Bad Brückenau
Stadtrat

Bad Brückenau: Impuls einer Zukunftswerkstatt

Wohin steuert die Stadt? Diese Frage stellte Adelheid Zimmermann und schlug eine Zukunftswerkstatt vor. Doch die Diskussion drehte sich im Kreis.
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Adelheid Zimmermann - hier in der Altstadt - möchte mit einer Zukunftswerkstatt Bürger, Stadtrat und Stadtverwaltung ins Gespräch bringen. Foto: Ulrike Müller
Adelheid Zimmermann - hier in der Altstadt - möchte mit einer Zukunftswerkstatt Bürger, Stadtrat und Stadtverwaltung ins Gespräch bringen. Foto: Ulrike Müller

Eigentlich zielte der Antrag von FDP und Freien Bürgern auf die Situation des neuen Bahnradwegs ab. Doch die PWG war Adelheid Zimmermann mitDirk Stumpes Vorstoß zuvorgekommen. Da Zimmermann ihr Anliegen aber auch allgemein verstanden wissen wollte, koppelte sie das Thema vom Bahnradweg ab und erklärte, was sie sich mit der Idee einer Zukunftswerkstatt gedacht hatte.

"Was uns in Bad Brückenau fehlt, ist die Vorstellung davon, wohin sich die Stadt entwickeln soll", sagte die FDP-Frau, die bereits seit 1993 im Stadtrat sitzt und aktuell für die Wahl des Bezirkstags kandidiert. Es gebe viele offene Fragen, sagte sie und nannte als Beispiel einen neuen Standort für die Bibliothek und eine zukünftige Nutzung des ehemaligen Landratsamts. "Was ist mit dem größten Arbeitgeber in fünf Jahren?", diese Frage stellte sie in Anspielung auf den Verkauf von GKN Anfang April in den Raum.

"Ich finde die Idee generell gut. Aber mir ist der Vorschlag noch nicht präzise genug", sagte Dritter Bürgermeister Dieter Seban (CSU). Manfred Kaiser (CSU) sah es wohl ähnlich, denn er meinte, aktuell könne er noch nicht dafür stimmen. Ihm wäre wichtiger, dass sich zunächst der Stadtrat selbst Gedanken mache. Zweiter Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) machte deutlich, dass eine Werkstatt mit Arbeit verbunden sei. Und: "Wir sollten nicht vergessen, die jungen Menschen mit einzubeziehen." Auch Emanuel Fritschka (PWG) konnte der Idee etwas abgewinnen, fragte sich allerdings, ob der Zeitpunkt der richtige sei. Benjamin Wildenauer (SPD) meinte, er erkenne die Intention hinter dem Vorschlag und unterstütze diese.

Keine Kapazitäten bei Verwaltung

Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) wies darauf hin, dass die Stadt sehr wohl eine Vorstellung davon habe, wofür sie stehe und wohin sie steuere. Insbesondere führte sie das Heilquellenkonzept an, mit dem im Jahr 2015 der Grundstein für die weitere Ausrichtung gelegt worden sei. Die Neugestaltung des Georgi-Parks, die Sanierung der Georgi-Halle und des gesamten Umfelds stünden als nächstes an. "Das ist ein Teil von dem, was sie sich wünschen", antwortete Meyerdierks auf Zimmermanns Ausführungen.

Im weiteren Verlauf der Debatte bemühte sich die Bürgermeisterin, die Idee einer Zukunftswerkstatt auf Formen der Bürgerbeteiligung herunterzubrechen, wie sie mehrfach in so genannten Bürgerworkshops abgehalten worden sind. Für den gesamten Bereich der Georgi-Halle habe die Regierung von Unterfranken einen Architektenwettbewerb angeregt, Bürgerbeteiligung sei dabei ein fester Bestandteil der anstehenden Verfahrensschritte.

Zimmermann ließ sich jedoch nicht beirren. Sie stelle sich die Zukunftswerkstatt als Gremium aus Bürgern, Vertretern des Stadtrats und der Stadtverwaltung vor. Nicht mehr als 12 oder 13 Personen sollten es insgesamt sein. Dafür habe die Verwaltung keine Kapazitäten, entgegnete Meyerdierks. "Wir sind mit den Projekten, die wir haben, schwer beschäftigt."

So stimmte der Stadtrat auch gar nicht über den Antrag ab. Nun möchte Zimmermann ihr Anliegen weiter verfolgen und gegebenenfalls erneut einen Antrag im Stadtrat stellen - wenn es Konkreteres zu berichten gibt.



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