten Rathaus seien zu klein und erfüllen nicht mehr ihren Zweck. Die Überführung der Bibliothek in ein neues Gebäude, das sei das Ziel. "Dafür brauchen wir einen modernen und ansprechenden Bestand", so Marberg. Die Zeitschiften der Bibliothek waren aus diesem Grund letztes Jahr Thema im Stadtrat. "Momentan bieten wir 28 Zeitschriften an, die teilweise absolute Renner sind", sagt er und fügt hinzu, dass manche Leser nur deshalb kommen.

Kinder im Mittelpunkt

"Die Kinder anzusprechen, das ist ein weiteres, sehr wichtiges Ziel meiner Arbeit", betont Marberg. Denn "die Kinder von heute sind die Leser von morgen", nach diesem Motto arbeitet er an der Präsenz der Bibliothek in der Grundschule und auch schon im Kindergarten. Die Kooperation mit Lisa Kinalele und dem Bündnis Familie hat im vergangenen Jahr bereits viele solcher Veranstaltungen hervorgebracht: "Am Weltbuchtag waren über 50 Personen da, im Lesewohnzimmer auf dem Marktplatz auch, und die Kinderradionacht hat viele Kinder angezogen", zählt er nur einige der Veranstaltungen aus dem Jahr 2018 auf.

Auch für das beginnende Jahr gibt es die eine oder andere, durchaus große Überraschung für die Grundschulkinder: Geplant ist nämlich eine Lesung eines ziemlich bekannten Kinderbuchautors im Frühjahr. Mehr soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden.

Planung des Jubiläums

Auch der Rahmen für die Veranstaltungen des Kulturbüros steht bereits. Besonders das 725. Stadtjubiläum soll groß gefeiert werden: Hier entsteht ein historischer Markt während des Stadtfestes. Eine Fotoausstellung der Ludwigstraße mit Bildern und Texten ist geplant und die Beteiligung am "Tag der Franken" im Juli. "Außerdem steht der Besuch der Partnerstädte in Bad Brückenau an", zählt Marberg nur einige der Höhepunkte in diesem Jahr auf.

Grenzen der Arbeit

Neben den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich der Bibliothek und im Kulturbüro, die Marberg im vergangenen Jahr kennenlernte, gab es doch auch Grenzen in seiner Arbeit. "Das Gebäude ist eine eindeutige Grenze", sagt er und und meint damit die begrenzten Kapazitäten der Bibliothek. Auch deshalb konnten im letzten Jahr leider keine Lesungen für Erwachsenen stattfinden. "Das geben die Räumlichkeiten einfach nicht her", fügt er hinzu. Als Vorbild nennt Marberg hier die Galerie Form und Farbe. "Hier können sich sicherlich Synergien entwickeln", sagt er. Personell gesehen, ist die Stadt einfach recht klein und der Personalschlüssel dementsprechend gering. Mit 1,8 Stellen im Kulturbüro stoße das Team immer wieder an die Grenzen der Machbarkeit. Das betreffe vor allem die Arbeit im Stadtarchiv.

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