Bad Brückenau
Bildung

Bad Brückenau: Hemmschwellen abbauen

Für Vorschulkinder ist der Übertritt in die Schule ein aufregendes Erlebnis. Um Ängste zu verringern, gibt es zwischen den vier Kindergärten und der Grundschule eine engere Kooperation.
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Gemeinsam gehen die Vorschulkinder der vier Bad Brückenauer Kindergärten mit den Grundschulkindern ins Kino. Foto: Julia Raab
Gemeinsam gehen die Vorschulkinder der vier Bad Brückenauer Kindergärten mit den Grundschulkindern ins Kino. Foto: Julia Raab
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Das letzte Jahr im Kindergarten ist für viele Kinder besonders aufregend. Im Kindergarten sind sie jetzt die Größten und übernehmen viele Aufgaben, außerdem registrieren sie, dass sich die Zeiten bald ändern werden. Was aber "Schule" bedeutet, ist vielen nicht klar. Umso besser, wenn sie bereits jetzt Erfahrungen rund um das Thema sammeln können. Gelingen soll das durch eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den vier Kindergärten und der Grundschule. "Wir wollen, dass es für die Kinder ein möglichst fließender Übergang wird", sagt Carolin Erb-Heyne, Konrektorin und Kooperationsbeauftragte der Grundschule Bad Brückenau.

Spielerisch auf den Schulalltag vorbereiten

Denn neben Schulbesuchen, kommt die Kooperationsbeauftragte selbst in die Kindergärten, um mit den Kinder im Vorfeld der Einschulung schon in Kontakt zu treten. "Wir lernen Lieder, spielen oder machen das ein oder andere Übungsblatt", fasst Erb-Heyne zusammen, je nach Situation in dem jeweiligen Kindergarten. Da die Klassen oft bunt gemischt seien, "ist es uns auch wichtig, dass die Kinder sich schon vorher beschnuppern können". Und das gelingt beispielsweise während der Schulhausrallye, in der die Gruppen bewusst gemischt sind, damit nicht jeder Kindergarten für sich bleibt.

Und die Erfahrung ist bisher nur positiv: "Die Kinder gehen viel offener auf die Schule zu". Die Hemmschwelle vor der neuen Institution werde abgebaut, so Erb-Heyne. Auf der Straße werde sie oft von Kindern angesprochen: "Hallo, du bist doch die Frau von der Schule", während sie von den Müttern teilweise unwissend angeschaut würde. Den Abbau von Ängsten hält Alexandra Fürst, Leiterin des Kindergartens Regenbogenland, in diesem Zusammenhang für besonders wichtig. Bärbel Slowik vom Kindergarten Römershag begrüßt die stärkere Zusammenarbeit zwischen den Institutionen. "Wir üben mit den Kindern aus Römershag mehrmals im Vorschuljahr den Schulweg, damit sie ihn bei Schulbeginn sicher beherrschen", so Slowik.

Auch die Eltern werden in mehreren Infoveranstaltungen mit einbezogen und Fragen, die auftauchen, geklärt. Sicherlich, so die Kooperationsbeauftragte weiter, sei die Zusammenarbeit noch weiter ausbaufähig. Doch die Zusammenarbeit befinde sich auf einem guten Weg. Als krönenden Abschluss der Vorbereitungen steht im Juli eine Sternenwanderung ins Staatsbad an. "Dort treffen sie dann auch ihre bis dorthin feststehende Klasenlehrerin, lernen sich im freien Spiel kennen und freuen sich auf den neuen Lebensabschnitt", sagt Erb-Heyne.

PERSONENINFOS

Adele Trompeter (6 Jahre): "Gespannt"

Wir waren schon vier Mal in der Schule zu Besuch. Dort haben wir gelernt, dass es in der Schule nur noch eine kurze Pause gibt. Wir müssen also schneller Essen als bisher. Beim letzen Schulbesuch haben wir einen Schneemann gebastelt.

Leon Petruk (6 Jahre): "Aufgeregt"

Ich freue mich sehr auf die Schule, denn wir haben schon einige Kinder dort kennengelernt und haben viele tolle Sachen gemacht. Bei der Schulhausrallye konnten wir die ganze Schule kennenlernen und die verschiedenen Räume anschauen.

Klara Slowik (6 Jahre): "Freudig"

Die Schulbesuche haben mir sehr gut gefallen. Wir haben einen Schneemann gebastelt und ganz viele Räume gesucht. Deshalb freue ich mich jetzt viel mehr auf die Schule.

Lisa Wittmann (6 Jahre): "Kreativ"

Wir kennen schon eine Lehrerin von der Grundschule, die kommt uns öfters im Kindergarten besuchen. Bei unserem letzten Schulbesuch haben wir gebastelt und in der Turnhalle gespielt. Das war toll.

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