Bad Brückenau
Stadtrat

Bad Brückenau: Kegler suchen neue Heimat

Der Sport Kegler Verein muss im kommenden Jahr aus der Therme Sinnflut ausziehen. Finden sie im Vereinsheim des 1. FC Bad Brückenau eine neue Trainingsstätte?
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Beim Faschingsumzug im Februar machten die Kegler auf ihre Situation aufmerksam. Foto: Archiv/Ulrike Müller
Beim Faschingsumzug im Februar machten die Kegler auf ihre Situation aufmerksam. Foto: Archiv/Ulrike Müller
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Nur die Hälfte der Stadträte erschien am vergangenen Dienstag zur Diskussion um die Zukunft des Sport Kegler Vereins Bad Brückenau und Umgebung (SKV). "Dass so wenige Stadträte da sind, ist sehr ungewöhnlich", sagte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) zu Beginn des öffentlichen Teils. Einer weniger, sagte sie weiter, "und wir wären nicht beschlussfähig".

Bernd Hörmann, Vorsitzender des SKV, bat in seinem Vortrag um städtische Unterstützung. Durch die geplante Sanierung der Therme Sinnflut verliere der Verein seine Heimat: Nach fast 50 Jahren im Schwimmbad müsse er sich eine neue Bleibe suchen. Rund 20 Interessierte verfolgten im Zuschauerraum die öffentliche Diskussion der Stadträte.

Verhandlungen mit dem FC

Der Zeitrahmen sei eng, denn in der Saisonpause zwischen März und September 2020 müsse der Umzug stattfinden, sagte der Vorsitzende. Gespräche hätten bisher nur mit dem 1. FC Bad Brückenau stattgefunden. "Im Dezember haben wir uns getroffen und über mögliche Änderungen am Gebäude diskutiert", sagte Hörmann. Letztendlich seien sich alle Beteiligten einig gewesen, dass die Kosten für eine umfassende Sanierung des Gebäudes und des undichten Daches zu hoch wären.

Deshalb präferierten die Vorstände beider Vereine eine Aufstockung auf die zwei unteren Stockwerke. Das Flächendach könne dann als Bodenplatte genutzt werden, um ein weiteres Stockwerk für die Kegelbahnen und die Technik zu bauen. Die Kosten für den Umbau des Gebäudes lägen beim FC, bestätigte Dirk Stumpe (PWG), Referent für Sport und Vereine. Der SKV sei dann Pächter und müsste sich um die Innenausstattung kümmern. Rund 130.000 Euro kommen auf den Verein für den Einbau einer neuen Bahn mit neuer Technik zu. Der Bayerische Landessportverband bezuschusse die Anschaffung mit 30 Prozent.

Kooperation noch offen

Eine Kostenrechnung für den Umbau des Vereinsgebäudes von Seiten des Vorstands des FC lägen noch nicht vor, sagte Hörmann. "Der Verein kann sich einen Neubau und die Innenausstattung zusammen nicht leisten", fügte er noch an. Deshalb wäre es ideal,eine Kooperation mit einem anderen Verein einzugehen. "Wir wollen uns nicht auf den FC festlegen und sind offen für alles im Raum Bad Brückenau", sagte er abschließend.

Stadtkämmerer Leo Romeis informierte die Vereinsmitglieder über die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung. Für Investitionen wie etwa Renovierungen könne der Verein mit einer städtischen Förderung von etwa 13 Prozent rechen. Meyerdierks sprach außerdem potenzielle Unterstützung über den Bezirk, den Landkreis oder auch die Rhönallianz an. Doch "ohne Konzept und den finanziellen Rahmen können wir erstmal nichts machen", sagte die Bürgermeisterin.

Wenn das Konzept vorliege, dann sei sie bereit, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, sicherte sie den Keglern zu. "Setzen Sie sich beispielsweise mit dem SV Römershag oder dem TSV Volkers zusammen", schlug sie noch vor.

Darlehen für Verein?

Zweiter Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) begrüßte das Engagement des Vereins. "Die Sportkegler sind wichtige Werbeträger der Stadt. Wir sollten alles daran setzen, um den Verein in der Stadt zu halten", sagte Pfister. Auch Manfred Kaiser und dritter Bürgermeister Dieter Seban (beide CSU) betonten die besondere Rolle des Vereins in der Stadt. Beide sprachen sich für ein mögliches Darlehen aus. Allerdings komme es entscheidend auf die Höhe der Kosten, das Eigenkapital des Vereins und weitere Förderungen - beispielsweise über den Bayerischen Keglerverband - an, betonte Seban. "Dann können wir uns noch mal zusammensetzen und über alles reden", sagt er.

45 aktive Mitglieder hat der Sport Kegler Verein Bad Brückenau und Umgebung.

130.000 Euro würde eine neue Innenausstattung mit vier Kegelbahnen kosten.

Punkt für Punkt aus dem Stadtrat

Bauvorhaben Der Bau eines Einfamilienhauses in der Jahnstraße, dem die Stadträte im März dieses Jahres nicht zugestimmt hatten, stand erneut auf der Tagesordnung. Das Landratsamt (LRA) hatte den Entschluss des Stadtrates vom März beanstandet. Als alleinige Genehmigungsbehörde untersagte das LRA den Stadträten, Auflagen zum Bauordnungsrecht zu machen. Kurt Abersfelder (CSU) sprach sich nach Begutachtung des Grundstücks für den Bau des Hauses aus. "Ich glaube nicht, dass hier ein Hangrutsch passieren könnte." Auch solle die Stadt Bauvorhaben grundsätzlich unterstützen. Karlheinz Schmitt (CSU), der die Bedenken über einen möglichen Hangrutsch im März geäußert hatte, sprach sich jetzt für den Bau aus. "Das Landratsamt muss die Baugenehmigung prüfen, dazu gehören auch Statikprüfungen." Einstimmig sprachen sich die Stadträte für den Bau aus.

Elektrotankstelle Auf Nachfrage von Emmanuel Fritschka (PWG) zur fehlenden Elektrotankstelle auf dem Georgi-Parkplatz äußerte sich Leo Romeis von der Stadtverwaltung. Die Säule wurde von Vandalen zerstört und könne nicht mehr repariert werden. Die Polizei ermittle noch nach dem Verursacher, versicherungstechnisch gebe es deshalb noch keine Klarheit. Wann eine neue Tankstelle aufgebaut wird, konnte er noch nicht sagen.

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