Bad Brückenau

Bad Brückenau: Große Verfechterin der Heilquellen

Seit 17 Jahren prägt Karin Bauer maßgeblich die Arbeit der Tourist-Information. Nun geht sie in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin ist bereits eingearbeitet - und will das Heilquellenkonzept nahtlos fortsetzen.
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Karin Bauer (links) arbeitet seit dem Jahr 1995 bei der Stadtverwaltung, die meiste Zeit davon im Bereich Tourismus. Ihre Nachfolgerin Kathrin Romeis-Merten setzt  den Fokus auf Gesundheitsthemen. Foto: Ulrike Müller
Karin Bauer (links) arbeitet seit dem Jahr 1995 bei der Stadtverwaltung, die meiste Zeit davon im Bereich Tourismus. Ihre Nachfolgerin Kathrin Romeis-Merten setzt den Fokus auf Gesundheitsthemen. Foto: Ulrike Müller
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Emotionale Tage liegen hinter Karin Bauer. Die langjährige Leiterin der Tourist-Information verabschiedet sich in den Ruhestand. Seit dem Jahr 1995 ist sie bei der Stadt beschäftigt, zunächst bis 2002 als Sekretärin im Baubüro. Im Herbst 2002 legte ihr Bürgermeister Thomas Ullmann (PWG) den Bereich Tourismus in die Hände. Zwei Schreibtische und ein Computer, das sei die Tourist-Info damals gewesen, erinnert sich Karin Bauer. Für Kurgäste und Einheimische spielte das Maßbacher Theater noch im Pfarrheim, es gab Fackelwanderungen und ein gehobenes Veranstaltungsprogramm in der Weihnachtszeit.

Bauer kann sich noch gut an ihre erste Weihnachtsbegrüßung erinnern. 250 Kurgäste seien damals gekommen. Den Kaffee kochten sie und ihre Kollegin selbst. Gespült werden musste auch von Hand - bis gegen Mitternacht. "Ein Erlebnis von Zusammenhalt" sei das gewesen. Später änderten sich die Veranstaltungsformate. Stadtfest, die Gesundheitsstadt und der Tag der Ausbildung gehörten fest in Bauers Terminkalender. "Den Pinklauf gäbe es ohne Karin Bauer auch nicht", würdigt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) deren Einsatzbereitschaft.

Im Jahr 2010 übernahm die Stadt das Marketing für den Standort Bad Brückenau von der Staatlichen Kurverwaltung im Staatsbad. Zuvor hatte nämlich das Staatsbad diesen Bereich abgedeckt und einen finanziellen Ausgleich dafür aus dem städtischen Haushalt erhalten. "Das war noch einmal eine ganz neue Herausforderung", berichtet Bauer. Seitdem erstellt die Tourist-Info jährlich ein Gastgeberverzeichnis, in dem alle Ortsteile vertreten sind. Dass mit dem Königsweg eine Extratour - das Format bündelt beliebte Wanderrouten der Rhön - ausgewiesen konnte, macht Bauer bis heute stolz. So sei Bad Brückenau auch in den Wanderbroschüren vertreten.

Fundiertes Wissen über Heilquellen

Das Angebot "Meine Gesundheitsstadt" organisierte die Tourist-Info als regionale Leistungsschau alle zwei Jahre von 2007 bis 2017. "Irgendwann war die Luft dann raus", erklärt Bauer. Sie hat in den vergangenen Jahren einen neuen Schwerpunkt mit der Vermarktung der Bad Brückenauer Heilquellen Georgi-Sprudel und Siebener gesetzt. Als einziger Standort des Bäderlands Bayerische Rhön habe Bad Brückenau am Förderprojekt zur Steigerung der medizinischen Qualität in hochprädikativen Kurorten und Heilbädern teilgenommen.

Das Gutachten des anerkannten Heilquellenspezialisten Prof. Christoph Gutenbrunner von der Medizinischen Hochschule Hannover sei eine Folge davon gewesen. "Wir werden um dieses Gutachten sicherlich beneidet", sagt Bauer. Es sei "außergewöhnlich gut" ausgefallen. Das war auch ihr bewegendster Moment ihrer Zeit überhaupt: als Gutenbrunner seine wissenschaftlich fundierten Ausarbeitungen vorstellte und konkrete Impulse für die gesundheitliche Ausrichtung der Stadt gab.

Die Leitung der Tourist-Info übernimmt ab Januar Kathrin Romeis-Merten. Anfang der 1990er zog sie von Magdeburg in die Rhön und fand hier nicht nur eine Arbeit, sondern auch ihren Partner. Zunächst lernte sie Hotelfachfrau im Dorint, 1994 wechselte sie ins Regena. Dort arbeitete sie 21 Jahre lang, unter anderem als leitende Hausdame. Ein Auge auf eine Stelle in der Tourist-Info hatte sie schon länger geworfen, spätestens seit ihre beiden Kinder schon etwas größer sind. 2015 klappte es dann auch mit dem Wechsel ins Alte Rathaus.

Aktivurlauber in die Stadt holen

Demzufolge ist Romeis-Merten bereits in alle wesentlichen Aufgabengebiete eingearbeitet. Im Zuge der besseren Vermarktung der Bad Brückenauer Heilquellen absolvierte sie die Weiterbildung "Gütesiegel für vorbildliche Gesundheitsförderung am Kurort" - eine Voraussetzung dafür, dass mit dem Wasser des Georgi-Sprudels nun eine ambulante Trinkkur angeboten werden kann. Im Gespräch wird deutlich, dass sie nahtlos an die Linie ihrer Vorgängerin anknüpfen möchte.

An erster Stelle stehe die Vermarktung der neuen Trinkkur sowie der Ausbau des Gesundheitstourismus überhaupt. Als zweites Standbein will Romeis-Merten - nicht zuletzt wegen des neuen Rhönexpress Bahn-Radwegs - vermehrt Aktivurlauber anzusprechen. Als dritten Punkt nennt sie Bürgernähe. Die neue Leiterin möchte die Zusammenarbeit mit den Gewerbetreibenden ausbauen, weiterhin das Stadtfest und den Pinklauf organisieren. Und auch Einheimische sollen von der Gesundheitskompetenz der Stadt profitieren.

Neu im Team ist seit Oktober Friederike Gäfke aus Münnerstadt. Die 23-Jährige absolvierte ihre Ausbildung zur Tourismuskauffrau in einem Reisebüro im Landkreis. Im Juni hat sie ausgelernt. Sie wird hauptsächlich für das Marketing der Stadt Bad Brückenau verantwortlich sein. Diesen Bereich hatte zuvor Romeis-Merten abgedeckt. Ihre Kollegin Armina Hartke ist weiterhin Ansprechpartnerin für Veranstaltungen und die Vermietung der Georgi-Halle.

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